Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Ärzte-Brief an Spahn: "Steuern auf Katastrophe zu"

Mit einem Brandbrief haben sich Mediziner an Gesundheitsminister Spahn gewandt. Sachsens Krankenhauskoordinator fordert einen harten Lockdown. Novavax hat eine EU-Zulassung für seinen Corona-Totimpfstoff beantragt. Bundeskanzlerin Merkel fordert einen Schwellenwert für die Hospitalisierung. Booster-Impfungen sollen bald bundesweit für Menschen ab 18 empfohlen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat einen neuen Höchststand erreicht. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Blick in ein Stationszimmer mit Beatmungsgeraet fuer schwersterkrankte Covid-19 Patienten
Ärztevertreter warnen, das medizinische personal steuere auf eine Überlastungssituation zu, mit Folgen für andere Intensivpatienten Bildrechte: imago images/Ralph Lueger

Unser Ticker am Mittwoch, 17. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 Uhr | Krankenhauskoordinator fordert harten Lockdown

Sachsens Krankenhauskoordinator Prof. Michael Albrecht einen sofortigen Lockdown gefordert. Albrecht sagte: "Wir sehen, dass die bisherigen Maßnahmen nichts gebracht haben. Es gibt bei den Patientenzahlen keine Abschwächung." Deshalb appelliere er im Namen aller sächsischen Klinikchefs an Ministerpräsident Michael Kretschmer: "Machen Sie jetzt einen totalen Lockdown für 14 Tage!"

22:01 Uhr | Kretschmer: Einschränkungen nicht nur für Ungeimpfte

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält angesichts der Corona-Lage im Freistaat weitere Maßnahmen für nötig. Kretschmer sagte auf einer Online-Diskussionsveranstaltung: "Ich spüre nur immer mehr, wenn wir wirklich erfolgreich diese Welle brechen wollen, werden wir das nicht tun können, indem wir nur die Gruppe der Ungeimpften adressieren." Das sei eine bittere Erfahrung, "aber vermutlich die einzige Möglichkeit". Kretschmer fügte hinzu, Impfungen brächten erst in einigen Wochen einen Effekt, man müsse aber jetzt handeln.Sachsen hat bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von Corona-Neuinfektionen. Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch 742,2. Das Risklayer-Projekt aus Karlsruhe, das die Gesundheitsämter direkt abfragt, gab den Wert gar mit 880 an.

20:49 Uhr | Impfstoff für Kinder noch vor Weihnachten

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass ein Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren kurz vor Weihnachten verfügbar sein könnte. Eine mögliche Zulassung des Biontech-Vakzin für diese Altersgruppe könne noch im November erwartet werden, heißt es in einem Ministeriums-Bericht zu den morgigen Bund-Länder-Beratungen. Erstmals verfügbar werde der Kinderimpfstoff dann voraussichtlich ab dem 20. Dezember 2021 sein.

Die erste Lieferung soll 2,4 Millionen Dosen umfassen. Über die Verteilung will das Ministerium in den kommenden Tagen mit den Ländern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pharma-Großhandel beraten. Insgesamt gibt es 9,2 Millionen Kinder unter zwölf Jahren.

20:07 Uhr | Städtetagspräsident für Impfpflicht in bestimmten Berufen

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, fordert eine Impfpflicht für Arbeitnehmer in sensiblen Bereichen wie Medizin, Pflege und Pädagogik. Zudem sprach er sich für ein bundesweit einheitliches Corona-Regelwerk aus - mit allgemeingültigen Schwellenwerten etwa für Inzidenz und Hospitalisierungsrate. Mit Blick auf die anstehenden Weihnachtsmärkte empfiehlt der Städtetagspräsident die 2G-Regel. Ungeimpfte weiter einzuschränken sei ein Weg, einen Lockdown zu verhindern.

19:20 Uhr | Ärzte-Brief an Spahn: "Steuern auf Katastrophe zu"

Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin haben sich mit einem eindringlichen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn gewandt. Die Vertretungen von 30.000 Ärztinnen und Ärzten mahnen darin, das Gesundheitssystem steuere auf eine Katastrophe zu. Jeden Tag kämen 100 neue Patienten auf die Intensivstation, das medizinische Personal rase "ungebremst in eine maximale Überlastungssituation, die eine weitere Abwanderung […] zur Folge hat". Das treffe "gerade auch die Nicht-Covid-Patient*innen, und eine mediznische Versorgung bei Herzinfarkten, Verkehrsunfällen oder Tumoroperationen ist nur noch eingeschränkt möglich."

Die Ärztevertreter erklären, die derzeitigen Maßnahmen genügten "nicht ansatzweise", um die neue  Pandemiewelle zu beherrschen. Um zumindest noch eine Chance zu haben, die Intensivmedizin und viele andere Bereiche der Gesundheitsverorgung vor einem Kollaps zu bewahren, fordern die Ärzte:

  • eine verbindliche 2G-Plus-Regelung (genesen oder geimpft und zusätzlich jeweils ein negativer Test) verbindlich für alle Bereiche des öffentlichen Lebens,
  • strikte Kontakteinschränkungen, wo dies nicht sichergestellt werden kann
  • niederschwellige und flächendeckende Impfangebote, inklusive Informationskampagne und Boosterimpfungen für alle.

Außerdem fordern die Ärztevertretungen mehr Anreize für Menschen, in der Pflege zu arbeiten.

18:53 Uhr | Sachsens Fußballverband setzt Landesspielbetrieb aus

Der Sächsische Fußball-Verband hat den Landesspielbetrieb in allen Altersklassen ausgesetzt. Das teilte der Verband am Mittwoch auf seiner Homepage mit. Der SFV-Vorstand fasste bereits am 10. Oktober den Beschluss, dass der Spielbetrieb für die Dauer der Überlastungsstufe unterbrochen wird.

Sachsen hat am Mittwoch den dritten Tag hintereinander die Überlastungsstufe überschritten. Damit greifen laut Coronaschutz-Verordnung ab Freitag schärfere Regeln wie etwa Kontaktbeschränkungen.

Volkmar Beier vom Sächsischen Fußballverband im Interview 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

18:40 Uhr | Demonstration vor Thüringer Landtag

Vor dem Landtag in Erfurt hat eine größere Gruppe von Menschen gegen die Corona-Politik in Thüringen demonstriert. Auf einigen Plakaten war von einer "Corona-Diktatur" die Rede. In Thüringen hatte das Kabinett am Dienstag beschlossen, in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens eine 2G-Pflicht einzuführen. Thüringen zählt mit Sachsen und Bayern zu den Bundesländern, die am stärksten von der vierten Corona-Welle betroffen sind. Laut Robert Koch-Institut lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 569,0. Das Risklayer-Projekt aus Karlsruhe, das die Daten direkt von den Gesundheitsämtern abfragt, gibt die Inzidenz mit 562 an.

17:55 Uhr | SPD warnt Union vor Blockade des Infektionsschutzgesetzes

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Fraktionschef Rolf Mützenich haben an die Union appelliert, die Pläne der Ampel-Fraktionen zur Corona-Bekämpfung nicht zu blockieren. Scholz sagte, jetzt sei ein Moment, in dem man als Land zusammenhalten müsse. Mützenich betonte, die Bevölkerung wolle keine parteipolitische Auseinandersetzung. Es gehe um eine große gesundheitspolitische Herausforderung, die müsse man gemeinsam angehen.  

Zuvor hatte die NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in einem Brief an Scholz geschrieben, das von SPD, Grünen und FDP initiierte Infektionsschutzgesetz sei im Bundesrat nicht  zustimmungsfähig. Die Union ist an acht von 16 Länderregierungen beteiligt und könnte eine Abstimmung blockieren. Auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus stellte eine Zustimmung in Frage. Der Bundesrat berät morgen über den Gesetzentwurf.

16:56 Uhr | Lokführergewerkschaft gegen 3G in Zügen

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer lehnt Pläne für 3G in Zügen strikt ab. GDL-Chef Claus Weselsky sagte MDR AKTUELL, freie Fahrt nur noch für Geimpfte, Genesene oder aktuell Getestete könne nicht funktionieren.

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, informiert bei der Pressekonferenz über das weitere Vorgehen im Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn
Claus Weselsky: Wer eine Fahrkarte kauft, hat das Recht Zug zu fahren Bildrechte: imago images/Mauersberger

Wer eine Fahrkarte kaufe, habe auch das Recht, den Zug zu benutzen. Es gebe in Deutschland auch keinerlei Zugangskontrollen an Bahnhöfen. Zugbegleiter könnten diese Aufgaben nicht übernehmen. Sie seien keine Vollzugsbeamten. Die Bundespolizei sei jetzt schon unterbesetzt und werde das auch nicht können.

Weselsky zufolge haben sich die geltenden Regeln in den Zügen als ausreichend erwiesen. Die Infektionszahlen seien nicht höher als an anderer Stelle.

16:16 Uhr | Novavax beantragt Zulassung für Totimpfstoff

Der US-Pharmakonzern Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union beantragt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA teilte mit, sie habe bereits mit der Prüfung begonnen und werde in einem beschleunigten Verfahren voraussichtlich in "einigen Wochen" eine Entscheidung bekanntgeben.

Novavax-Coronaserum-Impfstoffdose
Zulassung für Novavax in der EU beantragt Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Anders als die Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna, die ihre Corona-Impfstoffe auf Grundlage der neuartigen mRNA-Technologie herstellen, setzt Novavax bei seinem Vakzin auf eine traditionelle Methode. Es handelt sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des Coronavirus enthält.

Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper und kann so eine Covid-19-Erkrankung abwehren. Weil der Impfstoff sich bei Kühlschranktemperatur lagern lässt, gilt das Mittel als Hoffnungsträger für ärmere Länder. Doch auch in Deutschland haben viele Menschen erklärt, sie würden mit einer Impfung auf dieses Vakzin warten.

16:09 Uhr | Warum Impfungen unterschiedlich lange wirken

Wenn man gegen Hepatitis A geimpft wird, merkt sich das Immunsystem den Erreger zwanzig Jahre lang, gegen Tetanus ist man bis zu zehn Jahre nach einer Impfung immun und gegen Keuchhusten nur für fünf. Um gegen Covid-19 geschützt zu sein, braucht es zwei Impfungen und nach einem halben Jahr schon wieder einen Booster. Wie kann man das verstehen?

15:27 Uhr | Thüringer Landtag schickt AfD-Abgeordnete auf Tribüne

Die Landtagssitzung hat mit einer Unterbrechung begonnen, weil neun AfD-Abgeordnete auf der Tribüne statt im Sitzungssaal Platz nehmen mussten. Landtagspräsidentin Birgit Keller hatte vor zwei Tagen schärfere Infektionsschutzmaßnahmen verkündet. Abgeordnete und Mitarbeiter dürfen nur noch mit einem negativen Corona-Test direkt im Saal an der Sitzung teilnehmen. Der Test muss dabei von medizinischem Personal vorgenommen werden. Dazu stellt der Landtag Testangebote an Sitzungstagen zur Verfügung.

Mehrere AfD-Abgeordnete beschwerten sich, dass Schnelltestes, die nicht im Landtag gemacht wurden, nicht anerkannt werden. Die AfD-Fraktion beantragte daher eine Sitzungsunterbrechung und die Einberufung des Ältestenrates.

15:02 Uhr | Großrazzia in Hessen gegen Fälscher von Impfpässen

Mit einer Großrazzia ist die hessische Polizei gegen Fälschungen von Impfpässen vorgegangen. LKA und Staatsanwaltschaft teilten mit, dabei seien die beiden mutmaßlichen Fälscher sowie zehn mutmaßliche Käufer vorläufig festgenommen worden. Durchsucht worden seien Objekte u.a. in

Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Frankfurt am Main und Kassel. Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen mindestens 300 Impfzertifikate gefälscht haben, die für 100 bis 400 Euro verkauft worden seien.

14:27 Uhr | Überlastungsstufe in Sachsens Kliniken erreicht

Sachsen hat die Überlastungsstufe bei den Krankenhausbetten offiziell erreicht. Das teilte das Sozialministerium in Dresden mit. Demnach wurde der Schwellenwert von 1.300 mit Corona-Patienten belegten Betten auf Normalstation den dritten Tag in Folge überschritten. Das Ministerium gab den Wert am Mittwoch mit 1.520 Betten an.

Mit der Corona-Überlastungsstufe gelten im Freistaat ab Freitag verschärfte Regeln und Kontaktbeschränkungen. Unter anderem dürfen sich dann Angehörige eines Haushalts nur mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 zählen nicht mit. In der Gastronomie sowie im Einzelhandel mit Ausnahme von Supermärkten und Drogerien soll dann ab Montag 2G gelten. Am Freitag soll eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen werden.

14:04 Uhr | Mehrere Corona-Fälle beim 1. FC Magdeburg

Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg muss aufgrund zahlreicher Corona-Fälle im Team das Spiel beim FSV Zwickau an diesem Samstag absagen. Wie der FCM mitteilte, gab es bei einer umfangreichen PCR-Testung der gesamten Mannschaft, des Trainerstabs und des direkten Mannschaftsumfeldes 13 positive Covid-19-Befunde. Weiter hieß es, alle Spieler seien geimpft oder genesen. Bisher gebe es deshalb ausschließlich milde Krankheitsverläufe. Wann die Partie gegen Zwickau nachgeholt werden soll, steht noch nicht fest.

12:47 Uhr | Hospitalisierungs-Inzidenz: Merkel mahnt konkrete Schritte an

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die morgige Bund-Länder-Runde aufgefordert, konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle festzulegen. In einer Video-Schalte sagte sie auf dem Deutschen Städtetag in Erfurt, unter anderem müsse geregelt werden, ab welcher Hospitalisierungs-Inzidenz weitere Einschränkungen kommen müssten. Ohne einen Schwellenwert bleibe die Hospitalisierungs-Inzidenz ein zahnloser Tiger. Man könne nicht erst handeln, wenn die Intensivstationen voll seien.



Die Kanzlerin zeigte sich besorgt über die Lage in einigen Landkreisen, wo eine bestmögliche Behandlung aller Patienten bereits nicht mehr möglich sei. Merkel forderte zudem eine Kraftanstrengung bei Auffrischungsimpfungen. Israel zeige, dass man mit Booster-Impfungen die Welle brechen könne.

12:28 Uhr | Bad Frankenhausen: Kostenlose Tests in Kitas

In den Kindergärten in Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis können Eltern ihre Kinder ab kommender Woche freiwillig und kostenlos auf Corona testen lassen. Bürgermeister Matthias Strejc sagte, mit dem Angebot solle den Familien in der kritischen Situation ein Stück Sicherheit gegeben werden. Die Stadt komme für die Kosten auf, das Land schreibe derzeit keine Tests in Kindergärten vor. Strejc rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von etwa 4.000 Euro, wenn etwa die Hälfte der Kinder zweimal wöchentlich getestet wird.

12:10 Uhr | Bericht einer Intensivpflegerin auf der Corona-Intensivstation

Im Universitätsklinikum Dresden liegen derzeit 19 Patienten auf der Corona-Intensivstation. 18 von ihnen sind ungeimpft. Die ARD-Tagesthemen haben für ihre Reihe "Mittendrin" mit Intensivpflegerin Michaela Strätz über ihre Arbeit gesprochen. Mehr dazu erfahren Sie hier:

11:56 Uhr | Mehr als 430.000 Impfungen an einem Tag

In Deutschland sind am Dienstag 436.000 Menschen geimpft worden. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit und erklärte zugleich, gut 300.000 Impfungen seien zur Auffrischung gewesen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das sei die höchste Zahl seit längerer Zeit gewesen. Sie sei noch nicht ausreichend, gehe aber in die richtige Richtung. Seibert sprach von einem "Zeichen dafür, dass viele Bürger und Bürgerinnen die Notwendigkeit erkannt haben".

11:41 Uhr | Schleswig-Holstein verschärft Corona-Regeln im Innenbereich

Wegen der zunehmenden Zahl an Corona-Fällen sollen Ungeimpfte in Schleswig-Holstein ab Montag keinen Zutritt mehr zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt erhalten. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther in Kiel an. Ausnahmen soll es demnach aber für Friseure sowie medizinische und pflegerische Dienstleistungen geben.

Zudem beschloss die Landesregierung, dass Schüler ab Montag im Unterricht wieder eine Maske tragen müssen. Schleswig-Holstein hat im bundesweiten Vergleich mit 107,1 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz.

11:13 Uhr | Weiterer Todesfall in Jenaer Seniorenheim

In dem von einem Corona-Ausbruch betroffenen Jenaer Seniorenheim ist ein weiterer Bewohner gestorben. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle auf sieben erhöht. Ein Sprecher sagte, insgesamt seien mehr als 70 Bewohner infiziert. Man müsse mit weiteren Todesfällen rechnen. Gesundheitsamt und Heimaufsicht hatten die Einrichtung in dieser Woche kontrolliert. In einem vorläufigen Bericht heißt es, es habe keine schwerwiegenden Defizite gegeben.

10:54 Uhr | Thüringer Linke verkürzt Parteitag

Die Thüringer Linke will ihren für das Wochenende geplanten Landesparteitag wegen der Corona-Lage verkürzen. Ein Sprecher sagte, die rund 140 Delegierten sollten nur noch einen Tag, und zwar am Sonnabend in Bad Blankenburg zusammenkommen. Dabei solle auch ein neuer Landesvorsitz gewählt werden. Die Thüringer Linke soll erstmals von einer Doppelspitze geführt werden. Statt des zweiten Beratungstages ist dem Sprecher zufolge eine Online-Basiskonferenz geplant. Die Linke in Sachsen-Anhalt hatte gestern ihren Landesparteitag für das Wochenende komplett abgesagt.

09:57 Uhr | Österreich verschärft Einreise-Regeln

Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze ab Montag einen PCR-Test vorweisen. Das geht aus einer Verordnung hervor, die Dienstagabend veröffentlicht wurde. Danach werden Antigen-Schnelltests bei der Einreise nur noch bei Grenzpendlern akzeptiert.

Deutschland stuft fast ganz Österreich seit Sonntag als Hochrisikogebiet ein. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

09:25 Uhr | Verband warnt vor 2G im Einzelhandel

Der Einzelhandel warnt vor den neuen Beratungen von Bund und Ländern vor einer 2G-Regelung für Geschäfte. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth, sagte in Berlin, für den Fall einer Einführung einer 2G-Pflicht in den Läden drohe ein massiver Umsatzausfall. Die Maskenpflicht reiche aus, um die Kunden vor einer Ansteckung zu schützen. Vertreter von Bund und Ländern kommen am Donnerstag zu Beratungen zusammen.

Sachsen hatte am Dienstag eine 2G-Regel für den Einzelhandel angekündigt, wenn die Überlastungsstufe in den Krankenhäusern erreicht wird.

08:43 Uhr | Tschechien meldet so viele Neuinfektionen wie noch nie

In Tschechien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einen Rekordwert gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Prag gab es innerhalb von 24 Stunden fast 22.500 neue bestätigte Fälle – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 813. In den Krankenhäusern werden mehr als 4.400 Corona-Patienten behandelt, über 660 befinden sich den Angaben zufolge in einem ernsten Zustand. Die tschechische Regierung will morgen über weitere Corona-Maßnahmen beraten.

08:16 Uhr | Intensivmediziner Bauer: Lage ist gefährlich

Der Jenaer Intensivmediziner Michael Bauer hat die Corona-Lage als gefährlich bezeichnet. Bauer sagte MDR THÜRINGEN, wenn nicht eine Impfquote von 85 oder 90 Prozent erreicht werde wie beispielsweise in Spanien oder Portugal, werde der Effekt der Herdenimmunität nicht sichtbar.

Bauer leitet die Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena. Nach seinen Angaben gibt es auf der Covid-Station in Jena schon lange keine freien Betten mehr. "Wenn ein Patient kommt, muss ein anderer, stabiler Patient gehen", beschreibt Bauer die Lage.

07:48 Uhr | Bund bietet Hilfe des THW an

Der Bund hat den Ländern Hilfe durch das Technische Hilfswerk und den Katastrophenschutz angeboten. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Darin heißt es, das THW könnte Ländern und Kommunen beim Wiederaufbau von Impfzentren helfen. Auch für die Errichtung von Corona-Test-Stationen und für mögliche Umbaumaßnahmen in Krankenhäusern stünden ehrenamtliche Helfer bereit. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet demnach an, über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern noch frühzeitiger und verstärkt bei der bundesweiten Verlegung von Intensiv-Patienten zu unterstützen.

Die Angebote des Bundes könnten der dpa zufolge bei der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz besprochen werden.

07:22 Uhr | Linken-Politiker fordert 500 Euro Impfprämie

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke hat eine Geldprämie für alle Impfwilligen gefordert. Der frühere Brandenburger Finanzminister sagte dem Nachrichtenportal "t-online", der Staat solle 300 Euro für den ersten vollständigen Impfschutz zahlen und 200 Euro für die Auffrischung. Die Zahlung solle auch nachträglich jedem zukommen, der sich bereits habe impfen lassen. Görke betonte, 500 Euro seien angemessen. Den Gesamtaufwand bezifferte er auf 37,5 Milliarden Euro. Das könne der Bundeshaushalt verkraften. Ziel sei eine Impfquote von bis zu 89 Prozent.

07:16 Uhr | Kein Weihnachtsmarkt in Heiligenstadt

Die Stadt Heiligenstadt hat den Weihnachtsmarkt nun doch abgesagt. In einer Mitteilung heißt es, der Markt könne aufgrund der weiter steigenden Corona-Inzidenzen und der dramatischen Situation im Klinikum nicht stattfinden. Noch vor knapp zwei Wochen hatte Heiligenstadt mit Weihnachtshütten in der neuen Fußgängerzone vom 2. bis 30 Dezember geplant.

Auh in Südthüringen sind weitere Weihnachtsmärkte und vorweihnachtliche Veranstaltungen abgesagt worden. Wie die Bürgermeister mitteilten, finden die Weihnachtsmärkte in Eisfeld und Themar im Landkreis Hildburghausen nicht statt. Grund dafür sei die aktuell unsichere Corona-Lage. Auch die Seniorenweihnachtsfeiern in Hildburghausen wurden von der Stadt abgesagt.

06:51 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Die bundesweite Corona-Inzidenz hat den zehnten Tag in Folge einen neuen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 319,5 an. Gestern lag er bei 314, vor einer Woche bei 232. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 52.826neue Infektionen. Das sind gut 13.000 mehr als vor einer Woche. Gemeldet wurden zudem 294 neue Todesfälle.

Bei den Bundesländern hat dem RKI zufolge nach wie vor Sachsen die höchste Inzidenz. Sie liegt jetzt bei 742,2. Es folgen Thüringen mit 569,0 und Bayern mit 568,4. Bei den Landkreisen hat Meißen den bundesweit höchsten Wert mit 1.304,6. Aus Mitteldeutschland liegen zudem noch die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sonneberg und der Landkreis Leipzig über der Marke von 1.000.

Daten des Projekts Risklayer sehen die Inzidenz in Sachsen deutlich höher als das Robert Koch-Institut. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wird hier für den Freistaat mit 880 angegeben.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner gab das RKI mit 4,9 an. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit 2020 bei 15,5. Auf den Intensivstationen in Sachsen liegen aktuell 344 Corona-Patienten, in Thüringen sind es 184, in Sachsen-Anhalt 85.

06:42 Uhr | Mertens: Stiko plant Booster-Empfehlung ab 18

Die Ständige Impfkommission plant nach Aussage ihres Vorsitzenden Thomas Mertens, die Auffrischungsimpfung ab 18 Jahren zu empfehlen. Mertens sagte im ZDF, das Gremium werde heute darüber beraten und es werde nicht lange dauern, bis die Empfehlung komme. Er verwies zugleich darauf, dass derzeit in Deutschland nur rund elf Prozent der Über-60-Jährigen geboostert seien. Derzeit empfiehlt die Stiko die dritte Spritze vor allem für Menschen ab 70 und das medizinische Personal.

Der Hausärzteverband will das vorerst so beibehalten. Verbandschef Ulrich Weigeldt sagte den Funke Medien, bei den weniger gefährdeten jüngeren Menschen sei es nach bisherigen Erkenntnissen nicht erforderlich, auf den Tag genau nach sechs Monaten die Booster-Impfung durchzuführen.

06:28 Uhr | Polizei rechnet mit mehr Konflikten und Anzeigen

Die Polizei in Sachsen und Sachsen-Anhalt rechnet mit mehr Konflikten und Anzeigen durch die Einführung strengerer Corona-Schutzmaßnahmen. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt, Uwe Bachmann, sagte MDR AKTUELL, die irrationalen Handlungen nähmen zu. Je länger die Corona-Situation anhalte, desto stärker erhitzten sich die Gemüter. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Polizei Leipzig, Olaf Hoppe. In den nächsten Tagen und Wochen werde die Kontrolldichte steigen. Dann werde auch die Zahl der Anzeigen zunehmen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 17. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. November 2021 | 06:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/lauterbach-vierte-impfung-pflegeheimbewohner100.html

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