Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Whistleblowerin wirft Pfizer Fahrlässigkeit vor

Eine Whistleblowerin hat dem von Pfizer beauftragten Unternehmen Ventavia Fahrlässigkeit in einer Impfstudie vorgeworfen. Experten sehen die Wirksamkeit nicht in Frage gestellt. Bayern zieht die Corona-Zügel wieder an: In Hotspots soll künftig eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz gelten. In den USA werden jetzt auch fünf bis elf Jahre alte Kinder geimpft Hierzulande wächst inzwischen die Sorge um die Lage in den Alten- und Pflegeheime. Aktuelle Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Impfstoff von Biontech/Pfizer
Eine Whistleblowerin wirft dem von Pfizer beauftragten Unternehmen Ventavia vor, nachlässig geforscht zu haben. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 3. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:40 Uhr | NRW-Ministerpräsident für Testpflicht in Heimen

Der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, hat sich für verpflichtende Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen ausgesprochen. Es könne nicht sein, "dass wir nach all den Monaten der Erfahrungen wieder die Fehler machen vom Anfang der Pandemie, wo Menschen einsam gestorben sind", sagte er am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen". Zugleich bekräftigte Wüst seine Unterstützung für ein baldiges Bund/Länder-Treffen zur Abstimmung des weiteren Vorgehens angesichts der stark steigenden Infektionszahlen – trotz der noch laufenden Koalitionsverhandlungen. "Das Virus wird nicht abwarten, bis in Berlin alles wieder ordentlich sortiert ist", sagte er.

22:30 Uhr | Inzidenzen im Überblick

Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch 20.398 Corona-Neuinfektionen – 2.814 mehr als noch vor einer Woche. Die Inzidenzen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sehen Sie hier:

21:45 Uhr | So reagiert die Kulturszene auf 2G in Sachsen

Die Infektionszahlen in Sachsen steigen wieder, die Bettenbelegung der Krankenhäuser übersteigt die Vorwarnstufe. Die Sächsische Landesregierung plant deshalb in der neuen Corona-Schutzverordnung eine 2G-Regelung für Gastronomie und Veranstaltungen in Innenräumen. Davon betroffen ist dann auch die Kulturszene. Wie reagieren die Kulturbetriebe darauf? MDR KULTUR hat nachgefragt:

20:10 Uhr | Corona-Newsletter: Die große Ratlosigkeit

Die Corona-Zahlen steigen und die Meldungen werden dramatischer. Viele lässt das ratlos zurück. Eine Zusammenfassung der aktuellen Corona-Daten-Lage und ganz subjektive Gedanken dazu finden Sie im Newsletter unserer Kollegen aus Sachsen-Anhalt:

19:53 Uhr | Thüringen: Booster-Impfungen zunehmend gefragt

Während die Zahlen bei den Corona-Erst- und Zweitimpfungen in Thüringen stagnieren, sind die sogenannten Booster-Impfungen zunehmend gefragt. Wurden vergangene Woche noch rund 11.400 dieser Impfungen zur Stärkung des Impfschutzes gegen Covid-19 verabreicht, kamen in dieser Woche rund 2.000 mehr Menschen zum Impfen zwecks Auffrischung (13.400), wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) am Mittwoch sagte. Mit dem Wegfall der Altersbeschränkungen werde eine weitere Zunahme erwartet. Die Zahlen für Erst- und Zweitimpfungen hingegen blieben laut Sprecher auf dem Niveau der vergangenen Wochen.

19:25 Uhr | Bürgermeister von Los Angeles bei Klimakonferenz positiv auf Corona getestet

Der Bürgermeister der US-Metropole Los Angeles, Eric Garcetti, ist während seiner Teilnahme an der UN-Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Er fühlt sich gut und ist zur Selbstisolation in seinem Hotelzimmer", hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung seines Büros auf Twitter. Er sei vollständig geimpft. Garcetti hatte noch am Morgen an einem Empfang mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon und etwa 40 weiteren Personen teilgenommen.

17:55 Uhr | Whistleblowerin wirft von Pfizer beauftragtem Unternehmen Fahrlässigkeit in Impfstudie vor

Eine frühere Regionaldirektorin der texanischen Forschungsorganisation Ventavia Research Group hat dem Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer in der medizinischen Fachzeitschrift "The BMJ" Fahrlässigkeit in einer Impfstudie vorgeworfen. Pfizer hatte Ventavia mit der Betreuung und Durchführung gewisser Teile seiner klinischen Studie zum Covid-19-Impfstoff Comirnaty beauftragt. Die Frau wirft Ventavia – und damit indirekt auch Pfizer – vor, falsche Impfdaten generiert zu haben.

Man habe die Verblindung von Probanden aufgehoben und den Studienteilnehmern mitgeteilt, welche Behandlung erhalten wurde. Zudem habe man unzureichend geschulte Impfärztinnen und -ärzte beschäftigt und unerwünschte Nebenwirkungen, die im Zuge der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie von Pfizer gemeldet wurden, nur langsam nachverfolgt. Nach Angaben der Whistleblowerin rekrutierte Ventavia insgesamt 1.000 Probandinnen und Probanden für die insgesamt rund 44.000 Versuchspersonen umfassende Studie.

Trotz der Vorwürfe sehen Experten die Wirksamkeit des Impfstoffs nicht infrage gestellt. Ein Artikel reiche nicht aus, "um an der Qualität der klinischen Studie von Biontech/Pfizer zu zweifeln", sagte Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Tübingen. "Das, was die Whistleblowerin aufgedeckt hat, ist ohne Frage unschön", sagt Experte Kremsner. Doch die Impfdaten seien schon in zahlreichen Studien bestätigt worden. Ähnlich äußert sich auch Oliver Cornely, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien Köln. Die Untersuchungszentren des Subunternehmens hätten zudem nur 2,3 Prozent der 44.000 Teilnehmer der Studie betreut, erklärt Cornely.

17:28 Uhr | Bereits vier Corona-Tote in Altenheim in Salzwedel

Die Zahl der Corona-Toten in einem Altenheim in Salzwedel ist auf vier gestiegen. Das hat der Altmarkkreis Salzwedel auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Demnach waren zwei der gestorbenen Bewohner nicht gegen das Virus geimpft. Über die Zahl der Mitarbeiter des Heims und ihren Impfstatus gibt es unterschiedliche Angaben. Nach Zahlen des mobilen Impfteams waren von den 33 Mitarbeitern 18 vollständig geimpft. Das betroffene Altenheim meldete dagegen 44 Mitarbeiter, von denen 28 vollständig geimpft seien. Die Kreisverwaltung wollte die Angaben vorerst nicht bestätigen. Wurde gegen Verordnungen verstoßen? Hat es an Schutzausrüstung gefehlt? Und was geschieht nun? Fragen an den Landrat Michael Ziche:

17:08 Uhr | Kliniken reagieren auf Rekordwert bei Corona-Infektionen in Sachsen

In Sachsen sind binnen eines Tages 4.469 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Das sei ein neuer Rekordwert, teilte das Sozialministerium mit. Der bisherige Höchststand wurde am 23. Dezember 2020 registriert. Damals wurden 3.872 Menschen innerhalb eines Tages positiv auf das Coronavirus getestet. Die Lage an den Kliniken im Land bezeichnet die sächsischen Krankenhausgesellschaft inzwischen als "besorgniserregend".

Die Kliniken müssten immer mehr Betten für Covid-19-Patienten herrichten. "Um diese zu betreiben, muss gleichzeitig der Normalbetrieb runtergefahren werden", sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Friedrich München.

16:28 Uhr | Drei Viertel aller Franzosen sind vollständig geimpft

In Frankreich sind drei Viertel der Bevölkerung inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Da sich die Lage jedoch langsam wieder verschlechtere, sollten sich möglichst viele Menschen über 65 Jahre eine dritte Spritze geben lassen, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Frankreich nach offiziellen Angaben inzwischen wieder bei 60. Fallzahlen und die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken seien leicht steigend, erklärte Attal. Deshalb gelte in 39 Départements nach Ende der Herbstferien nächste Woche in Grundschulen wieder die Maskenpflicht.

Erstmals seit zwei Monaten meldeten die Französischen Gesundheitsbehörden wieder mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

15:10 Uhr | 3G am Arbeitsplatz in bayerischen Corona-Hotspots

Auch Bayern verschärft die Corona-Regeln. In "Hotspots" soll künftig eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz gelten. In Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern müssten dann alle Anwesenden geimpft, genesen oder auf eine Corona-Infektion negativ getestet sein, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch.

Schild fordert Beschäftigte auf, einen 3G-Nachweis bereit zu halten.
3G – in Bayern bald am Arbeitsplatz? Bildrechte: dpa

Das gilt von Samstag an in allen Städten und Landkreisen, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz über 300 liegt und die Intensivbetten zu mindestens 80 Prozent ausgelastet sind. Davon wären derzeit 27 Landkreise und Städte betroffen, sagte Söder.

Bayernweit werden auf Intensivstationen nach dem Divi-Intensivregister derzeit 487 Menschen mit Covid-19 behandelt. Damit steht die Krankenhausampel auf Gelb; Grenzwert dafür sind mindestens 450 mit Covid-Patienten belegte Intensivbetten. Bleibt die Zahl bis zum Wochenende so, wären bayernweit – wie jetzt schon in einigen Hotspots – FFP2-Masken wieder Pflicht. Ausnahmen soll es für Schüler geben. Zudem ist für Ungeimpfte bei Sport- und Kulturveranstaltungen dann ein PCR-Schnelltest erforderlich (3G+).

Sind mehr als 600 Intensivbetten belegt, springt die Krankenhausampel in ganz Bayern auf Rot. Dann gilt nicht nur 3G am Arbeitsplatz, sondern auch 2G bei allen Veranstaltungen.

Länder wie Sachsen und Baden-Württemberg hatten die Maßnahmen bereits in den vergangenen Tagen verschärft. In Baden-Württemberg gilt seit heute: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für zahlreiche Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen einen teuren PCR-Test vorweisen – etwa im Restaurant, Kino, Schwimmbad, Museum oder in der Kantine. Auch die Kontaktbeschränkungen kehren zumindest für Ungeimpfte wieder zurück. So sind Treffen für sie ab sofort auf einen Haushalt und fünf weitere Personen beschränkt.

14:57 Uhr | Vorwarnstufe: Weitere Einschränkungen in Sachsen

In Sachsen gelten von Freitag an weitere Einschränkungen, nachdem die sogenannte Vorwarnstufe nach der Corona-Verordnung erreicht ist. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt dann beispielsweise in Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Krankenhäusern zweimal wöchentlich eine Testpflicht für die Beschäftigten. An privaten Treffen dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen, die aus unterschiedlichen Haushalten stammen dürfen. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sind bei der Zählung ausgenommen, ebenso Geimpfte oder Genesene.

14:50 Uhr | WHO erteilt Notfallzulassung für indischen Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dem Covid-19-Impfstoff des indischen Arzneimittelherstellers Bharat Biotech eine Notfallzulassung erteilt. Die Genehmigung ermöglicht es Bharat Biotech, den als Covaxin bekannten Impfstoff in Länder zu liefern, die sich bei ihren Zulassungsentscheidungen auf die Leitlinien der WHO stützen. Das könnte zudem Millionen von Indern, die die Impfung erhalten haben, helfen, ins Ausland zu reisen.

14:05 Uhr | SCM wendet demnächst die 2G-Regel an

Handball-Bundesligist SC Magdeburg wird wegen der ab 13. November gültigen Landesverordnung in Sachsen-Anhalt die 2G-Regelung bei Heimspielen anwenden. Dazu sieht sich der aktuelle Tabellenführer aus wirtschaftlicher Sicht gezwungen: "Die Möglichkeit 3G mit Abstand und weiteren Einschränkungen stellt keine ernsthafte Alternative dar. Die maximale Kapazität läge dann bei weit unter 1.000 Zuschauern. Dies ist wirtschaftlich nicht vertretbar", wird SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt in einer Pressemitteilung zitiert.

13:40 Uhr | Mehr als 2.200 Covid-Intensivpatienten

Die Zahl der Covid-19 -Patienten auf Intensivstationen ist weiter gestiegen. Nach aktuellen Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lag sie zuletzt nun bei 2.220 und damit so hoch wie seit Anfang Juni nicht mehr.

13:35 Uhr | Regierung für Ausweitung von 2G-Regeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert bei einer Verschärfung der Pandemie für eine Ausweitung der 2G-Regeln durch die Länder. Wenn sich die Lage in Krankenhäusern weiter zuspitze, seien "weitere Beschränkungen nur bei Ungeimpften möglich", sagte Sprecher Steffen Seibert. Merkel sei besorgt.

13:02 Uhr | Sander: Booster für 30 Millionen Menschen

Impfstoff-Experte Leif Sander hält bei etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland baldige Covid-19-Auffrischungsimpfungen für nötig. Das gegenwärtige Tempo reiche nicht, um die gefährdete Gruppe in diesem Winter zu erreichen, sagte der Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Charité in Berlin heute. Er bekräftigte seine Forderung nach einer bundesweit koordinierten Kampagne, von der laut Sander auch ein dämpfender Effekt auf das Infektionsgeschehen insgesamt zu erwarten sei.

12:58 Uhr | Verschärfte Lage in Österreich

In Österreich steigt die Zahl der Intensivpatienten rasant. Am Montag könne der Schwellenwert von 400 belegten Intensiv-Betten überschritten werden, sagte heute Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Erst gestern waren landesweit mehr als 300 belegte Betten gezählt worden. Nach einem Stufenplan, orientiert an der Auslastung der Intensivstationen, gilt ab 500 belegten Betten nur noch die 2G-Regel. Wer nicht geimpft ist, hat dann kaum noch irgendwo Zutritt. Ab einer 30-prozentigen Auslastung oder 600 Betten soll es einen Lockdown für Ungeimpfte geben.

12:18 Uhr | "Die Pandemie ist alles andere als vorbei"

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor der Presse in Berlin heute erklärt: "Die Pandemie ist alles andere als vorbei." Vielmehr rolle ihre vierte Welle "mit voller Wucht".

Er verstehe den Frust des medizinischen Personals, dass sich viele Menschen nicht impfen lassen wollten, sagte Spahn und plädierte dafür, bei sehr hohen Infektionszahlen stärker auf 2G zu setzen, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.

Eine Impfpflicht etwa für Pflegekräfte lehnte der CDU-Politiker jedoch ab. Es gebe zwar eine "moralische Pflicht", eine Impfpflicht aber könne die Gesellschaft spalten und Personalnot in der Pflege noch vergrößern, wenn statt geimpft eben gekündigt werde.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnte: "Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird die vierte Welle viel Leid bringen." Für Ungeimpfte sei das Risiko, sich selbst anzustecken, schwer zu erkranken und andere zu infizieren, sehr viel höher.

Bitte lassen sie sich jetzt impfen!
Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun. Impfstoffe sind sicher und wirksam.

Lothar Wieler, Präsident des RKI

Die Impfungen seien jedoch "keine Wunderwaffe", sagte Wieler weiter. Sie wirkten nicht immer bei allen voll, der Impfschutz könne nachlassen und auch geimpfte Erkrankte könnten das Coronavirus weitergeben. Deshalb brauche es zusätzliche Maßnahmen.

Spahn kritisierte auch das Tempo der Auffrischungsimpfungen in den Ländern. Obwohl bereits vor drei Monaten mit ihnen vereinbart worden sei, Bewohnern in Pflegeheimen und über 60-Jährigen eine Booster-Impfung anzubieten, habe es erst zwei Millionen gegeben. Mit den Ländern berät Spahn morgen und am Freitag. Er wolle aber auch mit Ärztevertretern noch über die Impfungen reden. "Zu viele Impfwillige finden derzeit keinen Arzt, der sie impft."

11:39 Uhr | Thüringer Landesregierung will reagieren

Angesichts der zaghaften Umsetzung der 2G- und 3G-Plus-Regelungen in Landkreisen der dritten Warnstufe kann sich das Gesundheitsministerium in Thüringen auch eine verpflichtende Regel für Kommunen vorstellen. Das sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Zuvor hatten mehrere Kommunen in der Warnstufe drei erklärt, entgegen der Empfehlung des Ministeriums weiterhin auch Menschen mit negativem Schnelltest den Zugang zu Gaststätten oder Veranstaltungen ermöglichen zu wollen.

11:36 Uhr | Hamburg ändert Kontaktverfolgung

Die Stadt Hamburg ändert bei der Kontaktnachverfolgung ihre Strategie und lässt einen Teil der Arbeit nun Coronavirus-Infizierte erledigen. Sie werden laut Gesundheitsbehörde verpflichtet, künftig ihre Kontaktpersonen selbst zu informieren. Diese seien vermutlich überwiegend geimpft und damit nicht quarantänepflichtig.

11:20 Uhr | Neuer Bund-Länder-Gipfel in Planung

Bund und Länder steuern auf einen neuen Corona-Gipfel zu. Nachdem sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür ausgesprochen hatten, wird in Länderkreisen sondiert, ob ein baldiges Treffen stattfinden könnte. Dabei soll es darum gehen, wie auf die stark steigenden Zahlen bei Infektion, Intensivpatienten und Corona-Toten reagiert werden kann. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) berät bereits morgen und an Freitag mit seinen Länder-Kollegen und Kolleginnen über weitere Impfungen und die von ihm vorgeschlagene Wiedereröffnung von Impfzentren.

10:55 Uhr | Impfquote jetzt bei 66,8 Prozent

Mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. Wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von heute Vormittag hervorgeht, waren 69,5 Prozent der Menschen mindestens einmal und 66,8 Prozent vollständig geimpft. Während Bremen mit 78,4 Prozent den höchsten Anteil vollständig geimpfter Einwohner hatte, lag Sachsen mit 56,8 Prozent am Ende der Liste.

10:30 Uhr | Demonstrationen gegen Corona-Politik in Kiew

Hunderte Impfgegner haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew den Verkehr lahmgelegt. Sie protestierten gegen Impfpflichten und Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Coronavirus-Pandemie. Für einige öffentlich Beschäftigte gibt es inzwischen eine Impfpflicht und in "roten Zonen" darf in Restaurants und öffentliche Verkehrsmittel nur noch, wer geimpft ist oder negativ getestet.

10:18 Uhr | Zwei Tote in Pflegeheim in der Altmark

Nach einem Covid-19-Ausbruch sind in einem Altenheim im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt jetzt zwei Menschen gestorben. Von 45 Heimbewohnern seien 29 infiziert, bestätigte Landrat Michael Ziche dem MDR. Mit 35 Fällen ist demnach auch ein Teil der Pflegekräfte infiziert, die meisten, auch der Heimleiter, seien nicht geimpft. Auch sollen in dem Heim keinerlei Hygienemittel vorhanden gewesen seien. Es ist jedoch weiter in Betrieb.

10:00 Uhr | Leichte Beruhigung des Infektionsgeschehens

Das Risklayer-Datenprojekt und das Robert Koch-Institut (RKI) beobachten eine leichte Beruhigung des Infektionsgeschehens. So meldet das RKI für Mittwoch bundesweit 20.398 neue Fälle, 2.814 weniger als vor einer Woche. Risklayer, mit in der Regel aktuelleren Daten, meldet 15.851 Neuinfektionen. Damit bliebe die Inzidenz stabil bei 161,6, während das RKI sie mit 146,6 angibt.

Steigende Inzidenzen meldet Risklayer weiter für Thüringen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 325,5 Fällen pro 100.000 Einwohner, vor Sachsen mit 321,9 Fällen. Sachsen-Anhalt lag demnach jetzt bei 157,2 – obwohl wegen der Feiertage in einzelnen Bundesländern am Sonntag (Reformationstag) und am Montag (Allerheiligen) die Zahlen mit Vorbehalt zu sehen sind. Vor allem beim RKI kommt es nach Feiertagen oft zu Verzögerung und Nachmeldungen.

Eine Grafik zeigt anhand von Linien den Verlauf der Corona-Inzidenzen in Deutschland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Interessant ist heute ein Vergleich mit der Lage vor einem Jahr. Damals wurde am 2. November das öffentliche Leben weitgehend runtergefahren, Kultur- und Freizeitreinrichtungen, Restaurants und Hotels mussten schließen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hatte damals bei lediglich 120,1 gelegen. Unser Video vergleicht die Entwicklung im Herbst 2020 mit der in diesem Jahr:

09:58 Uhr | Viele neue Infektionen in Polen

In Polen ist steigt die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen sprunghaft gestiegen. Mehr als 10.400 Fälle seien binnen eines Tages registriert worden, sagte Regierungssprecher Pjotr Muller dem Hörfunksender Radio Plus. Das sei ein Anstieg von 24 Prozent innerhalb einer Woche. Zuletzt hatte die Zahl der täglich neu bestätigten Infektionen Ende April über 10.000 gelegen. 

09:35 Uhr | Probleme im Gesundheitsamt in Dresden

Während die Wocheninzidenz in Sachsen weiter steigt, ist im Gesundheitsamt in Dresden die Kontaktnachverfolgung nicht mehr gesichert. Es komme zu einem Rückstau in der Bearbeitung, hieß es auf MDR-Anfrage. Dem solle nun durch mehr Personal aus anderen Teilen der Stadtverwaltung entgegengesteuert werden.

09:20 Uhr | Marburger-Bund-Chefin fordert 2G als Regel

Die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna, hat sich für einen "Lockdown light" für Ungeimpfte ausgesprochen. Sie sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", 2G solle Standard in allen Bereichen des öffentlichen Lebens werden, etwa in der Gastronomie. Mit 2G-Regel hätten noch geimpfte und genesene Gäste einen Zutritt. Zur Arbeit sollten Ungeimpfte wie in Österreich nur mit negativem Test dürfen, sagte Johna weiter.

Zur Begründung hieß es, Deutschland habe etwa 13 Millionen ungeimpfte Erwachsene, und von mehr als zehn Millionen über 70-Jährigen hätten weniger als zwei Millionen schon dritte Impfungen: "Wenn sich in kürzester Zeit die Ungeimpften infizieren und ein kleinerer Teil der Geimpften, werden je nach regionaler Inzidenz auch Krankenhäuser wieder an Grenzen kommen." Johna forderte auch eine Kampagne für Drittimpfungen. Die Wiedereröffnung der Impfzentren hält sie dabei – anders als Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) – nicht für nötig. Sie plädierte für mobile Impfteams und Impfbusse, die bislang gut angenommen worden seien.

08:44 Uhr | Anfragen nach längerem "Genesen"-Status

Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen verzeichnet die Verwaltung eine erhöhte Anfrage von Genesenen, die ihren Schutzstatus verlängern möchten. Dass das nicht möglich ist, scheinen viele nicht zu wissen.

Den Schutz vor Covid-19-Erkrankungen kann laut Kreisverwaltung nur eine Impfung verlängern, die nach neueren Erkenntnissen aus der Wissenschaft sogar besonders effektiv zu sein scheint, wenn ein Mensch zuvor schon einmal infiziert gewesen ist.

08:12 Uhr | Patientenschützer gegen 2G für Pflegeheime

Patientenschützer kritisieren Pläne der Gesundheitsminister, Pflegeheimen das 2G-Modell zu ermöglichen. Bei der 2G-Regel dürften nur geimpfte oder genesene Personen in die Heime, die sich so auch Kosten und Aufwand für Testungen sparen könnten. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das sei unverantwortlich. Er forderte, dass die Minister bei ihrer Konferenz am Donnerstag und Freitag eine Isolation von 900.000 Menschen in Heimen verhindern. Es brauche verpflichtende und kostenlose Tests für Mitarbeiter, Besucher und Bewohner täglich, auch für geimpfte und genesene. Tests zweimal die Woche, wie vorgesehen, reichten nicht aus.

07:53 Uhr | Spahn äußert sich zu Booster-Impfungen

In der Debatte über Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19-Erkrankungen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute noch einmal Stellung beziehen. Derweil verschärfen manche Bundesländer ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. In Baden-Württemberg etwa gelten ab heute strengere Regeln für ungeimpfte Menschen. In Sachsen ist dergleichen in Arbeit.

07:07 Uhr | Sorgen um sächsische Pflegeheime

Die Linke in Sachen sieht die Alten- und Pflegeheime nicht gut gerüstet. Als Beispiel nannte Fraktionschef Rico Gebhardt bei MDR AKTUELL die Covid-19-Impfquote der Beschäftigten oder die Frage, wer dort wann getestet werde. Deshalb könne Sachsen wieder in eine schwierige Situation geraten. Die sächsische Arbeiterwohlfahrt kritisierte ein zu langsames Impftempo bei Heimbewohnern.

Der für Seniorenarbeit zuständige AWO-Mitarbeiter Peter Buchmann sagte, ohne Impfzentren müssten die alten Menschen von Hausärzten geimpft werden. Die Impfquote könne höher sein, wenn mehr mobile Impfteams in die Heime kämen. Dazu sagte jedoch die SPD-Gesundheitsexpertin Simone Lang, dass die mobilen Impfteams in Sachsen derzeit nicht ausgelastet seien.

06:30 Uhr | Impfungen für Fünf- bis Elfjährige in den USA

In den USA starten die Covid-19-Impfungen für Kinder im Alter von fünf und elf Jahren. Nachdem die Gesundheitsbehörde CDC gestern eine Impfempfehlung für diese Altersgruppe mit dem Mittel von Biontech/Pfizer ausgesprochen hatte, wurden noch am Abend die ersten Kinder geimpft. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Ende vergangener Woche eine Notfallzulassung erteilt.

06:01 Uhr | Lauterbach besorgt wegen Weihnachtszeit

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht der Advents- und Weihnachtszeit mit Sorge entgegen. Er sagte der "Rheinische Post", obwohl bereits viele Menschen geimpft seien, könne es immer noch zu einer Überlastung der Krankenhäuser kommen. Erste Intensivstationen seien bereits am Limit. Nach Einschätzung von Lauterbach sollten deshalb in Restaurants, Kinos und anderen Einrichtungen strenge 2G-Vorschriften durchgesetzt werden. Zugang hätten dann nur noch Geimpfte und Genesene. Zudem müssten die Länder schnell Auffrischungsimpfung für Ältere ermöglichen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 03. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. November 2021 | 06:00 Uhr

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt, dass eine vierte Impfung den Schutz von Pflegeheimbewohnern vor einem tödlichen Verlauf bei einer Corona-Infektion detlich verbessert.

Do 06.10.2022 16:01Uhr 00:46 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/lauterbach-vierte-impfung-pflegeheimbewohner100.html

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