Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: G20 wollen 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen

Bis Mitte 2022 sollen weltweit 70 Prozent aller Menschen gegen Corona geimpft werden. Sachsen und Thüringen geben ab November Booster-Impfungen für alle frei. Die Zahl der Impfdurchbrüche steigt. Alle aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Menschen aus Nicaragua warten in einem Impfzentrum auf eine Dosis eines Covid-Impfstoffs.
Menschen aus Nicaragua warten in einem Impfzentrum auf eine Dosis eines Covid-Impfstoffs. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 29. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:33 Uhr | USA: Notfallzulassung für Impfung von Kindern mit Biontech

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung auch für den Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren bekommen. Nachdem ein Beratergremium sich am Dienstag dafür ausgesprochen hatte, gewährte die US-Arzneimittelbehörde die Zulassung am Freitag. Im Anschluss muss sich formell noch die Gesundheitsbehörde CDC damit befassen. Damit kann die Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA noch im November starten. Innerhalb der kommenden Tage sollen 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausgeliefert werden. Auch in Europa haben das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer eine Zulassung ihres Impfstoffs für Kinder dieser Altersgruppe beantragt.

20:05 Uhr | Schutzwochen an sächsischen Schulen

Am Montag geht in Sachsen wieder die Schule los. Nach den Herbstferien gelten spezielle Corona-Schutzregeln. Was konkret geplant ist, fasst MDR SACHSEN zusammen:

19:52 Uhr | Thüringer Kommunen kritisieren neue Corona-Regeln

Der Thüringer Landkreistag ist unzufrieden mit den neuen Corona-Regeln der Landesregierung, die ab morgen gelten. Verbandspräsidentin Martina Schweinsburg sagte, eine flächendeckende Anwendung von 2G- oder 3G-plus-Modellen komme für kleinere Geschäfte und Gaststätten im ländlichen Raum praktisch einer Schließung gleich. Sie forderte eine Anhörung der Kommunen.

Auch vom Mittelstand kam Kritik. Die IHK Südthüringen erklärte unter Berufung auf eine eigene Umfrage, fast zwei Drittel der Wirte in der Region hielten beide Optionen für nicht umsetzbar. Laut der neuen Corona-Verordnung werden die beiden Modelle ab morgen auf den gesamten Gastronomiebereich und auf religiöse Versammlungen ausgeweitet.

Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt, bei 3G plus reicht auch ein negativer PCR-Test.

19:12 Uhr | G20 wollen 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen

Bis Mitte nächsten Jahres sollen aus Sicht der G20-Finanz- und Gesundheitsminister "in allen Ländern" der Welt rund 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Bei ihren Beratungen vor dem G20-Gipfel in Rom stellten sich die Minister der großen Industrieländer damit hinter das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bis Ende 2021 sollen dafür schon 40 Prozent geimpft sein, wie aus dem Kommuniqué zum Abschluss des Treffens weiter hervorging.

Während in den reichen Ländern heute bereits rund 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, sind es in armen Ländern nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen zwei und vier Prozent.

19:05 Uhr | Booster-Impfungen gegen die neue Infektionswelle

Mit Auffrischungsimpfungen will die Politik die neueste Corona-Welle dämpfen. Sachsen und Thüringen gehen voran. Die SPD fordert aber auch bundesweit mehr Tempo bei den Booster-Impfungen:

16:16 Uhr | Sächsische Impfkommission empfiehlt Booster-Impfung ab 18

Sechs Monate nach den ersten beiden Corona-Impfungen sollten alle Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung ins Auge fassen. Diese Empfehlung hat jetzt die Sächsische Impfkommission ausgesprochen. Bisher haben Experten vor allem Älteren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen die Booster-Impfung ans Herz gelegt. Mehr dazu im Artikel von unseren Kollegen von MDR SACHSEN:

15:48 Uhr | Thüringen: Corona-Auffrischimpfungen für alle Altersgruppen

Thüringen gibt angesichts rasant steigender Corona-Zahlen Auffrisch-Impfungen für alle Altersgruppen frei. Das gab Gesundheitsministerin Heike Werner bekannt. Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor gemeldet, dass in Thüringen so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie registriert wurden. Binnen 24 Stunden waren es mehr als 1.500 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 288,9 und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Die Hospitalisierungsrate ist rund drei mal so hoch wie in den meisten anderen Bundesländern.

Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums kann nun jeder, der eine weitere Impfung wünscht, sich an eine Impfstelle wenden. Außerdem würden die Fristen verkürzt. Wer den Wirkstoff von Biontech, Moderna oder AstraZeneca erhalten habe, könne bereits fünf Monate später erneut geimpft werden. Bei Johnson & Johnson beträgt die Frist nur vier Wochen.

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen werden zudem die Corona-Regeln verschärft. Dem Gesundheitsministerium zufolge sieht die überarbeitete Landesverordnung vor, das 2G- oder 3G-plus-Modell auch auf Restaurants, Gaststätten und religiöse Zusammenkünfte auszuweiten. Zugang hat dann nur, wer geimpft oder genesen ist, bei 3G plus ist auch ein negativer PCR-Test möglich. Ab Warnstufe zwei können Landkreise die verschärften Regeln einführen, ab Warnstufe 3 sind sie verpflichtend.

14:09 Uhr Update | RKI: Anteil an Impfdurchbrüchen steigt

Von Anfang Februar bis Ende voriger Woche hat das Robert Koch-Institut 117.763 wahrscheinliche Impfdurchbrüche registriert. Das sind 0,2 Prozent aller vollständig geimpften Menschen in Deutschland. Wie aus dem RKI-Wochenbericht hervorgeht, starben insgesamt 1.076 Menschen mit Impfdurchbrüchen, 782 von ihnen waren mindestens 80 Jahre alt. Die mit Abstand meisten Infektionen gab es demnach weiterhin bei den Ungeimpften. Der Anteil vollständig Geimpfter unter den Meldefällen sei aber in den vergangenen Wochen insbesondere bei Menschen über 60 Jahren gestiegen. In dieser Altersgruppe waren es seit Februar 16,1 Prozent, seit dem 27. September dagegen 58,9 Prozent.

Das RKI wertet die Zahl der Impfdurchbrüche dennoch als Bestätigung der hohen Wirksamkeit der Impfstoffe. Mit einer zunehmenden Zahl an Geimpften und einer verstärkten Ausbreitung des Virus sei auch eine Zunahme von Durchbruchinfektionen „erwartbar“. Nach Schätzungen des RKI schützt eine vollständige Impfung Menschen ab 60 Jahren weiterhin zu etwa 85 Prozent vor einem tödlichen Verlauf, bei den 18- bis 59-Jährigen liegt dieser Schutz sogar bei 98 Prozent. Auch eine Hospitalisierung und Behandlung auf einer Intensivstation werden durch eine Impfung deutlich unwahrscheinlicher.

Als Impfdurchbruch definiert das RKI Infektionen mit Sars-CoV-2 mit klinischer Symptomatik, obwohl eine Person seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist.

Die Grafik zeigt den Stand der Corona-Impfungen in Deutschland am 28.10.2021.
Bildrechte: MDR

12:16 Uhr | Interview: Wie bringt man Impfverweigerer zum Umdenken?

Wie kann man die Gruppe der Impfverweigerer zu einem Umdenken bringen? Der Leipziger Kommunikationsexperte Uwe Hitschfeld hat diese Frage für einen sächsischen Landkreis untersucht. Mehr dazu im Video:

11:09 Uhr | WHO: Schulen nicht erneut schließen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in der Corona-Pandemie, die Schulen in Europa nicht wieder zu schließen. Trotz steigender Infektionszahlen sollten die Schüler im Winter in den Einrichtungen vor Ort unterrichtet werden, erklärte das WHO-Regionalbüro für Europa am Freitag in Kopenhagen. Die Schließung der Schulen im vergangenen Jahr habe mehr geschadet als genutzt. Das mentale und soziale Wohlbefinden der Kinder habe durch die Schulschließungen gelitten.

Wir können dieselben Fehler nicht wiederholen.

WHO-Regionaldirektor Henri Kluge

10:03 Uhr | Grünen-Expertin: Einige Ungeimpfte geben noch nach

Die Grünen-Gesundheitsexpertin Paula Piechotta geht davon aus, dass sich ein Teil der Ungeimpften doch noch überzeugen lässt. Die Leipziger Ärztin und Bundestagsabgeordnete sagte MDR AKTUELL, insgesamt habe man in den letzten Monaten gesehen, dass die Impfbereitschaft weiter steige. Jetzt seien die besonders skeptischen Menschen übrig. Viele von ihnen träfen aber eine andere Entscheidung, wenn im persönlichen Umfeld jemand an Corona erkranke oder wenn sie eine gute individuelle Impfberatung bekämen. Einer Umfrage unter Ungeimpften zufolge wollen sich 65 Prozent der Betroffenen bis Jahresende auf keinen Fall impfen lassen.

09:22 Uhr | Spahn: Auch geimpftes Pflegepersonal testen

Gesundheitsminister Jens Spahn fordert die Bundesländer auf, das Testen in Pflegeeinrichtungen zu verstärken. Im rbb-Inforadio sagte Spahn, alle Länder sollten "endlich wieder" Testkonzepte für Pflegeeinrichtungen verpflichtend machen. Das müsse auch für Geimpfte gelten, die dort arbeiteten.

Auch Patientenschützer fordern eine bessere Corona-Absicherungen für Pflegebedürftige mittels täglicher Tests. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der dpa, es brauche einen gesetzlichen Rechtsanspruch, dass Pflegebedürftige nur von getestetem Personal versorgt werden. Hier dürften sich Impfungen und Tests nicht ausschließen, es müsse gezielt beides eingesetzt werden.

08:55 Uhr | Maskenpflicht im Nahverkehr bis Ostern?

Auch wenn die pandemische Lage auslaufen sollte, plädiert der DB-Regio-Chef Jörg Sandvoß dafür, die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr beizubehalten. Er sagte auf einem Branchentreffen in Frankfurt am Main, es sei wichtig, dass die Regelung bis Ostern aufrecht erhalten werde. Die Masken trügen zum Sicherheitsgefühl in der Pandemie bei. Laut Sandvoß hat es im Sommer des vergangenen Jahres in Großstädten noch ein größeres Problem mit Maskenverweigerern gegeben. Inzwischen sei die Akzeptanz der Mund-Nasen-Bedeckung aber extrem hoch.

08:39 Uhr | New Yorker Feuerwehrleute protestieren gegen Impfpflicht

Die Gewerkschaft der Feuerwehrleute von New York fordert ein Gericht des Bundesstaates auf, ein von Bürgermeister Bill de Blasio erlassenes Impfmandat auszusetzen. Demnach sind rund 50.000 städtische Angestellte verpflichtet, sich bis Freitag impfen zu lassen. Sollten sie dies nicht tun, werden sie in unbezahlten Urlaub versetzt. Führende Vertreter der "Uniformed Firefighters Association" haben ungeimpfte Feuerwehrleute bereits aufgefordert, sich aus Protest trotz de Blasios Anordnung zum Dienst zu melden, um die Stadt unter Druck zu setzen.

07:30 Uhr | Hohe Dunkelziffer bei gefälschten Impfzertifikaten

Die Polizei Sachsen geht von einer hohen Dunkelziffer bei gefälschten Impfzertifikaten aus. Polizeisprecherin Therese Leverenz sagte MDR AKTUELL, das Problem seien leicht zu fälschende Impfausweise. Bisher seien frei im Handel erhältliche Blanko-Impfpässe genutzt worden. Dazugehörige Fälschungen von Chargenaufklebern und Stempeln der Impfärzte oder Impfzentren könnten im Internet heruntergeladen werden. Oft würden Bilder von echten Impfpässen verwendet, die Geimpfte in sozialen Netzwerken hochgeladen hätten. Die steigende Zahl gefälschter Pässe ist aus Sicht des sächsischen Apothekerverbands nicht überraschend. Apotheker seien grundsätzlich mit dem Thema Fälschungen konfrontiert. Das betreffe beispielsweise auch Rezepte.

Update 06:55 Uhr | Virologe Streeck: Erneut unvorbereitet auf Herbst und Winter

Deutschland ist aus Sicht des Virologen Hendrik Streeck unzureichend für die nächsten Pandemiemonate gewappnet. "Wir gehen leider erneut sehr unvorbereitet in Herbst und Winter", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kapazitäten auf Intensivstationen sind reduziert, wir können auch mit einer Grippewelle rechnen, wir haben keine gute Erfassung des Infektionsgeschehens, aber wieder eine höhere Mobilität." Mit dem Angebot kostenloser Schnelltests habe es ein gutes Standbein zum Erkennen von Infektionen gegeben. Den Verzicht halte er für falsch.

Zugleich plädierte der Virologe zur Impfung. Auch die berichteten Ansteckungen bei Geimpften seien kein Argument dagegen. 
Eine Ausweitung des Angebots von Drittimpfungen auf die breite Bevölkerung hält Streeck derzeit nicht für nötig

06:40 Uhr | Mehr Beschränkungen für Ungeimpfte in Thüringen

In Thüringen werden die Corona-Regeln für ungeimpfte Erwachsene ab dem morgigen Samstag verschärft. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Die neuen Vorschriften sehen vor, dass Landkreise und kreisfreie Städte ab Warnstufe drei die Modelle "2G" oder "3G plus" zur Pflicht machen müssen. "3G plus" bedeutet, dass ungeimpfte Erwachsene zu Restaurants oder zu Veranstaltungen nur Zutritt haben, wenn sie einen PCR-Test vorweisen können. Für Kommunen, die in der Warnstufe zwei sind, sind die "2G"- und "3G plus"-Modelle optional. Thüringen ist derzeit das Land mit der höchsten Inzidenz in Deutschland.

06:30 Uhr | Thüringer Städtebund für Ende der Pandemie-Notlage

Der Thüringer Gemeinde- und Städtebund hat das geplante Ende der Pandemie-Notlage begrüßt. Präsident Michael Brychcy sagte MDR AKTUELL, grundsätzlich sei es ein richtiger Schritt. Die Notlage müsse irgendwann beendet werden. Laut Brychcy sei es unverständlich, dass es nun einen Aufschrei gebe.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Astrid Rothe-Beinlich, hält ein Beenden der Corona-Notlage dagegen für verfrüht. Auf der einen Seite gebe es derzeit eine hohe Inzidenz, auf der anderen eine niedrige Impfquote. Das mache die Situation zur Herausforderung. Die Parteien der möglichen Ampel-Koalition wollen die Pandemie-Notlage Ende November auslaufen lassen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 29. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/lauterbach-vierte-impfung-pflegeheimbewohner100.html

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