Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Drosten – weitere Impfung für alle nötig

Der Virologe Drosten rechnet damit, dass jeder eine Auffrischungsimpfung mit einem an Omikron angepassten Corona-Impfstoff brauchen wird. Bundestagspräsidentin Bas warnt vor zu viel Tempo bei Corona-Impfpflicht. Die Krankenhausgesellschaft ist gegen eine allgemeine Verkürzung der Quarantäne-Pflicht. Israel hat mit der vierten Impfung für immungeschwächte Menschen begonnen. "Brot für die Welt" mahnt, die Corona-Pandemie habe die Hungerkrise verschärft.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Virologe Drosten: Omikron macht Impfung mit angepasstem Impfstoff nötig. Bildrechte: dpa

Unser letzter Ticker des Jahres 2021 endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

18:54 Uhr | Italien meldet neuen Höchstwert

In Italien hat die Zahl der Corona-Infektionen einen weiteren Rekordwert erreicht. Das Gesundheitsministerium meldete heute mehr als 14.000 neue Covid-19-Fälle. Tags zuvor waren es noch knapp 127.000, am Mittwoch 98.000. Den Angaben zufolge starben binnen 24 Stunden 155 Menschen mit oder an Corona. Bis Mitte Dezember hatten sich in Italien den offiziellen Angaben zufolge weniger als 30.000 Einwohner pro Tag infiziert.

18:33 Uhr | Krankenstand in Kliniken Englands verdoppelt

In England hat sich die Zahl der wegen des Coronavirus ausfallenden Krankenhausmitarbeiter binnen eines Monats nahezu verdoppelt. Nach einer vom Gesundheitsdienst NHS veröffentlichten Bilanz befanden sich am 26. Dezember 24.362 Beschäftigte wegen einer Infektion oder eines Kontakts zu einem Infizierten in Isolation. Am 29. November waren es noch 11.375 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Entwicklung setzt das englische Gesundheitssystem zusätzlich unter Druck, während die Zahl der Krankenhauseinweisungen weiter steigt. Gestern wurden mehr als 1.900 Einweisungen von Covid-19-Patienten gemeldet, ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

16:37 Uhr | Corona auf der Aida Nova

Aida Nova
Coronafälle auf der Aida Nova Bildrechte: dpa

Das Kreuzfahrtschiff Aida Nova hängt im Hafen von Lissabon fest. Wegen Corona-Fällen bei der Besatzung verzögert sich die Weiterfahrt bis ins neue Jahr.

Aida Cruises teilte mit, man habe die positiven Fälle bei Routineprüfungen frühzeitig entdeckt und die Betroffenen in Abstimmung mit den Behörden in Lissabon an Land untergebracht. Sie hätten nur milde Symptome und würden medizinisch betreut. Das Schiff war auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln. Die Kreuzfahrtgäste dürfen das Schiff den Angaben zufolge jedoch ohne Einschränkungen verlassen.

15:30 Uhr | Skilehrer infiziert - Behörden warnen

In einem österreichischen Skigebiet sind in einer Gruppe von Skilehrern 19 Corona-Fälle aufgetreten. Da sich die größtenteils niederländische Gruppe ab dem 25. Dezember in mehreren Almhütten und Restaurants in Kirchberg bei Kitzbühel aufgehalten hatte, veröffentlichten die Tiroler Behörden einen Aufruf an mögliche Kontaktpersonen.

Alle Menschen, die in diesem Zeitraum im Gebiet Kirchberg Lokale aufgesucht haben, sollten zur Sicherheit PCR-Tests durchführen, hieß es. Außerdem sollten sie zwei Wochen lang ihren Gesundheitszustand beobachten, Menschenansammlungen meiden und FFP2-Masken tragen.

13:41 Uhr | Britische Arzneimittelbehörde genehmigt Covid-Tablette Paxlovid

Die britische Arzneimittelbehörde hat das Medikament Paxlovid zur Behandlung von Covid-Patienten genehmigt. Die Tablette des US-Konzerns Pfizer soll bei Erwachsenen eingesetzt werden, die milde bis moderate Symptome zeigen, aber das Risiko für einen schweren Verlauf haben. Nach Angaben von Pfizer kann das Medikament dann zu 90 Prozent einen Krankenhausaufenthalt und einen tödlichen Verlauf von Covid verhindern.

In den USA hat Paxlovid bereits eine Notfallzulassung. In der EU läuft noch die Prüfung. Die  Bundesregierung hat nach eigenen Angaben aber bereits eine Million Dosen gekauft. Die ersten sollen im Januar geliefert werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte an, das Mittel per Notfallzulassung einzusetzen.

13:10 Uhr | Israel - vierte Impfung auch für Heimbewohner

Israel will nun auch ältere, in Heimen untergebrachte Menschen mit einer vierten Dosis vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Sie hätten ein höheres Risiko sich anzustecken und seien gefährdeter, sagte Gesundheitsminister Nitzan Horowitz. Am Morgen hatte das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv begonnen, Personen mit einem geschwächten Immunsystem ein viertes Mal zu impfen.

12:35 Uhr | Haseloff appelliert an Ungeimpfte

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat in seiner Neujahrsansprache an alle Menschen im Land appelliert, in der Krise gemeinsam Verantwortung zu tragen. Haseloff appellierte zugleich an alle Ungeimpften, sich impfen zu lassen, um sich und andere zu schützen. Der CDU-Politiker dankte allen, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass das Gesundheits- und Sozialsystem weiter funktioniere sowie Wirtschaft und Verwaltung arbeitsfähig blieben.

Ähnlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, die tragenden Säulen der Gemeinschaft seien Solidarität und Toleranz. Das gelte auch, wenn man unterschiedliche Auffassungen habe. Die Neujahrsansprachen der Ministerpräsidenten werden am Sonnabend um 19:25 Uhr im MDR Fernsehen ausgestrahlt.

11:14 Uhr | Drosten: Weitere Impfung mit angepasstem Vakzin nötig

Der Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass jeder eine Auffrischungsimpfung mit einem an Omikron angepassten Corona-Impfstoff brauchen wird. Das sagte er dem Deutschlandfunk. Drosten geht außerdem davon aus, dass gefährdete Personen im kommenden Winter erneut eine Booster-Impfung brauchen werden. Der Chef-Virologe an der Berliner Charité betonte zugleich, in Deutschland gebe es zu viele ungeimpfte Menschen, gerade über 60 Jahre. Falls die Impflücke nicht geschlossen werde, müssten die Geimpften wahrscheinlich weiter Rücksicht auf die Ungeimpften nehmen.

10:44 Uhr | Update: Deutlich mehr Corona-Gegner in Dresden

Die Nachrichtenagentur DPA hat ihre Zahlen zu den Corona-Demonstrationen in Dresden korrigiert. Demnach haben 1.500 Menschen gegen die Schutzmaßnahmen der Regierung protestiert. An einer Gegenkundgebung unter dem Motto "Kein Platz für Querdenker, Wissenschaftsfeinde und Neonazis" nahmen nur wenige Menschen teil.

Auch in Chemnitz gab es Proteste gegen die Corona-Politik. Dort versammelten sich rund 800 Menschen. Der Polizei zufolge wurde gegen eine Frau ein Verfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet. In Thüringen gab es ebenfalls Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen, unter anderem in Arnstadt, Eisenach und Ilmenau. Laut Polizei wurden landesweit rund 2.000 Teilnehmer gezählt.

10:40 Uhr | Intensivmediziner drängen auf einheitliche Warn-Ampel

Intensivmediziner haben ein bundesweit einheitliches Warnsystem gefordert, um schneller auf die sich ausbreitende Omikron-Variante reagieren zu können. "Wir brauchen jetzt schnell ein bundesweit einheitliches Ampelsystem für mögliche Corona-Verschärfungen", sagte der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post".  Karagiannidis nannte als Faktoren für das Warnsystem Intensivbettenbelegung, Hospitalisierungsquote und Inzidenz.

Er warnte davor, auf möglicherweise mildere Krankheitsverläufe bei Omikron zu vertrauen: "Die schiere Anzahl von Neuinfektionen, auf die wir derzeit zusteuern, könnte die Intensivkapazitäten dennoch vor große Herausforderungen stellen, noch mehr aber die Hospitalisierung insgesamt."

10:22 Uhr | Inzidenz in Spanien steigt über 1.000

In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz trotz einer Impfquote von über 80 Prozent erstmals über die 1.000er-Marke gestiegen. Konkret gab sie das Gesundheitsministerium mit 1.086 an. Das ist fünf mal so hoch wie in Deutschland. Noch Mitte Oktober hatte die Inzidenz in Spanien bei 18 gelegen.

Die Behörden beteuern unterdessen, dass die Lage in den Krankenhäusern auch dank der hohen Impfquote weiterhin weitgehend unter Kontrolle sei. Zuletzt waren in Spanien 8,8 Prozent aller Krankenhausbetten sowie 19 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Diese Zahlen sind auf einem ähnlichen Niveau wie die in Deutschland.

09:35 Uhr | Lehrerverband: Schulschließungen nicht ausschließen

Nach Ansicht des Lehrerverbands dürfen erneute Schulschließungen kein Tabu sein. Verbandspräsident Hans-Peter Meidinger sagte der Funke Mediengruppe, die Schulen sollten zwar so lange wie möglich offengehalten werden. Wenn aber ein kurzer gesellschaftlicher Lockdown samt begrenzter Distanzunterrichtsphase dazu führe, die Omikron-Welle zu brechen und anschließend wieder zum Präsenzbetrieb übergehen zu können, sei das besser, als im restlichen Schuljahr mit ständigen Einschränkungen und Infektionsausbrüchen leben zu müssen.

09:20 Uhr | Israel hat mit vierter Corona-Impfung begonnen

In Israel haben die ersten Menschen ihre vierte Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv teilte mit, es habe sich um Patienten mit Lungen- und Herztransplantationen gehandelt. Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums sollen vorerst nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine vierte Dosis bekommen. Ein Expertengremium empfiehlt angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante, auch Menschen über 60 und medizinisches Personal ein viertes Mal zu impfen. Der Direktor des Gesundheitsministeriums erklärte dazu, er sei nicht überzeugt, dass das notwendig sei. Man wäge das weitere Vorgehen aber jeden Tag neu ab.

09:08 Uhr | Tausende erhalten nach möglicher Kochsalzimpfung Geld

Nach dem Impf-Skandal im niedersächsischen Schortens haben bislang mehr als 5.800 Menschen eine Aufwandsentschädigung erhalten. Das teilten der Landkreis Friesland und das Land Niedersachsen mit. Danach wurden bisher 208.000 Euro ausgezahlt. 93 Anträge auf Entschädigung seien noch in der Bearbeitung.

Eine ehemalige Krankenschwester hatte nach eigenen Angaben im Frühjahr in dem Corona-Impfzentrum sechs Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen. Als Grund gab sie an, ihr sei eine Ampulle des Corona-Vakzins heruntergefallen. Weil nicht sicher war, wer tatsächlich Impfstoff bekommen hat und wer nicht, sollten mehr als 10.000 Menschen zu Nachimpfungen kommen. Dafür wurde ihnen eine pauschale Aufwandsentschädigung zugesprochen.

08:29 Uhr | Südkorea verlängert harte Corona-Beschränkungen

Südkorea verlängert die seit Mitte Dezember geltenden strengeren Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum 16. Januar. Demnach dürfen sich auch Geimpfte maximal zu viert treffen. Restaurants und Bars müssen um 21 Uhr schließen, Kinos um 22 Uhr.

Südkorea galt lange als Musterland in der Pandemiebekämpfung. Die Infektionszahlen sind im Vergleich zu Europa weiterhin niedrig. Seit Mitte November verzeichnete das Land jedoch einen stärkeren Anstieg auf bis zu 7.500 Neuansteckungen Mitte Dezember. Am Donnerstag waren 4.875 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der schwerkranken Covid-Patienten liegt bei 1.000.

07:12 Uhr | Zahl registrierter Neuinfektionen steigt

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen ist gestiegen. Das Robert Koch-Institut meldete am Morgen 41.240 Neuansteckungen. Das sind 5.800 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zu gestern um 7,5 auf 214,9. Das Datenprojekt Risklayer meldete 41.509 neue Infektionen, rund 2.500 mehr als vor einer Woche. Risklayer gib die Inzidenz mir 226 (Vortag: 223) an. Sowohl RKI als auch Risklayer weisen darauf hin, dass die Zahlen über Weihnachten und Neujahr weniger aussagekräftig sind.

06:42 Uhr | Bas warnt vor zu viel Tempo bei Corona-Impfpflicht

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat vor der schnellen Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht gewarnt. Die SPD-Politikerin sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir sollten uns für eine Impfpflicht wirklich Zeit nehmen und nichts übers Knie brechen." Es gehe immerhin auch um die körperliche Unversehrtheit der Menschen, und viele sähen diese bedroht. Es dürfe nicht passieren, dass die aufgeheizte Debatte von der eigentlichen Aufgabe ablenke, sofort mehr Menschen zu impfen. Wenn das Ziel erreicht werde, die Impfquote Richtung 80 oder sogar 90 Prozent zu treiben, "brauchen wir womöglich gar keine Impfpflicht mehr", betonte Bas. "Jeder, der sich jetzt impfen lässt, trägt dazu bei."

06:31 Uhr | Gaß gegen allgemeine Verkürzung der Quarantäne

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat sich gegen eine allgemeine Verkürzung der Corona-Quarantänezeiten zur Sicherung der gesundheitlichen Infrastruktur ausgesprochen. Gaß sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, ein flächendeckender Einsatz von infizierten symptomlosen Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur sei ein zu hohes Risiko, gerade auch im Gesundheitswesen für die besonders vulnerablen Gruppen: "Es wäre den Mitarbeitern auch schwer zu vermitteln, mit viel Aufwand Infektionsschutz zu betreiben, während Kollegen infektiös am Krankenbett stehen."

Gaß fügte hinzu, es gebe derzeit in den Kliniken auch keinen so eklatanten Personalmangel wie z.B. in London. In der Bundespolitik wird derzeit über eine Verkürzung der Corona-Quarantäne nachgedacht, um wegen des erwarteten deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionen durch die ansteckendere Omikron-Variante Personalengpässe in Verwaltung, Gesundheitssystem und Wirtschaft zu verhindern.

06:28 Uhr | "Brot für die Welt": Corona-Pandemie verschärft Hungerkrise

Die Corona-Pandemie hat nach Angaben von "Brot für die Welt" die Hungerkrise massiv verschärft. Präsidentin Dagmar Pruin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, schon in den vergangenen fünf Jahren habe die Zahl der Hungernden auf hohem Niveau stagniert. In diesem Jahr habe die Covid-19-Pandemie zusätzlich bis zu 132 Millionen Menschen in akute Hungergefahr gebracht. Die Überwindung des Hungers müsse daher ganz oben auf die politische Agenda.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 30. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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