Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Österreichs Parlament verabschiedet allgemeine Impfpflicht

Österreich hat als erstes EU-Land eine allgemeine Impfpflicht beschlossen. Die große Mehrheit der Abgeordneten hat dem Gesetzesentwurf zugestimt. In einer europaweiten Befragung gaben 42 Prozent der Nutzer und Nutzerinnen von "Partydrogen" an, diese weniger häufig genommen zu haben. Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker.

Fertig aufgezogene Spritzen
Ab Februar gilt für alle ab 18 Jahren die Impfpflicht in Österreich. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 20. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:22 Uhr | Lauterbach: Mitte Februar 400.000 Neuinfektionen pro Tag

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet Mitte Februar mit mindestens 400.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. Das sagte der SPD-Politiker nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters in einer Schalte mit den Staatskanzleichefs von Bund und Ländern. Die Zahl 400.000 werde bei einer optimistischen Variante mit einer sehr guten Booster-Schutzwirkung erreicht, erklärte Lauterbach nach Angaben aus Verhandlungskreisen. In der pessimistischeren Variante mit einem schlechten Schutz durch die Auffrischungsimpfungen sei sogar mit täglichen Neuinfektionen bei mehr als 600.000 Personen zu rechnen. Lauterbach rechne auch mit einem erneuten starken Anstieg der Zahl der Corona-Intensivivpatienten, die zuletzt gefallen war.

22:12 Uhr | ALM: Mit Booster und milden Symptomen genügt Schnelltest

Der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore (ALM) in der Medizin, Michael Müller, fordert, dass angesichts der hohen Auslastung der Test-Labore vermehrt Schnelltests als Virus-Nachweis zum Einsatz kommen. Müller sagte zu "Bild": "Wer geboostert ist und nur milde Symptome hat, sollte sich überlegen, ob ein PCR-Test wirklich nötig ist. In der jetzigen Lage mit einer hohen Virusverbreitung ist ein qualitativ guter, richtig angewendeter Antigen-Schnelltest ein ausreichend gutes Mittel, um Infektionen zu finden." Entscheidend sei, dass positiv Getestete die Infektion meldeten, Kontaktpersonen informierten und sich selbstständig isolierten.

21:12 Uhr | RKI: Maximale Ausschlag der Omikron-Welle nicht genau messbar

Das RKI erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. "Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt", schreibt das Institut im Wochenbericht. Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind etwa begrenzte Testkapazitäten und Personalressourcen wegen der hohen Fallzahlen.

Meldedaten bleiben laut Bericht "für das Management und Entscheidungen über Maßnahmen vor Ort während der Omikron-Welle weiter von hoher Bedeutung". Sie seien aber nicht allein zu betrachten, sondern zusammen mit Erkenntnissen aus weiteren Überwachungssystemen zu akuten Atemwegserkrankungen. Die Krankheitsschwere werde somit bedeutsamer für die Lage-Einschätzung.

20:49 Uhr | Dresden verbietet unangemeldete Versammlungen

Nach sachsenweiten Aufrufen zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat die Stadt Dresden für Samstag alle unangemeldeten Versammlungen unter freiem Himmel verboten. Die Stadtverwaltung teilte mit, Anlass sei eine Gefahrenprognose im Zusammenhang mit einem der sogenannten Spaziergänge. Dabei würden massive Verstöße gegen die Corona-Schutzvorschriften befürchtet. Bei den Protesten erwartet die Polizei die Anreise und Ansammlung mehrerer tausend Menschen. Daher seien alle öffentlichen Versammlungen verboten, die nicht bis morgen Mittag schriftlich angezeigt und behördlich bestätigt würden.

20:33 Uhr | Frankreich lockert allmählich Regeln

Die französische Regierung will trotz massiv steigender Corona-Zahlen die Auflagen allmählich lockern. Die Maskenpflicht im Freien solle ab 2. Februar nicht mehr gelten, sagte Premierminister Jean Castex. Auch die Pflicht zu drei Tagen Homeoffice in der Woche entfalle. Es sei aber weiterhin empfohlen, nach Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten. Vom 16. Februar an sollen Clubs wieder öffnen dürfen. Konzertveranstalter dürfen auch wieder Stehplätze anbieten.

Zudem gilt von Montag an für Menschen über 16 Jahren der Impfpass. Dies stehe allerdings unter Vorbehalt der Entscheidung des Staatsrates, sagte Castex. Damit werden weite Bereiche des öffentlichen Lebens nur Geimpften und Genesenen zugänglich.

20:17 Uhr | Köpping spricht mit ungeimpften Mitarbeiterinnen im Pflegeheim

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat ein Pflegeheim in Beerendorf besucht. Dort hat sie das Gespräch mit Mitarbeiterinnen gesucht, um herauszufinden, warum knapp 20 Prozent der Mitarbeiterinnen hier nicht geimpft sind. Eine Mitarbeiterin hat nachgegeben und sich impfen lassen. Eine andere hat ihren Job gekündigt. Erfahren Sie mehr im Video.

20:01 Uhr | Ungeimpfte Schwangere: Frühgeburt-Risiko bei Covid-Infektion

Auch eine milde Covid-19 ist für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder hochriskant, wenn die Mütter nicht geimpft sind. Infizierte Stillende dagegen geben das Virus wahrscheinlich nicht über ihre Milch weiter.

19:26 Uhr Update | Österreichs Parlament verabschiedet Impfpflicht

Österreich hat im Kampf gegen die Pandemie als erstes EU-Land eine allgemeine Impfpflicht beschlossen. Die große Mehrheit der Abgeordneten des Nationalrates in Wien hat dem vorgelegten Gesetzesentwurf zugestimmt.

"Heute ist ein wichtiger Tag", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zu Beginn seiner Rede vor dem Parlament. Mit der Impfpflicht habe man nun einen großen und besonders nachhaltigen Hebel im Kampf gegen die Pandemie in Händen. "So können wir es schaffen, dem Kreislauf aus Auf- und Zusperren, aus Wellen und Lockdowns zu entkommen, und daher braucht es dieses Gesetz so dringend", sagte der Minister.

Damit wird ab Anfang Februar die Corona-Impfung für alle ab 18 Jahren Pflicht, andernfalls drohen ab Mitte März Geldstrafen bis zu 3.600 Euro. Ausgenommen sind nur Schwangere und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können sowie Genesene für einen Zeitraum von sechs Monaten.

19:07 Uhr | Sächsischer Verfassungsschutz beklagt "Erosion der Mitte" bei Corona-Protesten

Der sächsische Verfassungsschutz-Präsident Dirk-Martin Christian sieht bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen eine Erosion der politischen Mitte. In der "Welt" sprach er von einer beunruhigenden Entwicklung. Rechtsextremisten sei es in Sachsen gelungen, tiefer in die soziale Mitte der Gesellschaft einzudringen. Von Ex-PDS-Wählern bis zu ehemaligen CDU-Anhängern sei bei den Protesten alles dabei. Viele Demonstrierende fühlten sich durch das Parteiensystem nicht mehr vertreten. Der Verfassungsschützer betont zugleich, die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer seien keine Extremisten. Die Menschen täten aber gut daran, denen auf die Finger zu sehen, die im Hintergrund agierten. Dabei nannte Christian namentlich die rechtsextreme Partei "Freie Sachsen".

18:54 Uhr | Covid-19-Infektion bei Hobbysportlern

Nach den Meldungen vom Afrika-Cup oder von Bayerns Alfonso Davis über Herzprobleme nach einer Corona-Infektion - wie ist das bei Hobbysportlern? Sollten sie sich untersuchen lassen, bevor sie wieder Sport treiben? Antworten liefert Kardiologe Professor Dr. Michael Böhm:

18:14 Uhr | Studie: Eingebildete Nebenwirkungen bei Corona-Impfung

Bei der Impfung gegen das Coronavirus treten häufig eingebildete Nebenwirkungen auf. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Uni Marburg. Sie haben Klinikstudien zu den einzelnen Corona-Impfstoffen ausgewertet. An diesen Studien hatten rund 45.000 Probanden teilgenommen, die Hälfte von ihnen erhielt statt des Impfstoffs ein Scheinmedikament. Trotzdem klagten 35 Prozent der Teilnehmer aus den Placebo-Gruppen über Nebenwirkungen. Von denjenigen, die eine richtige Impfung erhielten, klagten 46 Prozent über Nebenwirkungen. Meist handelte es sich um Kopfschmerz und Müdigkeit.

18:07 Uhr | Dehoga Thüringen fordert Abschaffung der Gastro-Sperrstunde

Gastronomen in Thüringen fordern eine Aufhebung der Sperrstunde ab 22 Uhr. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands in Thüringen, Dirk Ellinger, sprach von einer völlig unsinnigen und massiv einschränkenden Regelung. Deshalb sollte das Gesundheitsministerium sie abschaffen. In Thüringen dürfen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, ihre Wohnung nach 22 Uhr ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen. Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Erst am Dienstag hatte die Landesregierung überraschend angekündigt, die geplante 2G+Regel für die Gastronomie um zwei Wochen zu verschieben.

17:38 Uhr | Covid-19 ist häufige Berufskrankheit

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat seit Beginn der Pandemie knapp 87.000 Covid-19-Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt. Insgesamt seien gut 132.000 Fälle auf eine beruflich bedingte Erkrankung gemeldet worden, teilte die Genossenschaft mit. Noch seien nicht alle Fälle abgeschlossen, denn aufgrund der extrem hohen Zahl verzögere sich die Bearbeitung der Anträge.

Die Berufsgenossenschaft ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist nach eigenen Angaben für knapp neun Millionen Versicherte in mehr als 665.000 Unternehmen zuständig.

17:23 Uhr | EU-Bericht: Weniger Konsum von "Partydrogen" in Pandemie

Ausgangsbeschränkungen haben sich auch auf den Drogenkonsum ausgewirkt. In einer europaweiten Befragung gaben 42 Prozent der Nutzer und Nutzerinnen von "Partydrogen" an, diese weniger häufig genommen zu haben. Hingegen stieg bei 32 Prozent der Cannabis-Konsumenten der Verbrauch nach eigenen Angaben. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Europäischen Drogen-Beobachtungsstelle in Lissabon hervor.

Den Daten zufolge war Cannabis direkt nach Alkohol die am häufigsten benutzte Droge. Hier gaben 93 Prozent der Befragten an, Cannabis konsumiert zu haben. Es folgen Tabak mit 84 Prozent, MDMA/Ecstasy mit 35 Prozent und Kokain mit 34 Prozent. Schlusslicht bildet Heroin mit drei Prozent.

Die Online-Erhebung wurde im März und April 2021 durchgeführt und bezog sich auf die zurückliegenden zwölf Monate, während derer vielfach Lockdowns herrschten. An der Umfrage beteiligten sich rund 48.500 Erwachsene in 21 EU-Staaten und der Schweiz. Ziel ist laut der EU-Agentur, das Nutzungsprofil illegaler Rauschmittel besser zu verstehen, um die Drogenpolitik entsprechend ausrichten zu können.

17:10 Uhr | Kekulé: Intensivstationen werden Omikron-Welle standhalten

Der Virologe Alexander Kekulé geht davon aus, dass die Intensivstationen trotz steigender Infektionszahlen nicht überlastet werden. Kekulé sagte bei MDR AKTUELL, Deutschland stehe nicht schlechter da als andere Länder, die schon durch die Omikron-Welle durchgegangen seien. Es gebe sogar deutlich mehr Intensivbetten. Was früher als Überkapazität bemängelt worden sei, erweise sich jetzt als Vorteil. Kekulé hält es für die richtige Strategie, die Omikron-Welle hinauszuzögern. Schärfere Maßnahmen als derzeit brauche man aber nicht. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages hat mit 133.000 einen neuen Höchststand erreicht.

16:49 Uhr | Thüringen: Omikron ist vorherrschende Variante

Omikron ist in Thüringen die vorherrschende Coronavirus-Variante. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Erfurt liegt der Omikron-Anteil bei 77 Prozent. Demnach werden in der zweiten Januarwoche gut 340 Infektionen Omikron zugerechnet, der Delta-Variante dagegen nur noch rund 90. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich um Stichproben handle. Nicht alle PCR-Tests würden sequenziert. Thüringen hat aktuell mit 241 bundesweit die niedrigste Inzidenz.

16:43 Uhr | 105 Länder bekommen Corona-Medikament günstiger

Eine erschwinglichere Version des Corona-Medikaments Molnupiravir soll für über 100 ärmere Länder herstellen. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation Patentpool für Arzneimittel unterzeichnete nach eigenen Angaben am Donnerstag entsprechende Vereinbarungen mit 27 Herstellern, um das Mittel Molnupiravir für insgesamt 105 Entwicklungs- und Schwellenländer produzieren zu können. Die Unternehmen sind unter anderem in Bangladesch, China, Ägypten, Jordanien, Indien, Kenia, Südafrika und Vietnam angesiedelt.

Das antivirale Medikament verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von Covid-19 ab. Die Pillen haben den Vorteil, dass sie einfach zu Hause eingenommen werden können.

16:32 Uhr | Union kritisiert Vorgehen des Gesundheitsministeriums

Unionspolitiker haben die Vorgehensweise des Gesundheitsministeriums heftig kritisiert. Grund dafür war die Veröffentlichung von Änderungen von Corona-Regeln nur auf Internetseiten. "Wir müssen versuchen, die Menschen mit Argumenten zu gewinnen und nicht, indem wir sie überrumpeln", sagte unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff der "Welt".

Anstoß gab die Verkürzung der Geltungsdauer des Genesenenstatus von sechs Monate auf 90 Tage sowie die Änderung, dass man nach einer Johnson&Johnson-Erstimpfung erst mit einer zweiten Impfung als voll geschützt gilt. Bisher reichte eine Impfung. "Ich bin nicht mehr bereit, ein Verfahren im Bundesrat mitzutragen, bei dem man die konkreten Konsequenzen nicht kennt", sagte Haseloff. Die Politik müsse aufpassen, "dass sie nicht weiter an Glaubwürdigkeit verliert".

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, monierte: "Aus heiterem Himmel wurde der Genesenenstatus von sechs auf drei Monate verkürzt sowie der Status von Personen geändert, die mit Johnson&Johnson geimpft sind." Die Kommunikation dieser Entscheidungen durch das Gesundheitsministerium sei "ein Totalausfall" gewesen.

16:20 Uhr | Dessau: Firma soll Totimpfstoff produzieren

Die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau hat angekündigt, einen Totimpfstoff herstellen zu wollen. Die Verträge mit dem französischen Hersteller Valneva seien am Wochenende unterzeichnet worden. Die Pläne davon wurden am Donnerstag in Anwesenheit von Ministerpräsident Reiner Haseloff vorgestellt. Am Standort Dessau sollen deswegen auch die Produktionskapazitäten deutlich erweitert werden. Valneva hat den Impfstoffkandidaten Vla2001 entwickelt.

16:15 Uhr | Sachsen: Sonderweg bei Gültigkeit von Genesenennachweisen

Sachsen hat sich bei der Ablauffrist für Genesenennachweise für einen Sonderweg entschieden: Für Ungeimpfte gilt die Ablauffrist von drei Monaten. Für Personen die doppelt geimpft und zusätzlich genesen sind, gilt die Ablauffrist nicht. "Nach juristischer Prüfung der Möglichkeiten bleibt der Genesenenstatus hier von der eingeschränkten Gültigkeit unberührt", teilte das Sozialministerium Sachsen auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. "Die Begrenzung des Genesenenstatus greift nur, wenn es sich um einen Nachweis nach 2G-Regel handelt."

16:07 Uhr | Ärzte-Präsident kritisiert Demonstrationen vor Kliniken

Der Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Uwe Ebmeyer, hat von Teilnehmenden der Corona-Proteste mehr Respekt und Rücksichtnahme gefordert. Ebmeyer sagte in Magdeburg, das betreffe vor allem die jüngsten Aufrufe, vor Kliniken zu demonstrieren. Das gesamte medizinische Personal kämpfe auf Stationen um das Überleben Schwerkranker. Wenn nun vor den Kliniken gegen die Corona-Politik und Hygiene-Maßnahmen demonstriert werde, sei das kein Zeichen der Solidarität, sondern die Provokation einer Minderheit.

13:30 Uhr | Keine weiteren Fälle im DHB-Team

Leichte Entwarnung bei der Handball-EM aus Bratislava: In der deutschen Mannschaft hat es kurz vor dem Spiel gegen Europameister Spanien heute Abend keine weiteren positiven Testergebnisse gegeben. Damit kann das erste Hauptrunden-Spiel wie geplant ab 18 Uhr stattfinden. Zuvor war der Antrag der deutschen Mannschaftsleitung, die Partie wegen des coronabedingten Ausfalls von zwölf Spielern zu verlegen, von der Europäischen Handball-Föderation EHF abgelehnt worden.

Thorsten vom Wege und Karsten Günther 31 min
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13:17 Uhr | 2-G-Stempel fürs Shoppen in Leipzig

In Leipzigs Innenstadt können Kunden seit heute mit dem 2G-Stempel entspannter einkaufen. Den Stempel gibt es an sechs Stellen in der City, nachdem dort der Geimpft- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt wurde. Damit wird dann den Geschäftsinhabern die Kontrolle erleichtert. Der drei Zentimeter große Aufdruck landet auf der Hand oder dem Unterarm und muss täglich erneuert werden.

13:02 Uhr | AfD klagt gegen 2G+ im Bundestag

Die AfD-Fraktion hat Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen die neuen Corona-Regeln im Bundestag eingereicht. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus der Fraktion erfuhr, wurde am 18. Januar unter anderem ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zur Aufhebung der neuen Regeln gestellt. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Stephan Brandner, sagte, die neue 2G-plus- Regel im Parlament müsse umgehend aufgehoben werden, damit jeder Abgeordnete wieder unabhängig von seinem Impfstatus gleichberechtigt und diskriminierungsfrei seine parlamentarischen Aufgaben wahrnehmen könne. Er sprach von einer Ausgrenzung frei gewählter Abgeordneter, die sich "gezielt gegen die AfD-Fraktion" richte.

11:35 Uhr | Thüringen: Ministerium gegen Lockerungen

Das Thüringer Gesundheitsministerium rät von gelockerten Corona-Regeln auf Kreisebene ab. Die Stadt Gera und die Kreise Sonneberg, Altenburger Land und Saale-Orla sind wegen gesunkener Inzidenzen von der höchsten Warnstufe drei auf die zweite Warnstufe gerutscht. Damit könnten Stadt oder Landratsämter die Regeln etwa für Veranstaltungen lockern. Das Ministerium geht aber davon aus, dass der Effekt nur wenige Tage dauert, weil die Infektionen schon bald wieder zunehmen könnten.

10:45 Uhr | Wenige Bußgeld-Bescheide in Sachsen

In Sachsen haben die Landkreise und Städte bislang nur wenige Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln bei Demonstrationen verhängt. Das hat eine dpa-Umfrage ergeben. Demnach befinden sich die Verfahren vielerorts noch in den Anhörungen. So seien in Dresden seit Ende November noch keine Bußgelder erhoben worden. Wegen der Vielzahl der Verfahren komme es zu Verzögerungen. Auch aus Chemnitz hieß es, die Verfahren bräuchten Zeit. So müssten Betroffene zwingend die Möglichkeit haben, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Am häufigsten mussten der Umfrage zufolge die Menschen in Bautzen wegen Verstößen bei Corona-Demos zahlen. Der Landkreis verschickte 130 Bußgeldbescheide über je 250 Euro.

10:00 Uhr | Verfassungsschutz-Chef: Protest-Teilnahme ist Bürgerrecht

Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang sieht in der Teilnahme an Protesten gegen die Corona-Maßnahmen das "gute Recht" der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. "Die große Masse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Demonstrationen nimmt ihr verfassungsmäßiges Recht wahr", sagte er am Donnerstag in der ARD. Ins Visier seiner Behörde gerieten die Teilnehmenden allerdings, wenn durch die Verfassung vorgegebene "rote Linien" überschritten würden. Dies sei etwa der Fall, wenn beispielsweise antisemitische Ideologien verbreitet oder die Entscheidungsbefugnis der Staatsorgane in Frage gestellt würden. Haldewang rief Demonstrierende dazu auf, sich von Extremisten fernzuhalten.

09:19 Uhr | Caritasverband erwartet Kündigungen

Der Deutsche Caritasverband rechnet angesichts der Einführung einer Impfpflicht im Gesundheitsbereich zum 15. März mit vermehrten Kündigungen von Mitarbeitern in Pflegeheimen. Vor allem Einrichtungen in Bundesländern mit geringer Impfquote wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Teilen Bayerns und Baden-Württembergs könnten betroffen sein, sagte die Präsidentin des Wohlfahrtsverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Diese Entwicklung bereite ihr Sorge.

Es wird dann immer schwerer, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten - für alte und behinderte Menschen, die in unseren Einrichtungen auf verlässliche Unterstützung angewiesen sind.

Präsidentin des Charitasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa

08:56 Uhr | Einreise nach Thailand ohne Quarantäne

Thailand erlaubt ab dem 1. Februar wieder eine Einreise ohne Quarantäne. Wie die Corona-Taskforce in Bangkok mitteilte, können vollständig geimpfte Reisende ab kommenden Monat im Rahmen des "Test-and-go"-Konzepts im Land Urlaub machen. Das bedeutet, sie müssen sich am ersten Tag ihrer Einreise testen lassen und sich bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses in einem Hotel isolieren. Am fünften Tag des Aufenthalts ist demnach ein weiterer Test fällig. Außerdem müssen Thailand-Touristen eine Nachverfolgungs-App herunterladen.

08:36 Uhr | Noch kein Ende der Maßnahmen in Sachsen in Sicht

Bei einem Online-Bürgerforum zur Corona-Situation in Sachsen hat Ministerpräsident Michael Kretschmer keine schnelle Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Der CDU-Politiker antwortete am Mittwochabend auf eine Bürgerfrage, vorerst seien 2G im Handel sowie 2G+ in Gastronomie, Kultur und anderen Bereichen weiter nötig. Er begründete das mit der in Sachsen noch bevorstehenden Omikron-Infektionswelle. Kretschmer geht davon aus, dass erst im Sommer die letzten Beschränkungen wegfallen werden.

08:18 Uhr | Neue Höchstwerte bei Inzidenz und Neuinfektionen

Der Inzidenzwert und die Corona-Neuinfektionen in Deutschland haben die nächsten Höchstwerte erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 638,8 an. Am Vortag hatte der Wert bei 584,4 gelegen. Die Zahl der positiven Tests binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter 133.536 – nach rund 81.400 vor einer Woche.

Nach den Daten des Risklayer-Projekts liegt die Inzidenz bei fast 662. Für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden deutlich niedrigere Werte angegeben (siehe Grafik).

07:33 Uhr | Kinderärzte: Keine Quarantäne für Kinder

Deutschlands oberster Mediziner für Infektionskrankheiten bei Kindern hat angesichts der Omikron-Welle ein Ende der Quarantäne für Kita- und Schulkinder gefordert. "Kontaktpersonen gehören bei regelmäßiger Testung und negativem Ergebnis in die Kita oder in die Schule. Für sie sollte die Quarantänepflicht aufgehoben werden, wo sie noch besteht", sagte Tobias Tenenbaum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das sei ein "gangbarer Weg", der durch Studien gestützt ist.

Der Chefarzt der Sana-Kinderklinik in Berlin-Lichtenberg zeigte sich alarmiert, dass besorgte Erzieher oder Gesundheitsämter Abertausende Kinder unnötig vom Unterricht fernhielten.

07:01 Uhr | Österreichs Parlament entscheidet über Impfpflicht

Das Parlament in Österreich stimmt heute über den von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Impfpflicht ab. Erwachsene ab 18 Jahren sollen sich demnach ab Anfang Februar gegen das Coronavirus impfen lassen müssen - sonst drohen Geldstrafen. Ausnahmen von der Impfpflicht soll es für Schwangere und für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auf den Gesetzentwurf haben sich die Regierungsparteien ÖVP und Grüne mit der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos geeinigt. Die Annahme der Vorlage gilt daher als gesichert. Lediglich die rechtspopulistische FPÖ lehnt die Impfpflicht strikt ab. Unter anderem in der Hauptstadt Wien werden Proteste gegen die Parlamentsentscheidung erwartet.

06:50 Uhr | Zweifach-Geimpfte nun auch ohne Lohn in Quarantäne

Millionen geimpften Arbeitnehmern droht nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung im Fall von Corona-Quarantäne das Ende der Lohnzahlung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Kurzgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, wie das Blatt schreibt. Danach haben Arbeitnehmer in Quarantäne, die einmal geimpft sind oder deren Zweitimpfung mehr als drei Monate zurückliegt, künftig keinen Anspruch auf eine Lohnzahlung. "Das Fehlen der Covid19-Auffrischungsimpfung würde dann zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs (...) führen", zitiert die Zeitung aus dem zweiseitigen Gutachten. Schließlich hätte der Betroffene den Arbeitsausfall mit einer jüngst von der Stiko "öffentlich empfohlenen" dritten Impfung verhindern können. Bislang erhalten nur Ungeimpfte im Quarantäne-Fall keinen Lohn mehr.

06:43 Uhr | Amtsärzte: Impfpflicht ist kein Impfzwang

In der Debatte über eine allgemeine Impfpflicht weisen die deutschen Amtsärzte darauf hin, dass diese keinen Impfzwang bedeuten würde. "Niemand wird und darf Menschen gegen ihren erklärten Willen impfen", sagt die Vize-Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Elke Bruns-Philipps, der Funke Mediengruppen. Das gebe das Gesetz wie es jetzt diskutiert werde nicht her, so sei es auch nicht angedacht. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat erklärt, man werde eine Impfpflicht nicht in den Arztpraxen umsetzen lassen.

06:15 Uhr | Kritik an Kassenärzte-Chef Gassen

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Mitteldeutschland haben ihren Bundeschef Andreas Gassen wegen einer Äußerung zur Impfpflicht scharf kritisiert. Gassen hatte erklärt, er könne seinen Ärzten nicht zumuten, eine Impfpflicht gegen den Willen der Patienten durchzusetzen. Die Vorsitzende der KV Thüringen, Annette Rommel, sagte MDR AKTUELL, sie sei nicht erfreut darüber, dass die private Meinung eines hohen Funktionärs als die Meinung der Vertragsärzteschaft ausgegeben werde. Die Kollegen würden natürlich jeden Patienten impfen, der zu diesem Zweck einen Arzt aufsuche. Ähnlich äußerten sich der sächsische KV-Landeschef Klaus Heckemann und sein sachsen-anhaltinischer Amtskollege Jörg Böhme.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 20. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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