Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Merkel fordert zusätzliche Kontaktbeschränkungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt weitere schnelle Eindämmungsmaßnahmen an. Planbare OPs werden bundesweit verschoben. Intensivmediziner setzen sich für eine Impfpflicht ein. Die EMA gibt grünes Licht für Impfungen von Kindern. Aktuelle Entwicklungen zur Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich für noch schärfere Schutzmaßnahmen gegen die vierte Welle aus. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 25. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:36 Uhr | Viele Infektionen an Schulen

In Schulen kommt es derzeit wieder häufiger zu Corona-Ausbrüchen. Das geht aus dem Wochenbericht des RKI hervor, der am Abend veröffentlicht wurde. Darin heißt es, nach einem kurzzeitigen Rückgang während der Herbstferien sei ein rascher Anstieg des Infektionsgeschehens zu beobachten. Aktuell liege die Zahl der Schul-Ausbrüche deutlich über dem Höchstniveau der zweiten Welle. Die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen liegt bundesweit bei rund 900 und damit doppelt so hoch wie im Bevölkerungsschnitt. Allerdings wird an Schulen auch mehr getestet.

21:35 Uhr | Einreise nach Portugal nur mit negativem Test

Die Regierung von Portugal hat neue Maßnahmen zur Eindämmung der wieder steigenden Infektionszahlen ergriffen. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, werden künftig im Rahmen des am 1. Dezember in Kraft tretenden Notfallzustands einen negativen Test vorweisen müssen. Das gilt auch, wenn sie geimpft oder genesen sind, wie Ministerpräsident António Costa am Donnerstagabend in Lissabon mitteilte.

21:10 Uhr | Zeman mit Corona-Infektion wieder in Klinik

Tschechiens Staatschef Milos Zeman ist wenige Stunden nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet und erneut eingewiesen worden. Seine Termine wurden abgesagt. Zeman sollte am morgigen Freitag den Konservativen Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten ernennen.

Der 77-Jährige Zeman war am 10. Oktober – einen Tag nach der Parlamentswahl – wegen ernster gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus gekommen. Offenbar hat er ein schweres Leberleiden.

21:03 Uhr | Wieder Protest in Hildburghausen

In Hildburghausen hat die Polizei am Abend erneut eine unangemeldete Demonstration gegen die Corona-Politik aufgelöst. Auf dem Marktplatz versammelten sich rund 70 Menschen. In Thüringen sind derzeit nur Kundgebungen mit maximal 35 Teilnehmern erlaubt. Der Einsatzleiter der Polizei sagte, es sei praktisch gegen alle Regeln verstoßen worden. Es seien keine Masken getragen und keine Mindestabstände eingehalten worden. Als die Beamten die Kundgebung auflösten, kam es zu Auseinandersetzungen.

20:48 Uhr | Offener Brief gegen Corona-Regeln stößt auf Kritik

Im südthüringisch-nordbayerischen Raum haben rund 50 Ärzte, Psychologen, Apotheker und weitere Beschäftigte im Gesundheitswesen in einem offenen Brief die Aufhebung aller staatlichen Corona-Maßnahmen gefordert. Unter den Unterzeichnern des in einem Anzeigenblatt veröffentlichten Schreibens sind mehrere Beschäftigte des Klinikverbundes Regiomed mit Standorten in Thüringen und Bayern, wie das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Sie fordern in dem Brief, "die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände des Bürgers zu legen".

Kritik an der Aktion, über die am Donnerstag die Zeitung "Freies Wort" berichtete, kam von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner. "Es ist kontraproduktiv, wenn sich medizinisches Personal hinter Aufrufe stellt, alle Maßnahmen zu beenden und auf Eigenverantwortung zu setzen", sagte die Linken-Politikerin.

Die Geschäftsführung des Klinikverbundes distanzierte sich von den beteiligten Beschäftigten. Alle bei Regiomed Beschäftigten seien verpflichtet, "ihre Arbeit an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten."

20:39 Uhr | Haseloff geboostert

Reiner Haseloff bekommt im Impfzentrum Wittenberg seine Booster-Impfung
Reiner Haseloff bei seiner Auffrischungsimpfung. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich am Donnerstag im Impfzentrum Wittenberg seine Booster-Impfung abgeholt. Er hat den Impfstoff von Moderna erhalten. "Ich habe mich nach Gesprächen mit Medizinern bewusst nach zwei Biontech-Impfungen für eine Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Moderna entschieden, da diese Kreuzimpfungen besonders wirkungsvoll sind", sagte der CDU-Politiker. Moderna sei im Vergleich zu Biontech "ein mindestens gleichwertiger Impfstoff".

20:37 Uhr | Tschechien verschärft

Die tschechische Regierung schließt Weihnachtsmärkte und Diskotheken, will aber auf einen Lockdown verzichten. "Die Situation wird sich in den kommenden Wochen verschlechtern, wobei der Höhepunkt um Weihnachten herum erwartet wird", sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag. Deshalb müssten Gastronomie-Betriebe zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens schließen, Alkoholverzehr in der Öffentlichkeit wird verboten. Die neuen Regeln reduzieren außerdem die maximale Teilnehmerzahl privater Feiern auf 100 und bei Kultur- und Sportveranstaltungen auf 1.000. Seit Montag gilt bereits eine 2G-Regel in der Gastronomie und bei Veranstaltungen.

19:34 Uhr | Kretschmer will "Bergamo nicht zulassen"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die vierte Welle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unter Kontrolle bringen. "Wenn wir nächste Woche um diese Zeit feststellen, wir haben immer noch ein solches Infektionsgeschehen, dann werden wir gemeinsam darüber sprechen, was noch mehr notwendig ist - weil wir Bergamo in Sachsen nicht zulassen wollen", sagte er am Donnerstagabend in einer Online-Diskussion.

Der Konvoi der italienischen Armee aus Bergamo transportiert die Leichen der Verstorbenen vom Coronavirus zum Friedhof von Ferrara.
Bilder, die um die Welt gingen: Italienisches Militär transportierte im Frühjahr 2020 Corona-Tote ab. Bildrechte: dpa

Kretschmer spielte damit auf die dramatischen Situation in der norditalienischen Stadt Bergamo im Frühjahr 2020 an. Bilder von Militärlastwagen, die massenhaft Särge abtransportierten, lösten damals weltweit Bestürzung aus. Sachsen hatte später als erstes Bundesland auch Patienten aus Bergamo in seinen Krankenhäusern aufgenommen.

19:32 Uhr | Zwei Corona-Fälle bei Dynamo Dresden

Dynamo Dresden muss vorerst auf zwei Stammspieler verzichten. Verteidiger Kevin Ehlers und Mittelfeldspieler Luca Herrmann wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Fußball-Zweitligist am Donnerstagabend bekannt gab. Sie haben sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben.

19:01 Uhr | Patienten nach Niedersachsen verlegt

Aus Thüringen sind die ersten Corona-Intensivpatienten nach Niedersachsen verlegt worden. Ein Kliniksprecher in Hannover teilte mit, dass am Abend ein Rettungshubschrauber mit einem Patienten aus Suhl gelandet sei. Ein zweiter Patient wurde nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur kurz darauf mit einem Rettungswagen eingeliefert. Morgen sollen weitere schwerkranke Covid-Erkrankte folgen.

18:55 Uhr | Studie: Infektionsschutz nimmt bei Biontech schnell ab

Eine neue Studie aus Israel zeigt, dass der Schutz vor Ansteckung beim Impfstoff von Biontech/Pfizer schon drei Monate nach einer Zweitdosis abzunehmen scheint, zumindest bei einem Teil der Geimpften. Frühere Bosster-Impfungen könnten vor diesem Hintergrund sinnvoll sein. Über die Details berichtet MDR WISSEN:

18:51 Uhr | Thüringen verlängert Wirtschaftshilfen

In Thüringen sollen die Branchen Wirtschaft, Handel und Tourismus stärker unterstützt werden. Wie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee erklärte, wurde ein Förderprogramm zu Überbrückungshilfen um drei Monate verlängert. Es laufe nun bis Ende März 2022. Unternehmen mit coronabedingten Umsatzausfällen könnten bis zu 100 Prozent der Betriebskosten ersetzt bekommen. Für Kultur- und Verstanstaltungsbranche seien unter anderem Investitionsprogramme und eine Ausfallabsicherung geplant. Dabei sollen auch Schausteller berücksichtigt werden, denen ihr Geschäft durch die Absage von Weihnachtsmärkten entgeht. Eine Abstimmung zwischen Bund und Ländern dazu laufe.

Beleuchtete Weihnachtsbuden stehen auf einem Markt, davor ein mit Flatterband abgesperrter Durchgang. 5 min
Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder

Kurz nach der Eröffnung mussten die Weihnachtsmärkte in Thüringen schon wieder schließen. Die Weihnachtsmarktfrage hat sich in dem Bundesland zu einem absoluten Politikum hochgeschaukelt. Ein Rückblick.

MDR KULTUR - Das Radio Do 25.11.2021 18:00Uhr 04:35 min

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18:46 Uhr | Frankreich verschärft

Frankreich erlässt weitere Corona-Regeln. Gesundheitsminister Olivier Véran sagte in Paris, alle Einwohner ab 18 Jahren sollten sich erneut impfen zu lassen, sobald fünf Monate vorbei seien. Wenn diese Auffrischung nicht innerhalb von sieben Monaten erfolge, werde der Corona-Pass ungültig.

Nur mit einem 3G-Nachweis von Impfung, Genesung oder Corona-Test können die Menschen in Frankreich Restaurants und Veranstaltungen besuchen oder per Flugzeug und Fernzug verreisen. Weiter kündigte der Minister an, dass Corona-Tests künftig statt 72 nur noch 24 Stunden gültig seien. Die Maskenpflicht soll wieder überall in Innenräumen greifen und bei Massenveranstaltungen, wie etwa Weihnachtsmärkten.

18:30 Uhr | SPD-Parteitage nur digital

Der bislang vom 10. bis 12. Dezember in Präsenz geplante SPD-Bundesparteitag soll voraussichtlich in verkürzter Form digital stattfinden. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP sowie das Portal "The Pioneer" am Donnerstag. Wegen der Corona-Lage werde lediglich ein eintägiges Digital-Treffen am 11. Dezember geplant. Auf dem Parteitag sollen Lars Klingbeil und Saskia Esken zu Parteichefs gewählt werden.

Auch der bislang als hybride Veranstaltung geplante Sonderparteitag der SPD am 4. Dezember, auf dem über den Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP beraten werden soll, wird dem Bericht zufolge vollständig digital stattfinden.

18:05 Uhr | Neue Variante in Südafrika besorgt Fachleute

In Südafrika ist eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 "weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf", sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sie gebe "Anlass zur Sorge". Die Wirksamkeit der Vakzine gegen die Variante sei unklar. Gesundheitsminister Joe Phaahla erklärte, es handle sich um eine "große Bedrohung".

Laut Wissenschaftlern weist die neue Variante mindestens zehn Mutationen auf – bei der Delta-Variante sind es zum Vergleich nur zwei. Fachleute befürchten, B.1.1.529 könnte sich nicht nur effizienter ausbreiten, sondern auch das Immunsystem besser umgehen.

17:16 Uhr | Kinderärzte raten zu Zurückhaltung bei Corona-Impfungen

Die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige in Europa ist nach Einschätzung von Kinderärzten vor allem für chronisch kranke Kinder wichtig. "Diese Kinder und ihre Eltern haben dringend auf die Zulassung gewartet, da sich die Familien teilweise komplett sozial isoliert haben, um ihre Kinder zu schützen", erläuterte am Donnerstag die Kinderärztin Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Grundsätzlich sei es aber sinnvoll, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abzuwarten, da die Fünf- bis Elfjährigen von komplizierten Verläufen kaum betroffen seien. Gesunde Kinder dieser Altersgruppe hätten "persönlich in Bezug auf ihre eigene Gesundheit nur wenig Nutzen von der Impfung", sagte Brunnert.

Entscheidend ist nicht die Zulassung, sondern die Empfehlung.

Axel Gerschlauer Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Der Bonner Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Axel Gerschlauer kritisierte ein Vorpreschen der Politik bei dem Thema. Es müsse deutlich gemacht werden, dass die ungeimpften Erwachsenen über den Verlauf der Pandemie entschieden. Bei den Fünf- bis Elf-Jährigen verlaufe Covid-19 hingegen meist symptomlos oder mild. Es gebe daher keinen Zeitdruck. Auch Gerschlauer betonte, dass nun die Stiko-Empfehlung abgewartet werden müsse.

16:50 Uhr | Werner: Impfstoff für Kinder ab 20. Dezember verfügbar

Thüringen rüstet sich für die erwarteten Corona-Impfungen für Kinder ab dem Vorschulalter. Der Impfstoff werde jedoch erst ab 20. Dezember verfügbar sein, teilte Gesundheitsministerin Heike Werner am Donnerstag auf Twitter mit. "Aber es wird alles vorbereitet", twitterte die Linken-Politikerin.

16:45 Uhr | EU-Kommission für Booster-Frist

Die EU-Kommission schlägt den Mitgliedsländern vor, dass EU-Impfnachweise neun Monate nach der Zweitimpfung gültig sein sollen. Dann müsse spätestens eine Booster-Impfung erfolgen. Die Kommission fordert die Länder außerdem auf, keine zusätzlichen Reisebeschränkungen für Geimpfte, Genesene oder frisch Getestete einzuführen.

Update 16:35 Uhr | Merkel bietet Scholz gemeinsamen Krisenstab an

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt auf strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. "Wir brauchen mehr Beschränkungen von Kontakten", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Die Lage sei ernst, jeder Tag zähle. Sie bot deshalb dem künftigen Kanzler Olaf Scholz an, bereits jetzt ein gemeinsames Krisengremium einzurichten. Welche Maßnahmen genau sie anstrebe, sagte die Kanzlerin nicht – sicher sei für sie aber: "Wir brauchen mehr."

Olaf Scholz und Angela Merkel
Olaf Scholz und Angela Merkel Bildrechte: dpa

Der SPD-Politiker hatte gestern angekündigt, dass er einen ständigen Bund-Länder-Krisenstab zu Corona plane. Er werde im Kanzleramt angesiedelt. Scholz soll aber erst in der übernächsten Woche zum Kanzler gewählt werden.

16:17 Uhr | Höcke offenbar infiziert

Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das geht nach Recherchen von MDR THÜRINGEN aus Landtags- und Sicherheitskreisen hervor. Auf Anfrage sagte Fraktionssprecherin Lydia Funke, die AfD äußere sich grundsätzlich nicht zu Fragen der Gesundheit von Mitarbeitern. Auch Co-Parteisprecher Stefan Möller äußerte sich auf Anfrage nicht. Am Mittwoch hatte Höcke am Sonderplenum im Landtag zur Pandemielage nicht teilgenommen.

Höcke selbst hatte die Corona-Pandemie im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview 2020 für beendet erklärt.

16:14 Uhr | Sachsen: CDU will Corona-Schulden strecken

Die CDU im Sächsischen Landtag will die Tilgungsfrist für Schulden aus der Corona-Krise von 8 auf 15 Jahren verlängern. Das kündigte Fraktionschef Christian Hartmann am Donnerstag nach einer zweitägigen Klausur der CDU-Abgeordneten an. Die 15 Jahre sollen künftig für Kreditaufnahmen in Notsituationen und auf Grund von Naturkatastrophen gelten.

Laut Hartmann sind zum jetzigen Zeitpunkt Kredite im Umfang von 3,2 Milliarden Euro gebunden. Ob weitere Mittel benötigt würden, hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

15:50 Uhr | Jena: Täglich zehn Stunden Impfungen ohne Termin

In einem neuen kommunalen Impfzentrum will die Stadt Jena vom kommenden Mittwoch an täglich zehn Stunden ohne Termin Impfungen verabreichen. Das Zentrum am Ernst-Abbe-Platz soll sieben Tage die Woche von 9 bis 19 Uhr geöffnet sein.

15:35 Uhr | Viele Corona-Tote in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland sind die Todesraten durch Corona weit höher als im Bundesschnitt. Mehr als 10.700 der rund 100.000 Covid-Toten wurden aus Sachsen gemeldet. Das sind etwa elf Prozent, obwohl das Bundesland nicht einmal fünf Prozent der Gesamtbevölkerung stellt. Auch in Thüringen ist die Todesrate fast doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. In Sachsen-Anhalt starben ebenfalls überdurchschnittlich viele Menschen nach einer Corona-Infektion. Das Land stellt 2,7 Prozent der Bevölkerung, bei den Pandemie-Toten beträgt der Anteil 3,7 Prozent.

15:08 Uhr | Thüringen stockt Impfkapazität auf

Thüringen will ab der kommenden Woche seine Impfkapazität aufstocken. Das teilten das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung dem MDR mit. Ein KV-Sprecher sagte, in den Impfstellen solle es dann insgesamt 50 sogenannte Impfstrecken geben. Das entspreche ungefähr wieder dem Niveau vom zweiten Quartal des Jahres. Geplant sei, bereits nächste Woche den größten Teil der Impfstellen aufzustocken, damit weitere Termine vergeben und Öffnungszeiten erweitert werden können. Derzeit sind viele Impfstellen des Landes bis mindestens Jahresende ausgebucht.

Ohne die Hilfe der Bundeswehr ist der schnelle Ausbau der Impfstellen aber laut Ministerium und KV nicht zu schaffen. Viele ehemalige Mitarbeiter der Impfstellen stünden nicht mehr zur Verfügung. Ein entsprechender Antrag bei der Bundeswehr sei gestellt.

14:48 Uhr | Schadenersatz für Restaurant abgelehnt

Das Landgericht Dresden hat die Corona-Schadenersatzklage eines Leipziger Restaurants abgewiesen. Der Betreiber des "Panorama Tower" auf dem Uni-Riesen hatte vom Freistaat 200.000 Euro für Einnahmeausfälle während des ersten Lockdowns gefordert. Ein Gerichtssprecher sagte dem MDR, für die Klage gebe es keine Rechtsgrundlage. Das Infektionsschutzgesetz sehe Entschädigungen nur für Verdachts- oder Krankheitsfälle von Mitarbeitenden vor. Die IHK Leipzig hatte die Klage unterstützt, weil sie sich vom Urteil eine Musterwirkung für ähnliche Fälle erhoffte. Experten gehen davon aus, dass die Schadenersatzfrage erst vom Bundesgerichtshof endgültig geklärt wird.

13:51 Uhr | Gesundheitsminister: Planbare OPs bundesweit verschieben

Zwei Intensivpfleger versorgen einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik
DIe Intensivstationen sind voll, deswegen sollen nun bundesweit planbare Operationen und Behandlungen verschoben werden. Bildrechte: dpa

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in weiten Teilen Deutschlands sollen planbare Operationen nach dem Willen der Gesundheitsminister vom Bund und Ländern bundesweit verschoben werden. In vielen Bundesländern ist dies schon der Fall. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), berichtete nach einer Schaltkonferenz am Donnerstagmorgen, darüber seien sich die Länder einig gewesen. Es brauche zudem Freihaltepauschalen für die Kliniken, wenn sie Intensivbetten und Klinikpersonal für Covid-19-Patienten frei halten.

13:41 Uhr | Intensivmediziner fordern Impfpflicht

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) fordert eine Impfpflicht für alle Erwachsenen. Das Präsidium habe sich geschlossen für einen solchen Schritt ausgesprochen, teilte die Vereinigung mit. "Es gilt, unsere Patienten zu schützen, Menschenleben zu retten und auch unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren", erklärte Divi-Präsident Gernot Marx. Eine Impfpflicht nur für bestimmte Gruppen wie Pflegekräfte lehnt die Organisation dagegen ab. Sie sei weder ausreichend noch moralisch zu rechtfertigen.

Klar sei allerdings auch, dass eine Impfpflicht die vierte Corona-Welle nicht mehr entscheidend beeinflussen würde. Sie könnte aber weitere Ausbruchswellen verhindern und damit den Weg zur Pandemiebewältigung ebnen.

13:37 Uhr | Köpping verurteilt Angriff auf mobiles Impfteam

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat den Angriff auf das mobile Impfteam in Dresden-Prohlis verurteilt. Sie sei sprachlos, sagte Köpping am Donnerstag. Dies sei menschenverachtend und inakzeptabel. Bereits gestern hatte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert die Attacke verurteilt.

12:47 Uhr | EU-Arzneibehörde EMA lässt Biontech-Impfstoff für Kinder zu

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegeben. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung. Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt aber als Formsache.

11:54 Uhr | Fast 800.000 Impfungen am Tag

Das Impftempo in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf: Laut Daten des RKI wurden am Mittwoch bundesweit fast 800.000 Impfungen gemeldet. Mit Abstand die meisten davon waren Auffrischungsimpfungen (rund 626.000). Dazu kamen rund 101.000 Erstimpfungen und rund 68.000 Zweitimpfungen. Damit sind fast 71 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft, und rund 68 Prozent doppelt. 8,8 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.

11:14 Uhr | Göring-Eckardt für Impfpflicht

Die Co-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, plädiert für eine Impfpflicht. Diese helfe zwar nicht jetzt. "Aber sie hilft uns später", sagt sie in der ARD. Eine Impfpflicht sei ein harter Eingriff. "Ich schrecke davor nicht zurück." Was im Moment gegen die Coronawelle helfe, seien die 2G- und 3G-Regeln. Das zeige sich zum Beispiel daran, dass die Schlangen an den Impfmöglichkeiten extrem lang seien.

10:36 Uhr | Luftwaffe hält zwei Flugzeuge bereit für Corona-Hilfe

Die Luftwaffe hält in Köln nun zwei Flugzeuge für einen Hilfseinsatz zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses seien am Vortag zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden, sagte ein Luftwaffen-Sprecher am Donnerstag. Über sechs Intensivplätze verfüge der Airbus A310 MedEvac. Schnelle Transportkapazitäten sollen bereitgehalten werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. Dafür gibt es eine Aufteilung nach dem sogenannten Kleeblatt-Prinzip.

10:04 Uhr | Kretschmer schließt Komplett-Lockdown nicht aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erwägt notfalls einen Komplett-Lockdown im Freistaat noch vor Weihnachten. Kretschmer sagte der "Sächsischen Zeitung", das werde nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis dafür gebe, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten. Wenn in der nächsten Woche kein positiver Effekt sichtbar sei, müsse man die Diskussion führen. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert ein Regierungsmitglied mit den Worten: "Es ist bereits jetzt klar, dass wir einen kompletten Lockdown brauchen, inklusive Handel und Gastronomie." Anders sei "die Pandemie nicht in den Griff zu bekommen".

08:43 Uhr | Rudolstadt: Mindestens sieben Tote bei Corona-Ausbruch in Seniorenheim

In einer Seniorenresidenz in Rudolstadt sind mindestens sieben Heimbewohner mit Corona gestorben. Wie ein Sprecher des Landratsamtes dem MDR sagte, haben sich 61 der 141 Bewohner mit dem Virus angesteckt. Bei den sieben Verstorbenen stehe fest, dass sie infolge der Viruserkrankung gestorben seien. Bei weiteren Todesfällen lägen dem Gesundheitsamt noch keine Totenscheine vor. Sechs der verstorbenen Bewohner seien nicht geimpft, ein Bewohner nicht vollständig geimpft gewesen.

Auch in einem Seniorenheim in Jena hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Dabei sind ebenfalls mindestens sieben Bewohner gestorben. Ein Sprecher sagte, insgesamt seien inzwischen 82 Bewohner und Angestellte infiziert.

08:29 Uhr | Ramelow: Corona-Krisenstab der Ampel-Koalition sinnvoll

Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE)
Es sei ein Fehler gewesen, die Bundesnotlage aufzuheben, bevor die neue Regierung vereidigt sei, sagte Bodo Ramelow. Bildrechte: IMAGO / Jacob Schröter

Thüringens Ministerpräsident Ramelow will das Vorhaben der neuen Ampel-Koalition, in der Corona-Pandemie einen Krisenstab im Kanzleramt einzurichten, unterstützen. Dies sei ein vernünftiger Vorschlag, sagte der Linken-Politiker im Deutschlandfunk. Das thüringische Innenministerium habe dies bereits im Frühjahr ins Gespräch gebracht. Zudem sei es ein Fehler gewesen, die Bundesnotlage aufzuheben, bevor die neue Regierung vereidigt sei, betonte Ramelow. Ramelow äußerte mit Blick auf die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollten, Unverständnis. Eine Impfverpflichtung sei zu überlegen.

08:16 Uhr | Faktencheck zu Übersterblichkeits-Studie

Eine Abgeordnete, die als Impfskeptikerin bekannt ist, legte dem Thüringer Landtag kürzlich eine Studie zu Übersterblichkeit und Impfquote vor. Demnach soll in Bundesländern mit hoher Impfquote die Übersterblichkeit höher sein als in Bundesländern mit Impfmuffeln. Die Wissenschaftler der Studie distanzieren sich jedoch inzwischen davon und sprechen lediglich von einer "Notiz". Weitere Recherchen von MDR AKTUELL zur Übersterblichkeit und Impfquote liefern zudem eher gegenteilige Ergebnisse.

07:53 Uhr | Sechs Millionen Euro für Schul-Förderprogramm zu Corona

In Sachsen sind aus dem Schul-Förderprogramm "Aufholen nach Corona" bislang mehr als sechs Millionen Euro abgerufen worden. Das sagte die Leiterin der zuständigen Servicestelle, Birgit Willhöft, MDR AKTUELL. Das sei im Gegensatz zu anderen Programmen eine ziemlich hohe Summe. Im kommenden Frühjahr werde es einen ersten Kassensturz geben. Danach wisse man, wie viel Geld gebunden sei und wo noch nachjustiert werden müsse. Derzeit würden an den sächsischen Schulen mehr als 3.100 Projekte unterstützt. Bis Ende nächsten Jahres stehen den Angaben zufolge insgesamt rund 30 Millionen Euro zur Verfügung.

07:48 Uhr | Inzidenz in Mitteldeutschland über 1.000

Die Inzidenz in Mitteldeutschland ist über die Marke von 1.000 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gestiegen. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts hervor, dass die Zahlen zu Neuinfektionen aktueller meldet als das RKI. Laut Risklayer liegt die Inzidenz in Sachsen bei 1.364, in Sachsen-Anhalt bei 696 und in Thüringen bei 763. Der Erzgebirgskreis weist zudem als erster Kreis in Deutschland eine Inzidenz von über 2.000 auf.

Deutschlandweit meldet Risklayer eine Inzidenz von 453 und rund 73.500 registrierte Neuinfektionen. Das RKI meldete ein Inzidenz von 419 und rund 76.000 Neuninfektionen.

06:46 Uhr | Apothekerverband: Corona-Schnelltests werden knapp

Mit dem Inkrafttreten der neuen Corona-Vorschriften werden in Deutschland die Corona-Schnelltests knapp. "Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz ist die Nachfrage nach kostenlosen Bürgertests und nach Selbsttests in den Apotheken am Mittwoch explodiert", sagte der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, der "Rheinischen Post". "Die Lieferzeiten werden von Tag zu Tag länger." Als Ursache nannte der Verbandschef die wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen europaweit steigende Nachfrage nach den Tests. In Deutschland etwa müssen nun Arztpraxen und Gesundheitsdienstleister ihr Personal täglich testen. Hinzu kämen Probleme in der Lieferkette.

06:41 Uhr | Sinnvolle Kreuzimpfungen

Kreuzimpfungen aus mehreren Vakzinen gegen das Coronavirus sind sinnvoll, hat eine Studie ergeben. Die Kreuzimpfung habe in der Studie besser abgeschnitten als eine zweifache Vektorimpfung oder eine doppelte mRNA-Impfung, sagt Prof. Martina Sester von der Uni des Saarlandes. Sie würde das Beste aus beiden Impfwelten vereinen. Eine besonders gute T-Zell-Antwort und eine gute Antikörperantwort.

06:39 Uhr | Mehr als 100.000 Corona-Tote

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 351 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Deutschland seit März 2020 stieg damit auf insgesamt 100.119.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben weltweit rund 5,2 Millionen Menschen. Allerdings gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 25. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. November 2021 | 06:00 Uhr

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