Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Städtetag fordert Impfpflicht für bestimmte Berufe

Der Deutsche Städtetag dringt auf eine gesetzliche Impfpflicht für Beschäftigte an Schulen, Kitas, im Gesundheits- und Pflegebereich. Ungeimpfte würden Kranke, Kinder und alte Menschen gefährden, erklärte Städtetagspräsident Jung. Neben Bayern haben jetzt auch Hamburg, Baden-Württemberg sowie Sachsen und Thüringen striktere Corona-Maßnahmen beschlossen. Die 2G-Regel soll auf mehr Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitet werden. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Spritze wird aufgezogen
Der Deutsche Städtetag fordert eine Impfpflicht für Lehrer, Erziehrinnen sowie Kranken- und Altenpfleger. Bildrechte: imago images/Einsatz-Report24

Unser Ticker am Dienstag, 16. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 Uhr | Pfizer beantragt Notfallzulassung für neues Corona-Medikament

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für sein neues Corona-Medikament Paxlovid beantragt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die entsprechenden Unterlagen für die Pille bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. Pfizer-Chef Albert Bourla erklärte, angesichts der mehr als fünf Millionen Toten gibt es einen dringenden Bedarf nach lebensrettenden Behandlungsmöglichkeiten. Pfizer zufolge hatte sich bei einer klinischen Studie gezeigt, dass Paxlovid bei Risikopatienten nach einer Coronavirus-Infektion die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent senkt.

21:16 Uhr | Ampel-Pläne: Haft für Fälschung von Impfnachweisen

Fälschern von Corona-Tests, Genesenen- oder Impfnachweisen sollen nach den Plänen der Ampel-Parteien im schlimmsten Fall bis zu fünf Jahre Haft drohen. Das sieht ein Entwurf für die künftige Corona-Verordnung vor, das am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden soll. Demnach soll die Herstellung und auch die wissentliche Nutzung gefälschter Impfnachweise künftig mit einer Strafe bedroht sein. Auch der wissentliche Gebrauch eines falschen Testnachweises mit dem Zweck der Täuschung ist dem Entwurf zufolge strafbar.

20:58 Uhr | New York: Silvester am Times Square nur für Geimpfte

Die traditionelle Silvesterparty am Times Square in New York kann in diesem Jahr wieder mit Zuschauern stattfinden. Allerdings müssen alle vollständig gegen Covid-19 geimpft sein. "Silvester am Times Square wird eine unglaubliche Feier der Erholung unserer Stadt sein", teilte Bürgermeister Bill de Blasio mit. Bis auf sehr wenige streng regulierte Ausnahmen müssten alle Besucher einen Impfnachweis vorzeigen, teilte der Nachbarschaftsverband "Times Square Alliance" mit. 2020 war die Feier wegen der Pandemie weitgehend ins Internet verlegt worden.

Konfetti fällt um Mitternacht auf die Menschen auf dem New Yorker Times Square während der Neujahrsfeier
Konfetti fällt um Mitternacht auf die Menschen auf dem New Yorker Times Square während der Neujahrsfeier. Bildrechte: dpa

20:32 Uhr | Sachsen-Anhalt: Linke sagt wegen Corona-Lage Parteitag ab

Wegen der zugespitzten Corona-Lage sagt Sachsen-Anhalts Linke ihren Landesparteitag am kommenden Wochenende in Leuna ab. Ein Sprecher erklärte in Magdeburg, die Entscheidung habe der Vorstand in Absprache mit den Delegierten sowie den Stadt- und Kreisvorsitzenden getroffen. Man sei sich zwar bewusst, dass es innerhalb der Partei Redebedarf zu den jüngsten Wahlergebnissen gebe. Wegen der steigenden Infektionszahlen sei die Absage aber unausweichlich. Die Linke will den Landesparteitag in Kürze neu einberufen und dann auch eine digitale Variante mit einplanen.

20:01 Uhr | Beförderer sollen 3G in Verkehrsmitteln überprüfen

Die von SPD, FDP und Grünen geplanten Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete (3G) in Verkehrsmitteln sollen einer Vorlage zufolge "stichprobenhaft" überprüft werden. Beförderer sollen dazu verpflichtet werden, dies durch entsprechende Nachweiskontrollen zu überwachen, heißt es in der Vorlage für die Beratung über die Corona-Maßnahmen im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Passagiere müssten dann Nachweise als vollständig gegen Covid-19 Geimpfte, Genesene oder für einen negativen Test vorzeigen können.

Greifen soll die 3G-Regel demnach im öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen, im öffentlichen Fernverkehr mit ICE und IC sowie für den Luftverkehr. Ausgenommen sein sollen Schülerinnen und Schüler und die Beförderung in Taxis. Die Vorgaben für die Benutzung der Verkehrsmittel sollen auch für das Kontroll- und Servicepersonal gelten.

19:45 Uhr | Entwurf: Arbeitgeber sollen 3G am Arbeitsplatz kontrollieren

Die Einhaltung der geplanten 3G-Regel am Arbeitsplatz soll von den Arbeitsgebern täglich kontrolliert werden. Das geht aus einem Entwurf der Ampel-Parteien für die Bundestagssitzung am Donnerstag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach dürfen Angestellte ihre Arbeitsstätte nicht mehr ohne Impf-, Genesenen- oder tagesaktuellen Testnachweis betreten. Das gelte nicht, wenn der Test direkt am Arbeitsort gemacht werde. Dem Entwurf zufolge sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, die Einhaltung durch Nachweiskontrollen täglich zu überwachen und regelmäßig zu dokumentieren. Beschäftigte seien verpflichtet, einen entsprechenden Nachweis auf Verlangen vorzulegen.

19:06 Uhr | Irland verschärft Corona-Maßnahmen

Wegen steigender Fallzahlen müssen sich die Menschen in Irland wieder auf strengere Corona-Maßnahmen einstellen. Ab Donnerstag sind alle Bars, Restaurants und Clubs angehalten, wieder spätestens um Mitternacht schließen, wie der irische Sender RTE berichtete. Ab Freitag soll außerdem wieder die Empfehlung gelten, wenn möglich von Zuhause aus zu arbeiten. Premierminister Micheál Martin rief dem Sender zufolge die Irinnen und Iren dazu auf, ihre sozialen Kontakte wieder zu reduzieren. In den vergangenen Tagen war die Zahl der Corona-Fälle in Irland wieder deutlich angestiegen.

17:32 Uhr | Streit um Corona-Rückholflüge ab Dezember vor Gericht

Die Corona-Rückholaktion der Bundesregierung für gestrandete Touristen wird ab Dezember die Justiz beschäftigen. Wie das Verwaltungsgericht Berlin mitteilte, hat es aus etwa 140 Klagen gegen die Kostenbeteiligung zwei Musterverfahren ausgewählt. Die mündliche Verhandlung sei für den 17. Dezember angesetzt worden. Das Auswärtige Amt hatte nach Ausbruch der Pandemie im März 2020 rund 67.000 Urlauber nach Deutschland zurückgeholt, weil damals viele Fluggesellschaften den Verkehr eingestellt hatten. Später wurden den Rückkehrern Rechnungen über mehrere hundert Euro als Kostenbeteiligung ausgestellt.

17:12 Uhr | Sachsen-Anhalt öffnet wieder Impfzentren

In Sachsen-Anhalt kommen die Impfzentren zurück. Sozialministerin Petra Grimm-Benne erklärte, seit gestern gelte eine neue Impfverordnung, die den Betrieb der Impfzentren wieder ermögliche. Zum Jahreswechsel werde ein großer Ansturm der Impfwilligen erwartet. Bei vielen liege dann die zweite Impfung gegen das Coronavirus ein halbes Jahr zurück. Grimm-Benne zufolge soll nun alles Nötige aufgebaut werden. Wer sich die erste, zweite oder dritte Imfpfung holen wolle, solle nicht zurückgeschickt werden, weil es beim Arzt keine Termine gebe oder die Schlange so lang sei.

16:53 Uhr | Pfizer vergibt Lizenzen für Generika seiner Covid-Pille

Der US-Pharmakonzern Pfizer will erlauben, dass in ärmeren Ländern sein Covid-19-Medikament als günstigeres Nachahmerpräparat verkauft wird. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde dazu mit der internationalen Patent-Organisation eine Vereinbarung geschlossen. Mit den Lizenzen sollen Hersteller in 95 Ländern in die Produktion einsteigen können. Die Covid-Pille von Pfizer soll das Risiko eines lebensgefährlichen Verlaufs um fast 90 Prozent verringern. Die USA und Großbritannien haben sich bereits Millionen Einheiten reserviert, obwohl das Präparat noch nicht offiziell zugelassen ist.

16:40 Uhr | Kekulé: Müssen in den Notfallmodus schalten

Für den Virologen Alexander Kekulé ist die vierte Corona-Welle nicht mehr einzudämmen. Er sagte MDR AKTUELL, man müsse jetzt in den Notfallmodus schalten. Kekulé sprach sich für Kontaktbeschränkungen für alle aus - also auch für Geimpfte und Genesene sowie für Kita- und Schulkinder. Das sei der einzige Ansatz, wie man etwas Kontrolle zurückbekommen könne. Statt auf 2G müsse man auf 2G+ setzen. Die massiven Freiheiten für Geimpfte und Genesene hätten zum derzeitigen Infektionsgeschehen beigetragen.

16:03 Uhr | Sachsen-Anhalt: Hohe Inzidenz bei ungeimpften Jugendlichen

In Sachsen-Anhalt verschärft sich das Corona-Infektionsgeschehen weiter deutlich. Vor allem bei den ungeimpften Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren melden die Behörden eine hohe Sieben-Tage-Inzidenz. Während unter den vollständig Geimpften Inzidenz in der vergangenen Woche bei fast 52 lag, war der Wert bei den Ungeimpften mehr als zwanzig Mal so hoch und lag bei circa 1.100.

Das liegt unter anderem an der niedrigen Impfquote: Nur etwa 28,5 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 sind in Sachsen-Anhalt bislang vollständig geimpft. Deutschlandweit liegt der Anteil in der Altersgruppe aktuell bei 44 Prozent. Auch dürfte es daran liegen, dass im Schulbetrieb regelmäßig getestet wird und dadurch die Zahl der unerkannten Fälle niedriger ist als in anderen Altersgruppen.

15:29 Uhr | Städtetag fordert Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Der Deutsche Städtetag dringt auf eine gesetzliche Impfpflicht für Beschäftigte an Schulen, Kitas, im Gesundheits- und Pflegebereich. Der Präsident des Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, sagte bei der Hauptversammlung in Erfurt, es sei bereits fünf Minuten nach zwölf. Die Städte sähen mit Sorge, dass es noch zu viele Ungeimpfte gebe. Sie gefährdeten Kinder, Kranke oder alte Menschen, aber auch sich selbst. Außerdem wolle man, dass Schulen und Kitas offen blieben.

15:09 Uhr | BDA-Chef fordert klare Vorgaben zu 3G auf Arbeit

Die deutschen Arbeitgeber haben vor zusätzlicher Bürokratie bei einer 3G-Regelung am Arbeitsplatz gewarnt. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung, Steffen Kampeter, sagte MDR AKTUELL, die Politik müsse betriebspraktische Lösungen vorschlagen. Wichtig sei, dass die Arbeitgeber die notwendigen Informationen zum Impf- oder Genesungsstatus bekämen. Trauben vor den Werktoren müssten vermieden werden. Der BDA-Chef sprach sich für Stichproben oder digitale Lösungen zur Kontrolle von 3G am Arbeitsplatz aus.

14:58 Uhr | Sachsen und Thüringen verschärfen Corona-Regeln

Sachsen will seine Corona-Maßnahmen weiter verschärfen. Sozialministerin Köpping sagte nach einer Kabinettssitzung, in erster Linie gehe es um eine Reduzierung von Kontakten und mehr Tests. In besonders gefährdeten Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern solle eine generelle Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene gelten. Bei Erreichen der Überlastungsstufe greife die 2G-Regel auch in Geschäften. Ausgenommen seien etwa Supermärkte und Drogerien. Die neue Corona-Schutzverordnung soll ab kommender Woche gelten.

Auch in Thüringen sind strengere Regeln geplant. Die Landesregierung beschloss eine landesweite 2G-Pflicht für Gaststätten, Hotels, Pensionen und Veranstaltungen. Demnach erhalten nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Ausnahmen gelten für Kinder, Jugendliche und Betriebsangehörige. Die neuen 2G-Regeln sollen von den Kommunen schon diese Woche umgesetzt werden und später in der neuen Thüringer Corona-Verordnung festgeschrieben werden.

14:45 Uhr | Mehrere Bundesländer weiten 2G aus

Weitere Bundesländer verschärfen ihre Corona-Regeln. So ist ab morgen in Baden-Württemberg 2G Pflicht. Ministerpräsident Kretschmann kündigte an, Ungeimpfte würden dann von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Nur noch Geimpfte und Genesene könnten Restaurants und Museen sowie die meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen besuchen. Auch in Hamburg sind Restaurants, Bars und Clubs künftig für Ungeimpfte tabu. Der rot-grüne Senat strich für etliche Bereiche das 3G-Modell und machte stattdessen ab kommenden Samstag das 2G-Modell zur Pflicht.

14:25 Uhr | Krankenhäuser in Salzburg bereiten Triage vor

Die Krankenhäuser im österreichischen Bundesland Salzburg bereiten sich auf Triage vor. Die Landeskliniken erklärten, sie könnten die Behandlung aller Patienten schon bald nicht mehr garantieren. Deshalb werde ein Triage-Team zusammengestellt. Es solle künftig darüber beraten, welcher Patient noch intensivmedizinisch behandelt werden könne und welcher nicht. Salzburg hat mit 1.500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich. Gestern hatte das Land bereits einen Teil-Lockdown für Ungeimpfte verhängt.

14:15 Uhr | München sagt Christkindlmarkt ab

München hat als erste deutsche Großstadt ihren traditionellen Weihnachtsmarkt abgesagt. Wie Oberbürgermeister Dieter Reiter nach einer Sitzung des Krisenstabes mitteilte, wird es in diesem Jahr keinen Christkindlmarkt geben. Die Situation in den Kliniken sei dramatisch, die Infektionszahlen stiegen exponentiell. Er habe gar keine andere Wahl. Reiter betonte, alle Münchner Kliniken hätten einstimmig davor gewarnt, den Markt um den Marienplatz auszurichten. Auch die Gesundheitsbehörde und die kommunale Aufsicht seien dagegen.

14:00 Uhr | SPD-Fraktionsvize: Impfpflicht nicht im "Hauruck-Verfahren"

In der Diskussion über eine mögliche Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen deutet sich zunächst keine schnelle Entscheidung an. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, sagte im ARD-"Mittagsmagazin", seine Partei könne sich eine solche Impfpflicht vorstellen. "Das wollen wir aber in Ruhe diskutieren."

Es sei richtig, das nicht in einem "Hauruck-Verfahren" zu machen. Wiese verwies dabei auf Befürchtungen, wonach eine Impfpflicht etwa ungeimpfte Pflegekräfte aus dem Job treiben könnte, was die Situation in der Pflege verschärfen würde.

13:55 Uhr | "Hauptsache gesund" - Zuschauer können Fragen an Experten jetzt einreichen

In der Sendung "Hauptsache Gesund" beantworten Experten am Donnerstag Zuschauerfragen zu Corona - sowohl im Fernsehen als auch im Chat. Dieser öffnet auf mdr.de am Donnerstag um 20:30 Uhr und geht bis 22 Uhr. Ihre Fragen können Sie aber bereits jetzt im folgenden Artikel stellen:

Fernsehzuschauer können auch während der Sendung ab 21:00 Uhr Fragen per Telefon stellen. Die Nummern werden zum Sendungsbeginn eingeblendet.

13:35 Uhr | Diskussion um Impfpflicht geht weiter

Die steigenden Infektionszahlen heizen die Diskussion über eine teilweise Impfpflicht weiter an - auch bei den derzeitigen Koalitionsgesprächen in Berlin. Auf einer Linie sind SPD, Grüne und FDP dabei bislang nicht. Auch außerhalb der Politik ist der Vorstoß umstritten.

12:55 Uhr | Labore untersuchen deutlich mehr Tests - 37 Prozent in Sachsen positiv

Die Zahl der Corona-Labortests in Deutschland ist nach Daten eines großen Laborverbands vergangene Woche stark angewachsen. Verzeichnet wurden rund 1,5 Millionen PCR-Tests, eine Steigerung um 39 Prozent im Wochenvergleich, wie der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in Berlin mitteilte. Die Daten basieren demnach auf Angaben von rund 180 Laboren. Dem Verband zufolge fällt in Sachsen mehr als jeder dritte durchgeführte Test positiv aus (37 Prozent).

11:25 Uhr | Corona-Tests in Schulen nachgeliefert

Eine Woche nach Schulbeginn sollen an den Thüringer Schulen jetzt wieder ausreichend Tests vorhanden sein. Wie das Bildungsministerium mitteilte, hat das Deutsche Rote Kreuz(DRK) die fehlenden Tests gestern an die Schulen ausgeliefert. Am Montag und in der Vorwoche hatten Tests an den Schulen gefehlt. Thüringer Schüler und Schülerinnen werden zweimal pro Woche getestet. Dem Ministerium zufolge hat das Land am Freitag weitere zwei Millionen Tests für etwa zehn Millionen Euro bestellt, nachdem der Haushaltsausschuss des Landtags dafür 20 Millionen Euro freigegeben hat. Die Lieferzeit betrage etwa drei Wochen. Mit Verspätungen sei aber zu rechnen. Die Tests stammen aus China.

10:35 Uhr | Werner: Mehr Soldaten in Kliniken und Pflege

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner wünscht sich bei Bedarf Hilfe der Bundeswehr auch in Krankenhäusern und in der Pflege während der Corona-Pandemie. Die Bundeswehr helfe in Thüringen bereits bei der Bewältigung der Corona-Krise, sie hoffe angesichts der schwierigen Lage aber auf noch mehr Unterstützung, sagt Werner. "Wir wollen vor allem, dass insbesondere in Krankenhäusern und in Pflegeeinrichtungen unterstützt werden kann", so Werner. Das habe auch in der Vergangenheit schon gut funktioniert. Derzeit sind in Thüringen 46 Soldatinnen und Soldaten zur Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern im Einsatz, wie ein Sprecher des Landeskommandos mitteilte.

09:41 Uhr | RKI registriert bald auch Zweit-Infektion von Genesenen

Auch Genesene mit einer erneuten Corona-Infektion sollen künftig vom Robert Koch-Institut erfasst werden. Das hat das RKI auf Anfrage von MDR AKTUELL mitgeteilt. Bislang sei es nur möglich, symptomatische Impfdurchbrüche zu dokumentieren. Für eine Bewertung, ob es sich um eine Reinfektion handele, brauche man aber zusätzliche Informationen von den Gesundheitsämtern. Derzeit sei es noch nicht möglich, diese Daten systematisch zu erfassen und auszuwerten. Eine entsprechende Aktualisierung der Software des RKI sei allerdings noch im vierten Quartal geplant.

09:27 Uhr | Söder für bundesweite 2G-Regelung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert einen einheitlichen Kurs von Bund und Ländern in der Pandemie-Bekämpfung. Im ZDF-Morgenmagazin sprach er sich erneut für eine bundesweite 2G-Regel aus. Diese gilt bereits in Bayern und Sachsen, in Thüringen soll sie am Donnerstag eingeführt werden. Der CSU-Chef schlug darüber hinaus als Maßnahmen vor, die Booster-Impfung um einen Monat vorzuziehen, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen einzuführen sowie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Zudem sollte es eine Maskenpflicht im Unterricht und im öffentlichen Nahverkehr geben, sagte Söder. Dort müsse die FFP2-Maske Pflicht werden, da Kontrollen einer 3G-Regel schwierig seien.

08:45 Uhr | Verfahren gegen Polizeibeamte wegen Corona-Verstößen

In mehreren Bundesländern laufen nach einem Bericht des Nachrichtenportals "t-online.de" Disziplinarverfahren gegen Polizisten wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln und demokratieschädliche Einstellungen in Verbindung zur Corona-Politik. Die meisten Verfahren gebe es in Thüringen. Dort seien 21 Disziplinarverfahren gegen Beamte der Landespolizei und nachgeordneter Behörden angestrengt worden.

In Sachsen seien zwölf Disziplinarverfahren sowie ein arbeitsrechtliches Verfahren gegen Polizisten eingeleitet und zudem zwölf Mal andere Sanktionen verhängt worden. Einem Polizisten wurde demnach das Führen der Dienstgeschäfte untersagt. Außerdem wurden Missbilligungen, Pflichtenmahnungen sowie eine schriftliche Ermahnung ausgesprochen.

Polizeibeamte sollen in Sachsen die kommunalen Ordnungsbehörden bei der Einhaltung der 2G-Regeln unterstützen. Wie die Kontrollen in Freital ablaufen, sehen Sie im MDR-AKTUELL-Video.

Update 07:55 Uhr | Kekulé: 2G ist Teil des Problems, nicht die Lösung

Der Virologe Alexander Kekulé hält drastische Maßnahmen wie 2G-Regeln oder ein Lockdown für Ungeimpfte für nicht wirksam im Kampf gegen die vierte Welle. Im Interview bei n-tv/rtl sagte Kekulé: "Dieses sogenannte 2G-Modell ist ja Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. (...) Auch die Geimpften und die Genesenen infizieren sich zu einem erheblichen Teil. Dadurch haben wir eine unsichtbare Welle. Genauso ist es auch in Österreich, und deshalb ist das der falsche Weg, dieses Konzept jetzt noch zu verstärken". Kekulé fordert, die Kontakte insgesamt zu reduzieren zum Beispiel mit soviel Homeoffice wie möglich und einer Obergrenze für 2G-Veranstaltungen. Ab 50 bis 100 Personen könnten dann wieder Maskenpflicht und Abstandsregeln greifen.

07:04 Uhr | Veranstalter warnen vor "Todesstoß" für die Branche

Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft warnt vor einem "Todesstoß" für die Branche. Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und aus Bundesländern, Veranstaltungen zu schließen, seien in keiner Weise nachvollziehbar. "Wir wären auch notfalls bereit, von unseren Besuchern die Vorlage eines aktuellen negativen Schnelltests zu verlangen, also '2G plus' anzuwenden", sagte der Präsident des Bundesverbandes Jens Michow der dpa.

Auch Schausteller und Messeveranstalter sind besorgt. "Wir sind höchst alarmiert, wir haben Existenzangst", sagte Schausteller-Präsident Albert Ritter der dpa. Für sie seien die Weihnachtsmärkte jetzt die wichtigste Einnahmequelle, bevor nach den Wintermonaten die Kirmessaison wieder beginne. Die Familienbetriebe seien finanziell am Ende, schreibt Ritter in einem Brief an den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

06:40 Uhr | Ämter mit Kontaktverfolgung überlastet

Zahlreiche Gesundheitsämter in Mitteldeutschland können die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionen nicht mehr gewährleisten. Das ergaben Anfragen von MDR AKTUELL. Die Behörde in Erfurt erklärte, wegen des hohen Fallaufkommens sei es oft erst kurz vor Ende der Quarantänedauer möglich, die Kontaktpersonen zu informieren. Das Gesundheitsamt Dresden teilte mit, bei dem exponentiellen Anstieg der Zahlen sei es nicht möglich, Umgebungsuntersuchungen durchzuführen. Das sei bis zu einer Inzidenz von 50 gegeben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Infektionsort in der Regel unbekannt sei. Dem Robert-Koch-Institut zufolge konnte vergangene Woche in nur fünf Prozent der Fälle benannt werden, wo sich die Menschen angesteckt haben.

Update 06:32 Uhr | Kritiker demonstrieren in Hildburghausen

In Hildburghausen haben trotz extrem hoher Infektionszahlen rund 150 Menschen gegen die Corona-Regeln demonstriert. Ein Polizeisprecher sagte, es habe sich um einen sogenannten "Hygiene-Spaziergang" gehandelt. Die Versammlung sei friedlich verlaufen, Verstöße gegen geltende Auflagen seien nicht festgestellt worden. Der Kreis Hildburghausen zählt zu den Corona-Hotspots in Thüringen. Das Robert-Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis gestern mit 890,6 an.

06:15 Uhr | Unterstützung für 3G-Pläne am Arbeitsplatz

Arbeitgeber und Gewerkschaften unterstützen Pläne der künftigen Ampel-Koalition für eine 3G-Regel am Arbeitsplatz. Sie fordern dabei unbürokratische und klar formulierte Regeln. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen sorgt sich allerdings um die Gesundheitsdaten der Beschäftigten. DGB-Chef Markus Schlimbach sagte MDR AKTUELL, die Aufbewahrung von Test-Ergebnissen müsse zum Beispiel unabhängig von der Personalakte geschehen. Eine Auskunftspflicht über den Impfstatus sehe er kritisch.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält sie dagegen für dringend nötig. Vize-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte, es sei auch im Interesse der Belegschaft, das untereinander zu wissen. Dercks hofft darauf, dass die zusätzlichen Tests von der öffentlichen Hand kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 16. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. November 2021 | 06:00 Uhr

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