Energieversorgung Kretschmer spricht sich erneut für längere Laufzeit von Atomkraftwerken aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich angesichts der Diskussion um die Energieversorgung in Deutschland dafür ausgesprochen, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Bildrechte: dpa

Vor den Beratungen der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland ausgesprochen. "Kernkraft ist eine Option", sagte der CDU-Politiker MDR AKTUELL zur Diskussion um die Energieversorgung in Deutschland. Unter anderen Umständen hätte er darüber gar nicht diskutiert. Aber: "Jetzt ist alles anders, wir haben diese Zeitenwende."

Kretschmer verweist auf drei leistungsfähige AKW in Deutschland

Die Energieversorgung sei dabei zu einer Achillesferse geworden, so Kretschmer. Wenn man kurzfristig auf Öl und Gas aus Russland verzichten wolle, müsse man sich über die Folgen im klaren sein. Der Ausbau der erneuerbaren Energien werde Jahre dauern.

Die Frage sei dabei, wo die Energie bei einer "Dunkelflaute" herkomme, sagte der Regierungschef aus Sachsen. Deutschland verfüge über drei leistungsfähige AKW.

Das Kernkraftwerk Grohnde wird am 31.Dezember 2021 abgeschaltet.
Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll am 31. Dezember 2021 abgeschaltet werden. Bildrechte: imago images/Future Image

Aktuell frage man sich, "warum dieses Land derzeit drei leistungsfähige Atomkraftwerke abschalten will, die vorhanden sind", so Kretschmer. Diese könnten die Energieversorgung in Deutschland sichern.

Dresdner Professor hält Kretschmer-Idee für machbar

Unterstützung erhält Kretschmer vom Dresdner Kernenergie-Professor Antonio Hurtado. Dieser sagte MDR AKTUELL, die drei Anlagen gehören zu den sichersten weltweit. Auch sei Personal vorhanden, das in der Lage sei, die Anlagen sicher zu fahren. Der Professor räumte ein, dass die Lieferung neuer Brennelemente ein Jahr dauern könnte. Man könne jedoch die Anlagen mit vorhandenen Brennstäben weiterbetreiben. Zwar sei die Leistung dann geringer, aber man würde die Zeit überbrücken.

Diskussion um Gasversorgung "ein großer Fehler"

Kretschmer warnte derweil auch vor den finanziellen Folgen eines Öl- und Gasembargos gegen Russland. "Wenn wir russisches Öl nicht mehr einkaufen, zu welchen Preisen kaufen wir dann ein?" Bei der Wahl der Mittel müsse darauf geachtet werden, ob sie Deutschland mehr schadeten als Russland.

Auch die Diskussion über die Frage der Gasversorgung sei "ein großer Fehler." Das sorge für eine große Unsicherheit an den Märkten, die Verbraucher und Wirtschaft unmittelbar spürten. Der CDU-Politiker forderte, viel mehr über Preise zu diskutieren. Das Gas, das künftig über LNG eingekauft werde, sei dreimal bis viermal teuerer als das derzeitige.

Kretschmer sieht hier Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in der Pflicht. "Wir erleben einen Bundeswirtschaftsminister, der vor einer Rezession warnt. Man möchte ihm zurufen: Sie sind der zuständige Minister. Sie sind derjenige, der die Verantwortung dafür trägt."

MDR (fef)

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juni 2022 | 07:00 Uhr

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