Justiz Mordanklage nach tödlichen Schüssen auf Polizisten in Kusel erhoben

Nach den tödlichen Schüssel auf zwei Polizisten im rheinland-pfälzischen Kusel hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben. Beschuldigter ist ein 38 Jahre alter Mann. Er soll eine 24 Jahre alte Polizistin und einen 29 Jahre alten Polisten bei einer Verkehrskontrolle Ende Januar gezielt erschossen haben.

Nach den tödlichen Schüssen Ende Januar herrschten bundesweit Trauer und Entsetzen.
Nach den tödlichen Schüssen Ende Januar herrschten bundesweit Trauer und Entsetzen. Bildrechte: dpa

Gut drei Monate nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeibeamte in Rheinland-Pfalz hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen einen 38 Jahre alten Tatverdächtigen erhoben. Das teilte die Justizbehörde in Kaiserslautern mit. Der Anklage zufolge ist der Mann für den Tod der beiden Beamten verantwortlich. Er soll die 24 Jahre alte Polizistin und den 29 Jahre alten Polizisten am 31. Januar bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel gezielt erschossen haben. Damit habe er Wilderei vertuschen wollen.

Schüsse aus kurzer Distanz

Bei der Kontrolle soll der 38 Jahre alte Tatverdächtige zunächst aus kurzer Entfernung mit einer Schrotflinte auf den Kopf der Beamtin geschossen haben. Sie wurde durch den Schuss schwer verletzt. Der zweite Schuss ist laut Anklage aus größerer Entfernung auf ihren Kollegen erfolgt und habe diesen am Gesäß getroffen. Nachdem der Beamte zur Verteidigung mit seiner Dienstwaffe schoss, habe der 38-Jährige dreimal mit einem Jagdgewehr auf den Mann gefeuert. Der letzte Schuss traf den Polizisten am Kopf und tötete ihn.

Die schwer verletzt am Boden liegende Beamtin habe der Beschuldigte dann nach Notizen durchsucht. Dabei soll er festgestellt haben, dass die Frau noch lebte und ihr mit der Schrotflinte in den Kopf geschossen haben.

Mordverfahreren gegen zweiten Verdächtigen eingestellt

Zunächst war auch ein 33-Jähriger wegen Mordes verdächtigt worden. Das Verfahren gegen ihn hat die Justiz aber eingestellt. Laut Anklage wird dem Mann jedoch gemeinschaftliche gewerbsmäßige Jagdwilderei vorgeworfen. Außerdem habe er sich der Strafvereitelung schuldig gemacht, da er dem 38-Jährigen bei dem Versuch geholfen haben soll, Spuren zu verwischen.

Mitgefühl im ganzen Land

Die Tat hatte in ganz Deutschland für Trauer und Entsetzen gesorgt. Die Polizei gedachte der beiden Opfer mit einer bundesweiten Schweigeminute. Auch die Landes- und Bundespolitik sowie Gewerkschaften hatte ihre Anteilnahme bekundet. Der Tatverdächtige sitzt bereits seit Anfang Februar in Untersuchungshaft.

AFP, dpa, MDR (fef)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Mai 2022 | 12:30 Uhr

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