Kleeblatt-Prinzip Verlegung von Covid-Intensivpatienten zur Hälfte ausgeschöpft

Immer mehr Kliniken geraten angesichts steigender Zahlen von Covid-Patienten an ihre Belastungsgrenze. Das sogenannte Kleeblatt-Prinzip regelt für solche Fälle die weitere Verteilung. Doch auch hier sind die Kapazitäten begrenzt.

Der Hubschrauber Christoph Thüringen der DRF Luftrettung bringt eine am Corona-Virus schwer erkrankte Patientin in das St. Bernward Krankenhaus.
Eine Verlegung von Intensivpatienten muss gründlich abgewogen und vorbereitet werden. Bildrechte: dpa

Die bundesweiten Aufnahmeangebote für Corona-Intensivpatienten aus Bundesländern mit ausgelasteten Intensivstationen sind bereits jetzt etwa zur Hälfte aufgebraucht. Bundesweit gebe es derzeit 120 Bettenangebote, um länderübergreifend Schwerstkranke zu verlegen, sagte Lutz-Georg Berkling vom Innenministerium Sachsen-Anhalt dem MDR. Das Innenministerium koordiniert die Umverlegung von Covid-19-Patienten aus dem mitteldeutschen Raum.

Derzeit müssen 14 Corona-Schwerstkranke aus Sachsen verlegt werden sowie sechs aus Thüringen. Außerdem müssen 30 Patienten aus Bayern auf Deutschland verteilt werden.

Bereits zwei von fünf Kleeblättern auf Stufe rot

Mitteldeutschland selbst kann keine Intensivpatienten aufnehmen, die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Berkling ist "Kleeblatt"-Koordinator im Innenministerium von Sachsen-Anhalt, das heißt er organisiert die Rettungsstruktur, die greift, wenn alle Krankenhäuser innerhalb einer bestimmten Region an ihre Grenze geraten sind.

Eine Grafik zeigt, wie nach dem Kleeblattsystem Patienten zwischen verschiedenen Bundesländern in Deutschland verteilt werden.
In Deutschland gibt es fünf sogenannte Kleeblätter, innerhalb derer zunächst Krankenhauskapazitäten koordiniert werden. Bildrechte: MDR/23degrees

Bisher haben nach seinen Angaben zwei von fünf Kleeblättern die Stufe rot ausgerufen: das Kleeblatt Ost - Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin - sowie das Kleeblatt Bayern. Das bedeutet, dass diese Regionen keine Patienten mehr aus anderen Bundesländern aufnehmen können. "Und die Prognose des RKI sieht so aus, dass spätestens Mitte Dezember die Belegung von 6.000 Intensivbetten erreicht sein wird und dann haben wir fast eine Vollbelegung", sagte Berkling.

Transportiert werden die Kranken entweder auf dem Landweg, mit Hubschraubern und ein bayrischer Patient wird mit einem Bundeswehrflugzeug transportiert. Derzeit wird versucht, die Thüringer Patienten grenznah zu verlegen – in die Region Hannover und Göttingen. Die sächsischen Patienten werden bis nach Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg transportiert.

Vorbereitungen für den Krankentransport Der Transport eines intensivmedizinisch betreuten Covid-19-Patienten erfolgt nur in dessen Einverständnis oder dem der Angehörigen. Weil er für die Betroffenen sehr anstrengend ist, prüfen Fachleute für jeden einzelnen Patienten, ob und mit welchem Transportmittel er verlegungsfähig ist.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. November 2021 | 19:30 Uhr

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