Jubiläum 20. Yiddish Summer Live – das sind unsere Tipps

Vom 30. Juli bis 23. August findet der Yiddish Summer statt. In diesem Jahr feiert das Festival sein 20. Jubiläum. Es ist schon lange Bestandteil des internationalen jiddischen Kulturlebens. Alle Konzerte finden bei freiem Eintritt Open Air statt. Welche Veranstaltungen Sie sich nicht entgehen lassen sollten, erfahren Sie von MDR KULTUR-Folkexpertin Grit Friedrich.

Der 20. Yiddish Summer Weimar (YSW) beginnt und das Festivalprogramm ist vollgepackt mit kostenfreien Konzerten an verschiedenen Orten Thüringens – wie Eisenach, Altenburg, Niederzimmern, Erfurt und Weimar. Zudem gibt es an die Pandemiesituation angepasste Open-Air-Workshops zum Jiddischen Lied oder zur Instrumentalmusik, Jiddisch-Sprachkurse und natürlich wieder die beliebten Jam-Sessions.

Auch im 20. Jubiläumsjahr bringt das Festival Künstlerinnen, Wissenschaftler, Studierende, Freiwillige und Publikum zusammen. Längst ist der YSW ein fester Bestandteil des internationalen jiddischen Kulturlebens. Das Programm profitiert davon, dass viele Protagonisten der jiddischen Musik heute in Deutschland leben. Der YSW lief nie Gefahr, sich zu einer geschlossenen Gesellschaft zu entwickeln, das würde dem Geist dieses Festivals, so wie ihn Gründer Alan Bern und seine Mitstreiter verstehen, auch entgegenstehen.

Unsere Folkexpertin Grit Friedrich hat drei Konzerttipps für das diesjährige Festival ausgesucht, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten:


Hommage an US-Klezmerlegende Dave Tarras

Susi Evans & Szilvia Csaranko

Eigentlich wollten Susi Evans und Szilvia Csaranko Ende März in Erfurt ihre aktuelle CD vorstellen. Doch das fiel aus bekannten Gründen aus. Ihr Konzertprogramm zum Album "Klezmer from the New World" haben die Musikerinnen dem einflussreichsten Klarinettisten der aschkenasischen Musik in den USA gewidmet, Dave Tarras.

Susi Evans (Klarinette) und Szilvia Csaranko (Akkordeon & Klavier) haben für ihre Konzerte die interessantesten und zugleich weniger bekannten Stücke aus dem umfangreichen Repertoire von Dave Tarras ausgewählt: jiddische Instrumentalmusik, Musical- und Theatermusik, aber auch griechische, polnische, russische und rumänische Melodien. Wie Dave Tarras selbst, begeben sich die Musikerinnen auf eine Reise durch verschiedene Kulturen und Genres, die Klezmermusik von jeher beeinflusst haben, ohne dabei die ursprüngliche Verbindung zur Tradition zu verlieren. Sie eröffnen den rund dreiwöchigen Konzert- und Workshopmarathon beim 20. Yiddish Summer Weimar am 30. Juli in der Wandelhalle Eisenach.

Konzerte: Donnerstag, 30. Juli, 20:00 Uhr – Wandelhalle Eisenach
Samstag, 1. August, 19:30 Uhr – Herderplatz Weimar


A gutn tog dir, yidish!

Sveta Kundish & Patrick Farrell

Sveta Kundish und Patrick Farrell
Sveta Kundish und Patrick Farrell Bildrechte: Marcel Domeier

In diesem Jahrgang gibt es überwiegend Duokonzerte, so wird auch die Kantorin Sveta Kundish gemeinsam mit dem Akkordeonisten Patrick Farrell auftreten.

Es ist jiddische Musik in ihrer tiefsten, virtuosesten Form. Ihr Lied "Gey ikh, ze ikh" erzählt beispielsweise die Geschichte eines Mannes, der die Leute um sich herum wohlwollend betrachtet – es ist eher ein Scherzlied. Solche neu vertonten, jiddischen Gedichte sollen im nächsten Jahr auch auf eine CD kommen.

Kantorin Sveta Kundish singt mit Kraft und Leidenschaft, begleitet von einem der besten Klezmer-Akkordeonisten seiner Generation: Patrick Farrell. Gemeinsam präsentieren sie ein Programm mit traditionellen und zeitgenössischen jiddischen Liedern.

Konzert: Montag, 17. August, 19:30 Uhr – Beethovenplatz
Ausweichtermin: 18. August, 19:30 Uhr – Beethovenplatz


Lebedik – Jiddische Liederwege

Sanne Möricke, Sasha Lurje & Craig Judelman

Die Lettin Sasha Lurje steht für das Prinzip Weimar als Ort der nachhaltigen Wissensvermittlung. Gekommen als Teilnehmerin und Sängerin der Band Forsphil, leitet sie heute mit großer Leidenschaft Workshops für jiddischen Gesang in Weimar.

Sahsa Lurje gibt am 5. und 6. August zwei Konzerte unter dem Titel "Lebedik!" Dabei geht es weniger um psychedelische Rockmusik im Stil ihrer lettisch-russischen Band Forsphil, als um die Entwicklung des jiddischen Liedes auf der Reise von Osteuropa in die Theater der Lower East Side von New York City.

Sasha Lurje und der amerikanische Geiger Craig Judelman stehen gemeinsam mit der versierten Klezmer-Akkordeonistin Sanne Möricke, auf der Bühne. Zu hören gibt es intime Volkslieder bis hin zu ausgefeilten Theater- und Kunstliedern. Ein Gipfeltreffen von erstklassigen Musizierenden aus den USA, West- & Ost Europa.

Konzerte: Mittwoch, 5. August, 19:30 Uhr – Zughafen Erfurt
Donnerstag, 6. August, 20:00 Uhr – Wandelhalle Eisenach

Das Festival
20. Yiddish Summer Weimar
30. Juli bis 23. August 2020

In Weimar Eisenach, Altenburg, Niederzimmern, Erfurt

Konzerte, Workshops, Treffen

Musik und Corona