Tipps für Angebote im Netz Theater digital: Dokumentartheater über Braunkohletagebau vom Schauspiel Leipzig

Die Theater in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachen mussten ihre Spielzeiten wegen der Corona-Krise unterbrechen. Im Gegensatz zum Frühjahres-Lockdown, kann jedoch zumindest mancherorts weiter geprobt werden. Viele Häuser bleiben deswegen vorerst analog. Dennoch finden sich noch Projekte, die bereits für das Netz entwickelt wurden.

Theater Online
Theater ist momentan nur digital zu genießen. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Schauspiel Leipzig: "Brennende Erde" über Tradition des Braunkohletagebaus

Um die Braunkohle, Umweltzerstörung und das, was bleibt von einem Arbeitsleben im DDR-Tagebau, auch darum dreht sich das Dokumentartheaterstück "Brennende Erde. Intendant Enrico Lübbe engagierte das Regie-Duo Regina Dura und Hans-Werner Kroesinger für dieses Projekt. Im Januar 2020 war Uraufführung, jetzt ist die Inszenierung an mehreren Terminen online zu sehen.

Mehr Informationen Die Inszenierung ist jeweils für 24 Stunden online abrufbar:

Freitag, 19. Februar 2021, 20 Uhr
Samstag, 20. Februar 2021, 20 Uhr
Montag, 22. Februar 2021, 20 Uhr
Freitag, 5. März 2021, 20 Uhr, mit Nachgespräch
Donnerstag, 11. März 2021, 20 Uhr
Freitag, 19. März 2021, 20 Uhr letztmalig

Mehr vom Schauspiell Leipzig: Audiowalk durch Leipzig

Impressionen von Tempus-Wow
Was hat es mit diesen Spuren im Gehsteig auf sich? Der Audiowalk lüftet das Geheimnis. Bildrechte: MDR/Thilo Sauer

Heike Geißler hat passend zur Produktion "1984" des Performance-Kollektivs Gob Squad einen Audiowalk entwickelt. Interessenten können sich die Audio-Datei herunterladen und einfach den Startpunkt aufzusuchen. Der Guide führt das vereinzelte "Publikum" durch das Randgebiet der Leipziger Innenstadt und weist auf besondere Beobachtungen hin.

Außerdem gewährt das Leipziger Schauspiel Einblicke hinter die Kulissen und nimmt den Besucher mit. Besipielsweise kommen Mitarbeitende zu Wort und erzählen, wie es ihrem Arbeitsalltag in der Corona-Pandemie erging. In mehreren Videoporträts werden außerdem Menschen vorgestellt, die regelmäßig zu Gast bei Produktionen sind und die Inszenierungen mitprägen.

Mehr Informationen Die Porträts sind auf der Webseite des Schauspiels Leipzig verfügbar.
Hier kann auch die Datei zum Audiowalk herunter geladen werden.

Cammerspiele Leipzig: "Das Fantastische Training" über Weltrettung

Eine Utopie zur Rettung der Welt muss her und zwar schnell. Um herauszufinden, wie die aussehen kann, versuchen drei fest Entschlossene für eine bessere Wirklichkeit zu trainieren – beim "Fantastischen Training".

Cammerspiele Leipzig: "Das Fantastische Training"
Szene aus "Das Fantastische Training" Bildrechte: Mim Schneider

Mehr Informationen Das Stück "Das Fantastische Training" ist im Livestream zu sehen.

Onlinepremiere am 19. Februar 2021 um 20 Uhr.

Weitere Termine:
Samstag, 20. Februar 2021, 20 Uhr

Europäisches Zentrum der Künste Hellerau: Utopie-Dinner

Wie funktioniert Wiederverwertung? Im Sinne von Nachhaltigkeit als wiederholende und weitergebende Praxis laden KünstlerInnen, PhilosophInnen und ArchivarInnen zu einem mehrteiligen Online-Programm ein. Bis zum 3. April 2021 werden Gespräche, Sprechstunden und Diskussionen hochgeladen und gesammelt.

Mehr Informationen Der erste Teil der sogenannten Tischgesellschaft: "Wieder da!" kann online gestreamt werden.

Am 19. und 20. Februar 2021 finden live weitere Veranstaltungen statt, ein "Utopie-Dinner" und Live-Sprechstunden mit verschiendenen Kulturschaffenden und Forschenden.

Zuletzt wird das Format vom 1. bis 3. April 2021 stattfinden.

Deutsches Nationaltheater Weimar: "Lieblingslieder"

Sängerin steht vor Klavier
Die Sopranistin Emma Moore Bildrechte: DNT Weimar

Der Name ist Programm: In der Reihe "Lieblingslieder" stellen die Mitglieder des Musiktheater-Ensembles am DNT Lieder vor, die ihnen persönlich besonders am Herzen liegen. Den Auftakt macht die australische Sopranistin Emma Moore, die Hector Berlioz' "La mort d'Ophélie" zum Besten gibt, den Tod der Ophelia aus dem Shakespeare-Drama "Hamlet".

Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger dabei jeweils am Flügel. Die einzelnen Ausgaben der Reihe sind im Foyer des Theaters aufgezeichnet worden. Insgesamt werden bis März zwölf "Lieblingslieder" auf der Website des DNT präsentiert.

Weitere Informationen "Lieblingslieder", präsentiert von den Mitgliedern des Musiktheater-Ensembles am Deutschen Nationaltheater Weimar
Mit Emma Moore, Marlene Gaßner, Alexander Günther, Andreas Koch, Heike Porstein, Uwe Schenker-Primus und Ylva Stenberg. Klavierbegleitung: Yuka Beppu, André Kassel und Dirk Sobe


Theater Magdeburg: Szenische Lesung von "Der große Marsch"

Das Stück "Der große Marsch" verlangt Unmögliches von einem Theater: Da sollen Personen der Zeitgeschichte auftreten, wie der damalige Bankenchef Josef Ackermann – der soll nicht von einem Darsteller gespielt werden, sondern tatsächlich auf die Bühne kommen. Am Ende wird der Publikumssaal komplett verwüstet. Der Autor Wolfram Lotz wurde 1981 in Hamburg geboren und studierte Literarisches Schreiben in Leipzig. Für sein erstes Stück "Der große Marsch" wurde er unter anderem in Frankfurt an der Oder mit dem Kleistpreis ausgezeichnet, einem der wichtigsten Nachwuchspreise für Dramatikerinnen und Dramatiker.

Vie Schauspieler auf der Bühne
Philip Heimke, Carmen Steinert, Isabel Will, Andreas C. Meyer bei der Lesung von "Der große Marsch" Bildrechte: MDR/Nils Böhme

Lotz versucht in seinen Stücken immer wieder die Bühne herauszufordern, im Sinne eines Anti-Theaters vielleicht sogar zu überfordern. Das Magdeburger Theater seinerseits versucht sich dieser Überforderung zu entziehen: Sie zeigen das Stück als szenische Lesung. Fast schon passend zum Stück ist eine Aufführung aktuell nicht möglich. Daher hat das Haus schon früh Proben aufgenommen und nun eine Version für einen Theater-Stream geschnitten. Da der Autor lange Pause zwischen den Teilen empfiehlt, wird die Lesung auf mehrere Tage aufgeteilt.

Weitere Informationen Der dreiteilige Stream von "Der große Marsch" ist auf der Webseite des Theaters Magdeburg zu folgenden Zeiten verfügbar:
Folge 1 vom 15. 2., 18 Uhr bis zum 18. 2., 18.00 Uhr
Folge 2 vom 17. 2., 18 Uhr bis zum 20. 2., 18.00 Uhr
Folge 3 vom 19. 2., 18 Uhr bis zum 22. 2., 18.00 Uhr


Schaubühne Lindenfels Leipzig: Poetische Webserie

Schon seit Jahren beschäftigt sich die Schaubühne Lindenfels mit dem Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky, der in der Sowjetunion aufwuchs und nach ersten Erfolgen in die USA auswanderte. Theaterleiter und Regisseur René Reinhardt hat sich nun einzelne Gedichte vorgenommen und diese mit Mitgliedern des Schau-Ensembles und dem Kameramann Thadeusz Tischbein als neunteilige Videoserie umgesetzt.

Weitere Informationen Jeden Donnerstagabend wird eine neue Folge von "Brodsky ... Ferngespräche" auf Youtube veröffentlicht.


Hörspiele am Theater Chemnitz

Das Chemnitzer Schauspiel hat den Lockdown genutzt, um Hörtheater zu produzieren. Carsten Knödler hatte die Erzählung "Traum eines lächerlichen Menschen" von Fjodor Dostojewski für die Bühne adaptiert. Der Protagonist dieser Geschichte will nichts mehr von der Welt wissen und verschließt sich ihr. Er wandert durch die Straßen mit dem Plan sein Leben zu beenden, bis ihn ein Mädchen um Hilfe bittet. Diese Begegnung löst etwas in dem Mann aus und so träumt er sich in eine andere Welt. An diesem Ort herrschen Liebe und Gütigkeit, bis sich auf einmal etwas Neuartiges ausbreitet. Dirk Glodde hat die Geschichte eingesprochen und Bernd Sikora hat sie neu vertont und arrangiert.


Bühnen Halle: Puppen in Quarantäne und beliebte Zuschauer-Klassiker

Das Puppentheater Halle zeigt ab dem 11. Februar 2021 an jedem Wochenende zwei Inszenierungen online. Von Donnerstag bis Sonntag wird jeweils eine Inszenierung aus dem Familienprogramm gezeigt und eine Inszenierung aus dem Abendspielplan für Erwachsene. Dafür hat das Puppentheater einige  preisgekrönte Höhepunkte aus seiner fast 70-jährigen Geschichte ausgewählt.

Den Anfang macht Christoph Werners Inszenierung von Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray". Mit menschengroßen Puppen, stummen Szenen, arrangiert zur Musik von Philip Glas, setzte das Stück Maßstäbe und änderte das Ansehen von Puppentheater nachhaltig. Schweren Herzens hatte das Theater die Inszenierung aus seinem Spielplan gestrichen, um neuen Projekten Raum zu geben – nun ist der Zuschauer-Liebling als Online-Angebot verfügbar.

Für Familien zeigt das Puppentheater Ulf Starks "Kannst du pfeifen, Johanna?" in der Regie von Frauke Jacobi. Mit Stabmarionetten, die kaum größer als eine Hand sind, einem Koffer und zwei Stühlen gelingt es den beiden Spielern Nils Dreschke und Lars Frank von ganz großen Gefühlen zu erzählen. Die Inszenierung gewann das Festival "Traumspiele", wurde fürs Fernsehen aufgezeichnet und gastierte auf sämtlichen wichtigen Festivals, in Europa, Kanada, Indien.

Außerdem geben die Bühnen Halle geben einen Einblick, wie die Theaterschaffenden mit ihrer Zeit zu Hause umgehen. Dazu gehören auch die Puppen des Puppentheaters, die jetzt bei ihren Spielern mit in Quarantäne sind. Absurde Situationen und viel Humor in den kurzen szenischen Clips sind vorprogrammiert. Die neuesten Videoproduktionen blicken hinter die Kulissen des Theaters, von der Kostümabteilung über die Theaterpädagogik bis zur Maskenbildnerei und in die Puppenwerkstatt.

Mehr Informationen: Online-Angebot des Puppentheaters Halle vom Donnerstag, 11.02.2021 bis Sonntag, 14.02.2021:

aus dem Erwachsenenprogramm:
"Das Bildnis des Dorian Gray" nach dem Roman von Oscar Wilde, Drehbuch und Regie von Christoph Werner

aus dem Familienprogramm:
"Kannst du pfeifen, Johanna?" von Ulf Stark, in Regie von Frauke Jacobi, gespielt von Nils Dreschke und Lars Frank



Staatsschauspiel Dresden: Instagram-Aktion "Ihr schreibt, wir spielen"

Das Staatsschauspiel hat ein Format ins Leben gerufen, bei dem das Publikum interaktiv dabei sein kann: "Ihr schreibt, wir spielen". Das Format findet von der Ideenfindung bis zur Premiere online statt und funktioniert so: Die Nutzerinnen und Nutzer kommentieren auf dem Instagram-Kanal des Staatsschauspiels ihre Inspirationen. Aus diesen Kommentaren schreibt dann ein Dramaturg oder eine Dramaturgin an nur einem Tag einen Text. Eine Schauspielerin oder ein Schauspieler interpretiert den Text und übernimmt dabei auch die eigene Regie. Eine Woche, nachdem die Kommentare gepostet sind, findet die Premiere dann digital statt: Auf Instagram, in einem Video, in einem Take gedreht.

Magdeburg: Puppentheater für Kinder im Livestream

Das Puppentheater Magdeburg startet im Februar 2021 eine Livestream-Serie. Los geht es am 6. Februar mit der Wiederaufnahme- und Umbesetzungspremiere "Die Bremer Stadtmusikanten" von Susanne Sogaard für Kinder ab sechs Jahren. Am 13. Februar folgt "Die Schildkröte hat Geburtstag" und am 20 Februar "Die zweite Prinzessin".

Die Inszenierung wird mit drei Kameras und Liveschnitttechnik aufgenommen, um ein optimales Theater-Live-Erlebnis vom heimischen Sofa zu ermöglichen. Im Anschluss an jede Vorstellung stehen die Theaterschaffenden im Live-Chat für Fragen zur Verfügung.

Mehr Informationen "Die Bremer Stadtmusikanten"
am 6. Februar 2021, 15 Uhr
am 7. Februar 2021, 15 Uhr

"Die Schildkröte hat Geburtstag"
am 13. Februar 2021, 15 Uhr
am 14. Februar 2021, 15 Uhr

"Die zweite Prinzessin"
am 20. Februar 2021, 15 Uhr
am 21. Februar 2021, 15 Uhr

DNT und Staatskapelle Weimar: Onlinepremiere, Lesungen und Konzertmitschnitte

Beim Deutschen Nationaltheater und der Staatskapelle Weimar gibt es ab sofort im Netz einiges zu erleben:

Das Stück "Die Verwandlung" nach Franz Kafka, welches ursprünglich im November 2020 Premiere feiern sollte, ist im Februar 2021 auf Youtube und auf der Webseite des DNT verfügbar. Die Inszenierung von Juliane Kann wurde von Filmemacher Christoph Hertel aufgezeichnet und zu einem Filmerlebnis zusammengeschnitten, welches, so verspricht das Haus, "die Inszenierung in ihrer Ästhetik und Form einfängt". "Die Verwandlung" ist seit 4. Februar online verfügbar sein.

Max Landgrebe, Thomas Kramer und Isabel Tetzner auf der Bühne
Max Landgrebe, Thomas Kramer, Isabel Tetzner in "Die Verwandlung" Bildrechte: Candy Welz/Deutsches Nationaltheater Weimar

Am 9. Februar 2021 startet das mehrteilige Audio-Videoprojekt mit Gustave Flauberts Roman "Madame Bovary". Mitglieder des DNT-Schauspielensembles lesen hierbei die weltberühmte Geschichte der schönen, lebenshungrigen Emma Bovary, die sich aus Sehnsucht nach einem erfüllten Dasein mit den ihr gesetzten gesellschaftlichen Grenzen nicht abfinden will. Es soll neun Folgen geben.

Im Ambiente des Theaterfoyers entstand eine digitale Version der "Lieblingslieder"-Reihe des Musiktheaterensembles. Die Sängerinnen und Sänger präsentieren ihre Lieblingslieder unter anderem von Robert Schumann, Richard Wagner, Jacques Brel, Wilhelm Stenhammar und Jens-Uwe Günther.

Des Weiteren können sie auf Konzertmitschnitte der Staatskapelle Weimar aus vergangenen Spielzeiten zugreifen, darunter ein Gastkonzert in der Hamburger Elbphilharmonie im Dezember 2019. Ergänzend gibt es jeweils ein kurzes Video mit einer Einführung zu den gespielten Werken von Konzertdramaturgin Kerstin Klaholz.

Und auch die Lesereihe mit romantischen Kunstmärchen, welche Schauspielende bereits im Frühling 2020 produziert haben, ist weiterhin online. Hierbei können die fünf Märchen "Die Königsbraut", "Kalif Storch", "Der kleine Muck", "Des Kaisers neue Kleider" oder "Der Runenberg" erlebt werden.

Mehr Informationen Die einzelnen Beiträge finden sich auf der Webseite im täglichen Spielplan oder gesammelt unter dem Menüpunkt "Digitales".

"Die Verwandlung" ist bis zum 28. Februar online abrufbar.


Interaktive Animations-Webserie "Gulliver" vom TdjW Leipzig

Der Abenteurer Gulliver und seine Freunde.
Jede Woche erscheint eine neue Folge von Gullivers Abenteuern. Bildrechte: komplexbrigade / TDJW „Gulliver“

Der junge Seefahrer Gulliver ist gemeinsam mit seiner besten Freundin Levy auf Reisen. Ihre Abenteuer kann man jede Woche online verfolgen und sogar mitbestimmen! Interaktiv kann das Publikum auf die kommenden Serienfolgen Einfluss nehmen und Geheimnisse lüften.

Die Insel Gullivingen.
Die Insel Gullivingen konnte online vom Publikum mitgestaltet werden. Bildrechte: komplexbrigade / TDJW „Gulliver“

Das Game Theatre Kollektiv "komplexbrigade" kreiert jede Woche anhand der Entscheidungen von Nutzerinnen und Nutzern die jeweils nächsten Handlungsstränge. Die Serie, welche an den Roman "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift angelehnt ist, bekommt insgesamt 12 Folgen, welche auf 3 Staffeln aufgeteilt werden.

Mehr Informationen Die Webserie startet am 01. Februar 2021. Jeden Montag 19 Uhr gibt es eine neue Folge. Eine Folge dauert eine Stunde und ist für Kinder ab 12 Jahren geeignet.


"Lockdown Lectures" am Theater Magdeburg

Laura Busch
Magdeburger Dramaturgin Laura Busch Bildrechte: Kartal Karagedik

Obwohl Spielpläne immer sehr voll und dicht wirken, sind sie nur eine Auswahl. Theaterdramaturginnen und -dramaturgen lesen zahlreiche Romane und Theaterstücke, diskutieren ihre Ideen mit Direktoren und Intendantinnen. Viele schöne Texte werden dann wieder verworfen, weil sie nicht zum Motto oder der Idee des Spielplans passen. Das Magdeburger Theater nutzt den Lockdown, um diesen Texten doch etwas Platz zu geben: Schauspielerinnen und Schauspieler lesen ausgewählte Werke in einem Internetstream. Im Anschluss gibt es eine Diskussion mit der jeweiligen Dramaturgin, was gut ist an diesem Text und warum er in Magdeburg dennoch nicht auf der Bühne zu sehen ist.

Mehr Informationen Am 10. Januar, 18 Uhr stellt Laura Busch ihren Lieblingstext vor. Es lesen Anja Signitzer und Maike Schroeter.

Am 31. Januar, 18 Uhr stellt Elisabeth Gabriel ein Stück vor.

Am 14. Februar, 18 Uhr stellt Caroline Rohmer eine Spielplanidee vor.
Es lesen Iris Albrecht, Carmen Steinert und Valentin Kleinschmidt.
(Diese Vorstellung wird verschoben!)

Die Lesungen finden bei Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten.


Corona-Kabarett an der Magdeburger Zwickmühle

Wir wurden in ein Zimmer geschickt, um Nachzudenken – so ähnlich beginnt das jüngste Programm der Magdeburger Zwickmühle. Und die Kabarettisten haben den ersten Lockdown für ein neues Programm genutzt. Bei "Alle für keinen, keiner für alle" ist die Pandemie immer präsent. Die gut miteinander eingespielten Marion Bach und Hans-Günther Pölitz werfen sich im Dialog die Bälle zu und legen den Finger in die Wunde. Das neue Programm hatte erst im September Premiere und musste bald darauf in die Zwangspause und wird nun als kostenpflichtiger Stream für das heimische Wohnzimmer angeboten.

Magdeburger Zwickmühle - Eine Frau und ein Mann mit Armrüstung.
Marion Bach und Hans-Günther Pölitz Bildrechte: Magdeburger Zwickmühle

Mehr Informationen Die nächsten Vorstellungen von "Alle für keinen, keiner für alle" sind für den 16. und 17. Februar 2021 geplant.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des freien Theaters.


Weihnachtsmärchen: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" in Meiningen

Es ist der Weihnachtsfilm schlechthin und wird jedes Jahr im Fernsehen in Dauerschleife gezeigt. Viele Theater adaptieren die deutsch-tschechische Koproduktion "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" regelmäßig. Dieses Jahr sollte das bekannte Märchen zum Beispiel am Staatstheater Meiningen gezeigt werden, doch alle Vorstellungen fallen wegen des Lockdowns aus. Stattdessen war MDR THÜRINGEN vor Ort und hat eine interne Aufführung gefilmt. In der Hauptrolle ist Schauspielerin und Ensemblemitglied Carla Witte zu sehen.


Bilderbuchtheater mit Puppen im TdjW Leipzig

Die Mäusegeschichte von Leo Lionni ist ein Sinnbild der Zeit. Der harte Winter steht bevor und alle Mäuse sammeln fleißig Stroh und Körner. Nur eine Maus, Frederick, sammelt Farben, Wörter und Sonnenstrahlen und zeigt den anderen Mäusen, wie wichtig – quasi systemrelevant – Kunst und Kultur für die langen grauen Wintertage sind. Clara Fritsche und das Theater der jungen Welt haben die Geschichte für die Bühne adaptiert und dann die Inszenierung wegen der Pandemie in ein Videoformat umgewandelt. Gerade für die junge Zielgruppe von Kindern ab drei Jahren bietet das auch Vorteile: Das Umfeld ist gewohnt und die Kinder können sich dort frei bewegen – sei es für die Interaktionen oder nur, um zwischenzeitlich auch mal aufzustehen. Unter anderem können sich so die Kinder wie die Mäuse zuhause auf Vorratssuche begeben.

Mehr Informationen "Frederick" am Theater der Jungen Welt Leipzig

Weitere Vorstellungen (alle über Zoom):
26., 27., 28. Februar, jeweils um 17 Uhr

Voraussetzungen für die Teilnahme: eine stabile Internetverbindung und ein Endgerät mit Kamera und Mikrofon. Genaue Schritt-für-Schritt-Anweisungen werden mit Kauf des Tickets als PDF geschickt. Mehr Informationen gibt es der Webseite des TdjW.


Interaktives Theater "Homecoming" in Hellerau

Was steckt hinter SHELTER? Dieser Frage soll das Publikum von "Homecoming" der Gruppe machina eX nachgehen, die normalerweise digitale Mittel in den Theaterraum transferieren. Dieses Mal übersetzen sie ihre Ästhetik in den digitalen Raum. Rae erzählt in einem Video-Blog von der Initiative der EU und vermutet seltsame Vorgänge. Das Publikum muss sich daraufhin über den Messenger-Dienst Telegram austauschen, im Internet recherchieren und Vlogs schauen, um das Rätsel zu lösen. Das Stück "Homecoming" wurde von Berliner HAU, dem Forum Freies Theater Düsseldorf und dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau in Dresden koproduziert. Überraschend ist letztlich die Aktualität von "Homecoming" mit den darin aufgeworfenen biopolitischen Fragen, schließlich wird derzeit diskutiert, welches Land wie viele Corona-Impfdosen bekommen und wer dann zuerst gegen COVID-19 geimpft werden soll. Vorprogrammiert war das von machina eX allerdings nicht.

Homecoming von machina eX
Plakat von "Homecoming" von Bildrechte: Fotografiert von Barbara Lenartz, bereitgestellt vom Europäischen Zentrum der Künste Hellerau

Weitere Informationen "Homecoming" von machina eX

Weitere Termine:
12. bis 14. Februar, jeweils um 17 und 20 Uhr

Theater Rudolstadt mit Online-Formaten für Erwachsene und Kinder

Eine Frau sitzt in einem Sessel auf einer Bühne.
Schauspielerin Manuela Stüßer in der ersten "Tumult"-Folge Bildrechte: Theater Rudolstadt

Das Internet ist auch die Bühne der beiden neuen Reihen "Herzstücke" und "Tumult" des Theaters Rudolstadt. Hierfür sind Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch andere Mitarbeiter, auf die Theaterbühne zurückgekehrt und präsentieren dort Prosa, Lyrik und Lieder, die ihnen in der derzeitigen Ausnahmesituation bedeutend sind – einmal für Erwachsene (Herzstücke) und einmal für Kinder (Tumult). Zu sehen ist das Ganze auf der Website des Theaters.


Theater Plauen-Zwickau mit Einblicken ins Homeoffice

Die Theaterschaffenden am Theater Plauen-Zwickau sind auch zu Hause nicht untätig und zeigen ihr Können auf der digitalen Bühne: Das Theater veröffentlicht auf seinem Youtube-Kanal kurze Video-Clips seiner Mitarbeitenden, die Theater, Tanz und Musik aus dem Homeoffice präsentieren. So zeigen Mitglieder des Ballett-Ensembles kleine, selbst-inszenierte Tanz-Soli.


Mitmachabenteuer der Theater Chemnitz

Die Künstler der Theater Chemnitz haben die auftrittsfreie Zeit für neue Formate genutzt. Die Künstlerinnen und Künstler bespielten unter dem Hashtag #BuehneZuhause mit kleinen Geschichten, individuellen Erlebnissen und Mitmachabenteuern den digitalen Raum und probierten neue Formate aus. Puppenspieler Tobias Eisenkrämer hat kleine Trickfilme produziert - mit Origami-Pinguinen als Hauptdarsteller. Zu sehen sind diese und weitere Clips auf der Facebook-Seite der Theater Chemnitz.


Puppenspiel am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen

Aus Bautzen kommen die Puppen zu Wort: "Warten in Godow", das sind Videonachrichten einer kleinen Puppen-Inselgemeinde in der Ostsee. Dabei geht es um aktuelle gesellschaftspolitische Themen – natürlich auch Corona und die Folgen – wie auch naive philosophische oder albern religiöse Fragestellungen, die Puppentheaterleiter Stephan Siegfried hier aufgegriffen hat.

Zwei Figuren neben einer Hausattrape.
Eine Szene aus der Puppenspielreihe "Warten in Godow" Bildrechte: Stephan Siegfried

Tanzen mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau

Konzertmitschnitte und Kurzfilme gibt es online vom Europäischen Zentrum der Künste Hellerau zu sehen, darunter Konzerte mit Barbara Thalheim, Lisa Bassenge und K.Zia. Im Bereich Performance zeigt das Zentrum Kurzfilme von Louise Lecavalier, der spanischen Flamenco-Tänzerin Rocío Molina sowie Auszüge aus Werken von Dimitris Papaioannou. Darüber hinaus sind verschiedene Produktionen der freien Szene zu sehen. Außerdem soll es Einblicke in den Probenprozess für die neue Performance "Spinner Light" geben.


Schauspiel-Homeoffice am Theater junge Generation

Kurze Videos aus dem schauspielerischen Homeoffice gibt es auch vom Theater Junge Generation (TJG) in Dresden. Gerade ist der tjg-Schriftzug unterwegs, in älteren Posts spielen die Theaterschaffenden ihre Lieblingsszenen, erfinden Lieder oder waren anderweitig zu Hause kreativ.

Mehr Kulturtipps für den Corona-Shutdown

Kulturschaffende in der Corna-Krise unterstützen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 23. März 2020 | 06:15 Uhr

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