Thees Uhlmann in Dresden Livemusik trotz Corona: Picknick-Konzerte machen es möglich

Bei Picknick-Konzerten wie mit Thees Uhlmann in Dresden kann man endlich wieder Livemusik erleben – auf Picknickdecken mit 1,5 Metern Abstand. Brodelnde Tanzstimmung kann so zwar nicht entstehen, dennoch genießen die Besuchenden die Events. Größen wie Faber, Lea und Die Höchste Eisenbahn sind bis zum 9. August in Leipzig und Dresden zu erleben. Pia Uffelmann hat sich für MDR KULTUR bei Thees Uhlmanns Konzert auf die Picknickdecke gesetzt und die Aktiven interviewt.

Menschen sitzen auf einer Wiese vor einer Bühne.
Picknickdecken und Livemusik – Thees Uhlmann in Dresden Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Es wirkt fast wie aus einer anderen Zeit: Live-Musik. Doch jetzt gibt es in Leipzig und Dresden die Möglichkeit, Künstlerinnen und Künstler bei Konzerten unter freiem Himmel zu erleben – Picknick-Konzerte werden die pandemiegerechten Veranstaltungen genannt.

Menschen sitzen auf einer Wiese vor einer Bühne. 4 min
Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Bei Picknick-Konzerten kann man endlich wieder Livemusik erleben – auf Picknickdecken mit 1,5 Metern Abstand. Brodelnde Tanzstimmung kann so zwar nicht entstehen, dennoch genießen die Besuchenden die Events.

MDR KULTUR - Das Radio Sa 01.08.2020 06:00Uhr 03:30 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Menschen sitzen auf einer Wiese vor einer Bühne. 4 min
Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Bei Picknick-Konzerten kann man endlich wieder Livemusik erleben – auf Picknickdecken mit 1,5 Metern Abstand. Brodelnde Tanzstimmung kann so zwar nicht entstehen, dennoch genießen die Besuchenden die Events.

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Ein Raster von Picknick-Decken

Es braucht ausreichend Platz, denn die Picknick-Decken der Musikliebenden müssen jeweils mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander haben. Auf dem Rasen markieren weiße Linien die Reihen und Mitarbeiterinnen mit Zollstöcken messen die Abstände. Durchsagen machen vor Beginn des Konzerts freundlich-bestimmt auf die Corona-Regeln aufmerksam.

Menschen sitzen auf einer Wiese vor einer Bühne.
Die Abstände zwischen den Decken werden genau ausgemessen Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Beim ersten Picknick-Konzert von Thees Uhlmann in Dresden sitzen auf den einzelnen Decken kleine Gruppen, meist zwei bis drei Menschen, maximal zehn Personen pro Gruppe dürfen es sein. Es darf gepicknickt werden, beim Verlassen der Decke gilt jedoch Maskenpflicht. Die Besucherinnen und Besucher nehmen die Vorschriften hin – weil es eben sein muss.

Tanzen verboten

Dieses erste Picknick-Konzert in Dresden ist eher ruhig und da passt ein Entertainer wie Thees Uhlmann gut rein. Er blüht auf der Bühne auf, spricht mit dem Publikum über seine neue Freundin, die Anfangszeiten mit seiner ehemaligen Band Tomte und Autofahrten mit seiner Mutter in seiner Heimatstadt Hemmoor.

Thees Uhlmann mir Band auf der Bühne.
Thees Uhlmann gibt mit seiner Band das Beste, damit das Konzerterlebnis gelingt Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Was fehlt, ist die ungeordnete Energie eines Konzerts. Anstelle von ausgelassenem Tanzen oder sogar Pogen ist eher zurückhaltendes Mitwippen angesagt. Denn Tanzen ist laut der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung verboten. Das bedauern viele Teilnehmende. Bei den meisten überwiegt aber die Freude, endlich wieder ein Konzert erleben zu können.

Musiker verdienen endlich wieder

Finanziell bedeuten die Konzerte vor allem für Uhlmanns Bandmitglieder ein Aufatmen. Er selbst mache schon lange Musik mit ein wenig Erfolg, so dass er eine Pause finanziell aushalte. Ganz anders sehe das bei seiner Band aus.

Wir machen diese Konzerte eben auch, damit meine Crew einfach auch mal wieder weiß, dass da ein bisschen Geld reinkommt. Das ist mir ganz bewusst, dass es viele Leute gibt, die zurzeit nicht arbeiten können. Und das ist eben der kleine, zärtliche Versuch, den Leuten da auch Respekt zu zollen.

Thees Uhlmann

Veranstaltungen nur durch Förderung möglich

Hinter den Veranstaltern liegt ein langer Weg, berichtet Martin Vejmelka, Geschäftsführer der Landstreicher-Kulturproduktion. Da ging es um das Finden von geeigneten Flächen und die Erarbeitung von Hygienekonzepten. Pro Konzert können 950 Tickets verkauft werden. Ohne Förderung oder Sponsoren seien Shows mit Abstand nicht rentabel, so Vejmelka, aber man könne endlich wieder seiner Passion nachgehen.

Nach aktuellem Stand muss man sagen, dass es mehr eine Beschäftigungstherapie  ist, als dass es wirklich einen signifikanten Beitrag leistet damit wir als Unternehmen übers Jahr kommen.

Martin Vejmelka, Geschäftsführer der Landstreicher-Kulturproduktion

Menschen sitzen auf einer Wiese.
Im regelmäßigen Rasterabstand sitzen die Menschengruppen auf ihren Picknickdecken Bildrechte: MDR/Pia Uffelmann

Picknick-Konzerte Vom 30. Juli bis 9. August finden in Dresden und Leipzig knapp 20 Picknick-Konzerte statt. Zu sehen sind deutschsprachige Singer/Songwriter-Größen wie Faber, Thees Uhlmann, Die Höchste Eisenbahn, Dota, dazu Elektropop von Mine oder Lea sowie englischsprachigen Indie-Pop der Giantrooks aus Hamm. Spielorte sind die Agra-Messe in Leipzig sowie die Flutrinne in Dresden, also Locations mit ausreichend Platz. Acht Shows sind bereits ausverkauft, Lea und Faber bieten bereits Zusatztermine an.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. August 2020 | 07:40 Uhr