Nach Corona-Krise Corona-Hilfen: Magdeburger Kulturmanagerin bezweifelt nachhaltige Wirkung

Nadja Gröschner, Geschäftsführerin des "Kulturzentrums Feuerwache Magdeburg", hat sich kritisch zu den Förder- und Unterstützungsprogrammen für Kultur und Künstler geäußert. Im Gespräch bei MDR KULTUR stellte sie eine langfristige Wirkung infrage und befürchtet, dass kleinere Künstler von vielen Maßnahmen nicht profitieren würden.

Sorge um kleine Künstler

Bereits kurz nach dem Lockdown hat sich die Kulturmanagerin mit anderen Akteuren der Umgebung vernetzt und unter anderem eine Kunstaktion vor dem Magdeburger Landtag gestartet. Denn laut Gröschner unterstützt die Magdeburger Stadtverwaltung die Künstler, doch es bräuchte mehr Geld vom Land. "400 Euro reichen nicht aus", meint die Kulturschaffende mit Blick auf Sofortzahlungen.

Langfristige Schäden

Vor allem befürchtet Nadja Gröschner jedoch langfristige Schäden in der Kulturlandschaft: "Unser aller Angst ist: Was kommt in den nächsten Monaten? Wenn ein Kulturbetrieb nicht wieder zu 100 Prozent hochgefahren werden kann, dann wird es nicht nur finanzielle Probleme bei den Institutionen geben, sondern auch bei den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern, von den viele jetzt schon große Probleme haben und sich nur mit Soforthilfen über Wasser halten können. Aber was passiert, wenn die Krise nicht mehr im Mittelpunkt steht? Dann hat man oft keine Stimme mehr."

Auch auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung blickt die Kulturmanagerin mit Sorge. Denn die gesenkte Mehrwertsteuer könnte zwar die Kaufkraft stärken, aber auch für Finanzierungslöchern bei den Kommunen sorgen. Monika Grütters hat zwar ein Rettungspaket in Höhe von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt, doch Gröschner hebt den Unterschied zu den Geldern für die Lufthansa hervor. Ob die Hilsgelder wirklich etwas bewirken, hänge dann auch von der Verteilung ab.

Kulturlandschaft in der Corona-Krise

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 13. Juni 2020 | 11:00 Uhr