Ausgezeichnet Grimme-Preis für MDR-Kurzfilm "Seepferdchen"

Hanan floh mit ihrer Familie über das Mittelmeer. Die Angst vorm Ertrinken hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt.
Hanan floh mit ihrer Familie über das Mittelmeer. Die Angst vorm Ertrinken hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt. Bildrechte: MDR/Tobias Winkel, Sina Diehl/Filmakademie Baden-Württemberg

Der MDR-Kurzfilm "Seepferdchen" erhält den 58. Grimme-Preis in der Kategorie "Kinder und Jugend". Das gab das Grimme-Institut am Dienstag bekannt. "Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher wie globaler Veränderungsprozesse, erschütternder Krisen und einer zunehmend digitalisierten Öffentlichkeit, steigen die Anforderungen an ein qualitativ hochwertiges Fernsehprogramm", sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach.

Über die Flucht übers Mittelmeer und das Trauma danach

Die Doku "Seepferdchen" wurde in der Kategorie "Kinder und Jugend" ausgezeichnet und wurde von der Filmakademie Baden-Würrtemberg für den MDR produziert. In dem 15-minütigen Kurzfilm geht es um die junge Hanan, die mit ihren Eltern aus dem Irak fliehen musste und 2015 mit dem Schlauchboot über das Mittelmeehr bis nach Deutschland kam. Heute gibt sie anderen Kindern Schwimmunterricht und verarbeitet ihr Trauma.

Preise für Anke Engelke,Bjarne Mädel und "Chez Krömer" mit Torsten Sträter

Anke Engelke
Anke Engelke erhält die Besondere Ehrung beim 58. Grimme-Preis 2022. Bildrechte: dpa

Insgesamt haben die Jurys 16 Grimme-Preise vergeben. Unter den Preisträgerinnen ist u.a. die Entertainerin Anke Engelke, welche die Besondere Ehrung des Preisstifters Deutscher Volkshochschul-Verband erhält, weil sie seit mehr als vier Jahrzehnten die deutsche Fernsehlandschaft prägt. Für die "Besondere journalistische Leistung" wurde ZDF-Journalistin Katrin Eigendorf von der Grimme-Jury ausgewählt für ihre "exzellenten Reportagen über die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan".

Regisseur und Darsteller Bjarne Mädel wird gleich zweimal ausgezeichnet: Für seine Rolle im Fernsehfilm "Geliefert", in dem er einen alleinerziehenden Vater in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen spielt und für sein Regie-Debüt "Sörensen hat Angst". Kurt Krömer und Torsten Sträter erhalten einen Grimme-Preis für ihre offenen Worte über ihre Depressionen in der rbb-Sendung "Chez Krömer | zu Gast: Torsten Sträter".

Preisverleihung im August

Stifter des Grimme-Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, weitere Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und 3sat.  Die Preisverleihung folgt am 26. August 2022 in Marl in Nordrhein-Westfalen und wird von 3sat zeitversetzt ab 22.25 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 31. Mai 2022 | 11:30 Uhr

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