Ausstellungen Das sind die spannendsten Museen in Sachsen

Im Dresdner Zwinger die Kunstschätze des Grünen Gewölbes erkunden, in Radebeul auf den Spuren von Karl May wandeln oder in Zwickau den letzten Trabi anschauen - wie wäre es mit einem Ausflug ins Museum? Wer in Sachsen nach einem Ausflugsziel sucht, dem empfehlen wir diese spannenden Ausstellungen.

Ausstellungsraum " Leben und Sterben " in der Dauerausstellung im Hygienemuseum am 10.02.2017 in Dresden .
Modell eines Chromosoms und einer Fruchtfliege im Raum "Leben und Sterben" des Dresdner Hygienemuseums. Bildrechte: Oliver Killing/ Hygienemuseum Dresden

Annaberg-Buchholz: Manufaktur der Träume

Wer nach Annaberg-Buchholz fährt, sieht schon aus der Ferne die St. Annenkirche, eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands aus dem Jahr 1519. Ganz in der Nähe, in Annabergs sehenswerter Altstadt, befindet sich die "Manufaktur der Träume". Tatsächlich entführt dieses Museum den Besucher in eine wunderbare Traumwelt aus Holzpielzeug, Bergbau-Figuren und erzgebirgischer Weihnacht.

Das Erlebnismuseum führt die Besucher auf drei Ebenen durch die Ausstellung: Sehen, Machen und Staunen heißen sie und entsprechen den Etagen des Gebäudes. Dieses Konzept ermöglicht einen sehr sinnlichen Zugang zum Kunsthandwerk. So dürfen beispielsweise einzelne Werkstücke berührt und das Holz der Schnitzkunst ertastet werden. Ein mechanischer "Weihnachtsberg" inszeniert kleine Figuren zur Musik und die berühmten Pyramiden werden mit Licht und Ton zauberhaft in Szene gesetzt.

Manufaktur der Träume Annaberg-Buchholz
"Manufaktur der Träume": Das volkskünstlerische Erbe des Erzgebirges wird hier sehr modern inszeniert. Bildrechte: Dirk Rückschloss

Die "Manufaktur der Träume" lohnt sich für Familien - die Exponate sind für Kinder spannend in Szene gesetzt und können zusätzlich mit einem "Detektivblatt" erkundet werden. Im Anschluss sollten Besucher auf den Museumsbalkon treten und die Aussicht genießen: auf die Annaberger Altstadt und die Landschaft des Erzgebirges.

Informationen zum Museum: Manufaktur der Träume
Buchholzer Straße 2
09456 Annaberg-Buchholz

Öffnungszeiten:
täglich 10 - 18 Uhr

Chemnitz: Museum Gunzenhauser

Allein das Haus ist eine Sehenswürdigkeit: Das ehemalige Sparkassengebäude am Falkeplatz in Chemnitz entstand in den Jahren 1928 bis 1930 als eines der ersten Hochhäuser und ist ein exemplarisches Gebäude des "Neuen Bauens". Heute befindet sich hier das Museum Gunzenhauser mit einem der weltweit größten Otto-Dix-Bestände.

2007 gelang es der langjährigen Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, die legendäre, hoch angesehene Sammlung Gunzenhauser als Stiftung in die Stadt zu holen. Alle wollten den umfangreichen Bestand des Kunstsammlers Alfred Gunzenhauser damals für sich, insbesondere die 380 Otto Dix-Werke. Heute sind die Werke des Künstlers das Herzstück des Museums Gunzenhauser.

Besucher in der Dauerausstellung der Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser, vorn das Gemälde "Frühlingslandschaft mit blühenden Bäumen am Untersee" (1944) von Otto Dix
Besucher im Museum Gunzenhauser Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn 2018/Kristin Schmidt

300 Werke der klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, überwiegend des Expressionismus, sind seitdem ständig auf drei Etagen des Museums zu sehen, darunter Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Karl Schmidt-Rottluff und Gabriele Münter. Auch eine der weltweit größten Sammlungen mit Werken des Expressionisten Alexej von Jawlensky befindet sich in Chemnitz. Im Museum Gunzenhauser finden zudem wechselnde Sonderausstellungen statt, um dem Gesamtumfang der Gunzenhauser-Sammlung von über 2.400 Werken gerecht zu werden.

Informationen zum Museum: Kunstsammlungen Chemnitz
Museum Gunzenhauser
Falkeplatz
09112 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Di, Do-So, Feiertag 11 - 18 Uhr
Mi 14 - 21 Uhr

Dresden: Deutsches Hygienemuseum

Mit überraschenden und thematisch überaus vielseitigen Sonderausstellungen macht das Hygienemuseum in Dresden immer wieder von sich reden. So widmete sich das Museum in der Ausstellung "Future Food" bis zum 21. Februar 2021 dem Essen der Zukunft und zeigt beispielsweise, wie sich unser Essverhalten in Zukunft ändern könnte, oder ändern müsste, damit die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann.

Darüber hinaus beleuchten in der Dauerausstellung sieben spannende Räume das "Abenteuer Mensch". Exponate wie die "Gläserne Frau" machen die Anatomie des menschlichen Körpers im wahrsten Sinne transparent – daneben eine frühe Röntgenanlage, die den historischen Kontext liefert. Beeindruckend sind auch die Moulagen aus Wachs, Nachbildungen krankhaft veränderter Körperteile. Eine ganze Abteilung widmet sich dem Verlauf des Lebens von der ersten Zelle bis zum Tod. Mit Hilfe von Medienstationen begegnen Besucher auch ethischen Fragen, wie vorgeburtlicher Diagnostik oder Lebensverlängerung.

Empfehlenswert ist auch das Kinder-Museum, bei dem die Kleinen und Größeren die Welt mit ihren fünf Sinnen experimentell begreifen können.

Mit seiner Bandbreite an Themen hat das Hygienemuseum das wohl heterogenste Publikum der Stadt. Es ist zudem ein echtes Familienmuseum mit hohem Anspruch in Konzeption und Vermittlung. Im Kinder-Museum laden Experimentierstationen und Spiele zum Entdecken ein. Hier können die Kleinen und Größeren die Welt mit ihren fünf Sinnen experimentell begreifen. Wer eine Pause braucht, kehrt im museumseigenen Café-Restaurant ein oder entspannt im nahe gelegenen Park, dem Großen Garten.

Ausstellungsraum " Leben und Sterben " in der Dauerausstellung im Hygienemuseum am 10.02.2017 in Dresden .
Mit den Alterssimulatoren kann man sich schon mal aufs spätere Leben vorbereiten. Bildrechte: Oliver Killing/ Hygienemuseum Dresden

Informationen zum Museum: Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 - 18 Uhr
Montag geschlossen (an Feiertagsmontagen geöffnet)

Dresden: Grünes Gewölbe

Das Residenzschloss ist eines der architektonischen Highlights der Dresdner Altstadt – zwischen Semperoper, Zwinger und Frauenkirche. Bei der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg fast vollständig ausgebrannt, wurde das Dresdner Schloss erst vor einigen Jahren wieder aufgebaut. Heute ist es eine Art sächsischer Louvre, einer der größten Museumskomplexe Deutschlands. Das imposanteste dieser Museen ist die barocke Schatzkammer: das Grüne Gewölbe.

Fast wird einem schwindelig, wenn im Historischen Grünen Gewölbe Spiegel und Kunstkammerstücke aus Gold, Bergkristall und Diamanten um die Wette funkeln. Bewusst wird auf Vitrinen und Beschriftungen verzichtet, alles soll sich so anfühlen, wie es August der Starke damals ersonnen hat, als er 1730 dieses Gesamtkunstwerk aus Architektur und Sammlerstücken fertig stellen ließ – eine visuelle Zeitreise in den Barock. Durch das Bernsteinkabinett gelangt man ins benachbarte Elfenbeinzimmer, Weißsilberzimmer und ins Silbervergoldete Zimmer.

Besucher im Silbervergoldeten Zimmer während der Wiedereröffnung des Grünen Gewölbes im Dresdner Schloss.
Im Historischen Grünen Gewölbe verschmelzen Raum und Werke der Schatzkunst zu einem barocken Gesamtkunstwerk. Bildrechte: IMAGO

Übersichtlicher wird es dagegen im Neuen Grünen Gewölbe. Der Schwerpunkt liegt hier auf der modernen Präsentation besonders wertvoller und beeindruckender Einzelstücke der Sammlung. Berühmtheiten wie der Grüne Diamant sind weltweit einmalig. Es ist mit 41 Karat der größte von Natur aus grüne Diamant, der jemals gefunden wurde.

Traurig stimmen natürlich die fehlenden Schmuckstücke, die beim Dresdner Juwelendiebstahl am 25. November 2019 aus dem Grünen Gewölbe gestohlen wurden.

Informationen zum Museum: Grünes Gewölbe
Residenzschloss
Taschenberg 2
01067 Dresden

Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch-Sonntag: 11 - 17 Uhr
Freitag: 17 - 20 Uhr (Blaue Stunde)
Dienstag geschlossen

Aus konservatorischen Gründen ist die Anzahl der Besucher des Historischen Grünen Gewölbes täglich begrenzt. Entsprechende Zeitkarten können im Vorverkauf erworben werden.

Dresden: Gemäldegalerie Alte Meister

Der Dresdner Zwinger, eines der bekanntesten Barockbauwerke Deutschlands, beherbergt eine Gemäldegalerie von Weltruhm. Gottfried Semper plante den Bau Ende des 19. Jahrhunderts – ein Gebäude eigens für die "Alten Meister". So kann man hier eines der weltweit berühmtesten Gemälde sehen: die "Sixtinische Madonna", gemalt von Raffael um 1512/13.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf italienischer Malerei der Renaissance, mit Hauptwerken der Künstler Giorgione, Tizian, Correggio, Mantegna, Botticelli und Parmigianino. Auch holländische und flämische Maler des 17. Jahrhunderts sind vertreten, darunter Rembrandt und seine Schule. Darüber hinaus ist altdeutsche und altniederländische Malerei ausgestellt, die großen Namen sind hier Dürer, Cranach, van Eyck und Holbein. 

Blick in die Ausstellung der Gemäldegalerie Alte Meister/Skulpturensammlung im Semperbau am Zwinger
Blick in die Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger. Bildrechte: SKD/David Pinzer

Eine Fülle an wunderbaren Gemälden – es empfiehlt sich, viel Zeit für diese Galerie einzuplanen. Unter den Eindrücken können Besucher im Anschluss in der Anlage des Zwingers  lustwandeln und den Innenhof, die Außengalerien und die Gartenanlage bewundern.

Informationen zum Museum: Gemäldegalerie Alte Meister
Zwinger
Theaterplatz 1
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag: 10 - 17 Uhr
Freitag: 17 - 20 Uhr (Blaue Stunde)
Montag geschlossen

Dresden: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Am Rande der Dresdner Neustadt befindet sich das Militärhistorische Museum der Bundeswehr. Das ursprüngliche Arsenalgebäude aus dem 19. Jahrhundert ist von einem großen Keil durchbrochen. Stararchitekt Daniel Libeskind entwarf den Bau, wie zuvor beispielsweise das Jüdische Museum Berlin und das Imperial War Museum Manchester. Das symbolträchtige Gebäude verweist auf das Kernthema der Ausstellung: die Frage nach Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden Bildrechte: MDR/Stephan Tittel

So wird der Besucher beispielsweise mit der Zerstörung durch die Atombombe konfrontiert. In einer Installation sieht man die Bombe über Hiroshima aufblitzen und findet seinen eigenen Schatten für einige Sekunden an einer Wand. Auch die Verstrickungen des Krieges mit der Gesellschaft, der Politik oder der Technologie wird gezeigt. Zudem wird die unterschiedliche Betrachtungen aus individueller und kollektiver Erinnerung der jeweilig Beteiligten betrachtet, beispielsweise durch Denkmäler und Rituale. Besonderen Raum nimmt auch das Leiden am Krieg ein.

Auch wer sich bisher nicht für Militärgeschichte interessierte, wird in der Ausstellung viele spannende Zugänge finden, zum Beispiel Tierpräparate, die den Einsatz von Tieren im Krieg vor Augen führen. Die Exponate verweisen aber auch in die Gegenwart: So kann man hier die primitiven Leitern sehen, mit denen afrikanische Flüchtlinge versucht haben, den Grenzzaun der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu überwinden.

Kindern wird der Museumsbesuch mit einem Quiz erleichtert zudem bieten sogenannte Live Speaker, Mitarbeiter des Museums, dem Nachwuchs die Möglichkeit, fragen zu stellen oder Kurzführungen zu erhalten. Eis, Café oder einen Imbiss findet man in der nahe gelegenen Dresdner Neustadt – ein quicklebendiges, echtes Szeneviertel.

Militärhistorisches Museum Dresden
Kriegerische Spielzeuge: die Ausstellung "War and Play" im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr. Bildrechte: David Brandt

Informationen zum Museum: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
Donnerstag - Dienstag: 10 - 18 Uhr
Mittwoch geschlossen

Freiberg: Terra Mineralia

Von der Freiberger Innenstadt kann man einen schönen Spaziergang zum Schloss Freudenstein unternehmen. Einst als Burg zum Schutz des Silberbergbaus errichtet, ist es eng mit der Geschichte der Wettiner verbunden. Im Schloss befindet sich die Mineralienausstellung "Terra Mineralia".

Terra Mineralia
Der Amerikasaal der "Terra Mineralia" mit Mineralstufen vom amerikanischen Kontinent. Bildrechte: Woflgang Thieme

Mehr als 3.500 Ausstellungsstücke umfasst die wertvolle Sammlung, die in eine ganz besondere Welt entführt. Besucher können Kristalle aus allen Erdteilen mit ihrem riesigen Farb- und Formenspektrum bewundern, zu entdecken beispielsweise im Amerika-, Afrika- oder Europa-Saal. In der Schatzkammer, ein Renaissance-Gewölbe und Herzstück der Ausstellung, befinden sich die schönsten Objekte.

Besondere Angebote gibt es für Schulklassen, bei denen altersgerecht die Mineralienwelt mit Mikroskopen und Experimenten erkundet werden kann. Wer nicht nur schauen, sondern mehr erfahren möchte, kann auch eigene Mineralienfunde mitbringen und diese im Wissenschaftszentrum bei sogenannten "Forschungsreisen" selbst bestimmen.

Alle Exponate der Terra Mineralia stammen aus der privaten Sammlung der 1919 in Wurzen geborenen Deutsch-Schweizerin Erika Pöhl-Ströher, die sie der TU Bergakademie Freiberg im Jahr 2004 als Dauerleihgabe überließ.

Besucher der terra mineralia auf Schloss Freudenstein in Freiberg können jetzt das neue und äußerst seltene Mineral "Erikapohlit" besichtigen
Auch das seltene Mineral "Erikapohlit", das nach der 2016 verstorbenen Stifterin Erika Pöhl-Ströher benannt wurde, kann man in Freiberg bewundern. Bildrechte: terra mineralia

Informationen zum Museum: Schloss Freudenstein
Schloßplatz 4
09599 Freiberg

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 10 - 17 Uhr
Samstag - Sonntag: 10 - 18 Uhr

Glashütte: Deutsches Uhrenmuseum

Glashütte ist eine Kleinstadt südlich von Dresden, mitten im Erzgebirge. Weltruhm erlangte die Stadt durch die Herstellung von Uhren. Ab 1845 wurden hier Manufakturen gegründet, später entstand die Deutsche Uhrmacherschule und heute ist der Name der Stadt gleichzusetzen mit Luxusuhren, die in aller Welt verkauft werden.

Das Deutsche Uhrenmuseum lässt die Geschichte der Uhrenfabrikation mit spannenden Exponaten von Taschen-, Armband- und Pendeluhren lebendig werden. Darunter befinden sich einige Seltenheiten, wie eine Taschenuhr mit Schlüsselaufzug aus der Gründerzeit oder eine monumentale astronomische Kunstuhr aus über 1.700 Einzelteilen. Außerdem gibt es eine der seltenen Tourbillon-Taschenuhren von 1925 zu sehen. Die Tourbillon-Technik versuchte die Wirkung der Schwerkraft aufs Uhrwerk zu minimieren – hier wird die Faszination des Uhrmacherhandwerks greifbar.

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte
In der Schatzkammer des Deutschen Uhrenmuseum Glashütte kann man dem Handwerk auf den Grund gehen. Bildrechte: René Gaens

Nach dem Museumsbesuch lohnt sich ein Spaziergang durch Glashütte. In der ganzen Stadt sind Infotafeln platziert, die von der Geschichte der Uhrenhochburg berichten – an alten Produktionsstätten etwa und an Wohnhäusern berühmter Persönlichkeiten.

Informationen zum Museum: Deutsches Uhrenmuseum
Schillerstraße 3a
01768 Glashütte

Öffnungszeiten:
Mittwoch - Sonntag, 10 - 17 Uhr

Leipzig: Museum der Bildenden Künste

Das Museum der Bildenden Künste (MdbK) in Leipzig befindet sich in einem riesigen Quader aus Beton und Glas. Das Gebäude wurde im Jahr 2004 auf dem ehemaligen Sachsenplatz eröffnet und bietet etwa 7.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Hier hat eine der umfangreichsten Kunstsammlungen Deutschlands, mit tausenden Gemälden, Grafiken und Skulpturen ihr zu Hause. Die Geschichte des MdBK reicht bis ins Gründungsjahr 1848 zurück.

Im MdbK kann man die Werke berühmter Maler wie Lucas Cranach der Jüngere, Caspar David Friedrich, Claude Monet oder Frans Hals betrachten. Das Haus versammelt weit über 4.000 Gemälde und 1.800 Plastiken. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kunst der DDR.

Museum der Bildenden Künste Leipzig
Besucher im Neo-Rauch-Saal des Museums der Bildenden Künste in Leipzig. Bildrechte: A. Schmidt

Aber auch die Leipziger Kunst, mit Werken beispielsweise von Max Beckmann und Max Klinger, spielt eine wichtige Rolle. Gerade hier ist das Haus zu Recht stolz auf geschlossene Werkschauen der Leipziger Schule, mit Künstlern wie Bernhard Heisig und Werner Tübke und große Bestände von Neo Rauch und Daniel Richter, die zur Neuen Leipziger Schule gezählt werden. Spannend sind immer wieder auch die zahlreichen Sonderausstellungen zu variantenreichen Themen.

Im Anschluss oder zwischendurch lohnt sich Abstecher ins Café – ein hallenartiger Raum mit meterhoher Glasfassade. Oder man erkundet Leipzigs Innenstadt, die direkt vor der Tür liegt.

Informationen zum Museum: Museum der Bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Montag geschlossen
Dienstag, Donnerstag - Sonntag, Feiertage: 10 - 18 Uhr
Mittwoch: 12 - 20 Uhr

Leipzig: Zeitgeschichtliches Forum

In Leipzigs Fußgängerzone gelegen, erkennt man das Zeitgeschichtliche Forum gut an der ungewöhnlichen Bronzeskulptur, die vor dem Eingang steht. "Der Jahrhundertschritt" des Leipziger Künstlers Wolfgang Mattheuer, 1984 geschaffen, hält die rechte Hand zum Hitlergruß und die linke zur Faust geballt – ein Symbol für totalitäre Systeme, die Teil der deutschen Geschichte sind. Das Zeitgeschichtliche Forum lädt ein, sich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen.

In der Stadt der friedlichen Revolution geht es da vor allem um die jüngere Geschichte, um Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands. So ist der der Tisch des Politbüros der SED zu sehen oder Teile des Zauns der Prager Botschaft der Bundesrepublik, in die sich 1989 tausende DDR-Bürger flüchteten, um in den Westen Deutschlands zu gelangen. Auch werden regelmäßig wechselnde Ausstellungen angeboten, zum Beispiel mit dokumentarischen Fotografien. Und es gibt Angebote für Kinder, bei denen beispielsweise erläutert wird, was ein Westpaket für DDR-Bürger bedeutete.

Wer noch mehr über Leipzigs Geschichte und die friedlichen Revolution von 1989 erfahren möchte, der sollte auch das Museum "Runde Ecke" im ehemaligen Stasi-Gebäude besuchen.

Informationen zum Museum: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Montag geschlossen
Dienstag - Freitag: 9 - 18 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag: 10 - 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Radebeul: Karl-May-Museum

Radebeul ist ein wunderbares Ausflugsziel nördlich von Dresden, zwischen Weinbergen und Elbe gelegen. Hier gibt es einen unerwartet exotischen Ort, denn hier steht ein Wild-West-Blockhaus namens "Villa Bärenfett". Es ist Teil des Museums zu Ehren des Abenteuerschriftstellers Karl May, der in Radebeul seinen letzten Wohnsitz hatte und auch hier begraben wurde.

Das Karl-May-Museum eröffnete 1928. Heute gehört seine ethnologische Indianersammlung zu den interessantesten in Europa. Besucher können das Wirken und Leben der nordamerikanischen Indianer kennenlernen: Die Exponate reichen von Mokassins und Tomahawks über Adlerfederhauben bis zu Totempfählen und Zeremonialpfeifen. Lebensgroße Indianer-Kostümfiguren machen diese Welt lebendig. Im angrenzenden ehemaligen Wohnhaus von Karl May, der Villa "Shatterhand", befindet sich die Ausstellung zum Leben und Schaffen des Schriftstellers, der bis heute zu den meistgelesenen Autoren der Welt zählt.

Das Karl-May-Museum ist besonders bei Kindern beliebt. Dementsprechend groß ist das museumspädagogische Angebot, so dass die Kleinen die Welt der Indianer und des Schriftstellers Karl May intuitiv kennenlernen können.

Informationen zum Museum: Karl-May-Museum
Karl-May-Str. 5
01445 Radebeul

Öffnungszeiten:
Montag geschlossen (außer Feiertage)
März bis Oktober, Dienstag - Sonntag: 9 - 18 Uhr
November bis Februar, Dienstag - Sonntag: 10 - 17 Uhr

Zwickau: August Horch Museum

Wo einst das Zwickauer Audi-Werk stand, befindet sich heute das August Horch Museum. Das Museum veranschaulicht mehr als 100 Jahre Automobilbautradition in Zwickau und bietet mit seiner Fahrzeugausstellung auch wenig an Technik Interessierten spannende Einblicke in den Pioniergeist der Automobilbauer. Neben verschieden Neubauten wurde für die Ausstellung auch ein altes Kontorgebäude renoviert sowie die Villa des Fabrikanten August Horch, des Gründers von Audi, für Besucher geöffnet. 

Auf rund 6.500 Quadratmetern sind Automobile u.a. von Horch, Audi, Volkswagen, Wanderer und DKW ausgestellt. Trabant-Modelle, die in der DDR entwickelt, aber nie in Serie produziert wurden, sind ebenso zu sehen, wie das letzte Trabi-Exemplar, welches am 30. April 1991 vom Band lief.

August Horch Museum Zwickau
Auch nur für Autofans spannend: die Fahrzeugausstellung im August Horch Museum Zwickau. Bildrechte: Annett Kannhäuser

Die Oldtimer-Modelle werden interessant in Szene gesetzt, ob geparkt an einer Tankstelle von 1930, als Rennstrecke inklusive Zuschauerpodesten oder auf einem nachempfundenen Straßenzug im Stil der 1930er-Jahre, inklusive Laden und Schaufenstern. Auch zeigen Maschinen und Werkzeuge, wie präzise und aufwändig damals gearbeitet wurde. Ein reichhaltiges Angebot gibt es für Kinder aller Altersgruppen, bei dem sie beispielsweise mit 3D-Stiften ein eigenes Auto gestalten können. Auch einen Kindergeburtstag kann man hier feiern.

Wer Zwickau noch nicht kennt, sollte nach dem Museumsbesuch einen Abstecher in die Stadt unternehmen. Das Robert-Schumann-Haus, die Priesterhäuser und den "Zwickauer Dom", wie die Einheimischen die  eindrucksvolle Kirche St. Marien nennen, sollte man gesehen haben. Im Jahr 2020 ist die 4. Sächsische Landesausstellung "Boom" ein Muss für Besucher, bei der 500 Jahre Industriekultur in Sachsen vorgestellt werden und zu der das August Horch Museum als einer der Höhepunkte gehört.

Informationen zum Museum: August Horch Museum Zwickau
Audistraße 7
08058 Zwickau

Öffnungszeiten:
Montag - Sonntag, Feiertag: 10 - 18 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturtipps | 27. Juli 2018 | 09:45 Uhr