Eröffnung KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eröffnet Sonderausstellung zum Thema "Flucht"

Das Schild "KZ-Lager Dora-Mittelbau" vor einer ehemaligen Unterkunftsbaracke der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Das Schild "KZ-Lager Dora-Mittelbau" vor einer ehemaligen Unterkunftsbaracke der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. In einer neuen Sonderausstellung beleuchtet die Gedenkstätte das Thema "Flucht". Bildrechte: dpa

Am 11. April 1945 wurde das Konzentrationslager Mittelbau-Dora durch US-Truppen befreit. Anlässlich des Gedenkens zum 77. Jahrestag der Befreiung eröffnet die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen eine neue Sonderausstellung zum Thema "Flucht". Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen geflüchteter KZ-Häftlinge, deren Erinnerungen die Ausstellung auf Grundlage von authentischen Fallgeschichten aufarbeitet.

Sonderausstellung in KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora gliedert sich in drei Themen

Der erste Teil der Sonderausstellung widmet sich dem NS-Repressionssystem, das unter anderem dafür sorgte, die Flucht aus dem KZ so schwer und gefährlich wie möglich zu machen. Wie funktionierte das System und was drohte Geflüchteten im Falle einer Wiederergreifung?

Mittelbau-Dora
Die Sonderausstellung beleuchtet unter anderem den mörderischen Alltag der Häftlinge im KZ Mittelbau-Dora. Bildrechte: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Perspektive der Häftlinge. Welche Motivation trieb sie in die gefährliche Flucht? Und wie erging es denjenigen, die gefasst wurden? Aimé Bonifas, der das KZ Mittelbau-Dora überlebte, brachte die Situation geflüchteter Häftlinge bereits 1946 auf den Punkt: "Durch den Stacheldraht zu kommen ist trotz der zahlreichen Posten noch relativ leicht. Aber wohin gehen in der gestreiften Kluft, in diesem verlorenen Land, ohne Sprachkenntnisse, ohne einen Pfennig Geld, praktisch ohne brauchbare Schuhe und ohne Verpflegung?"

Der dritte Teil der Ausstellung blickt auf die NS-Volksgemeinschaft und beleuchtet die Spannbreite gesellschaftlicher Reaktionen – von aktiver Fluchtverhinderung bis Hilfeleistungen für Geflohene.

Mittelbau-Dora
Die neue Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen eröffnet am 11. April 2022. Bildrechte: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Im ehemaligen Konzentrationslager Mittelbau-Dora haben zwischen 1943 und 1945 rund 60.000 Häftlinge aus ganz Europa in unterirdischen Stollen für die Rüstungsindustrie Zwangsarbeit leisten müssen. Mindestens 20.000 von ihnen starben infolge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Am 11. April 1945 wurde das Lager "Dora" durch die US-Armee befreit.

nformationen zur Ausstellung Eröffnung der Sonderausstellung "Flucht" am Montag, den 11. April um 12:15 Uhr

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Kohnsteinweg 20, 99734 Nordhausen

Gedenkakt am Ehrenfriedhof Nordhausen: 12. April um 15 Uhr

Öffnungszeiten der Gedenkstätte:
Oktober bis Februar: 10 bis 16 Uhr, montags geschlossen
März bis September: 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen

Vom 24. bis 26. Dezember, am 31. Dezember und am 1. Januar geschlossen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. April 2022 | 06:30 Uhr

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