Interview Nach Wiedereröffnung: Magdeburger Museen ziehen positive Bilanz

Seit dem 5. Mai sind das Kulturhistorische Museum und das Museum für Naturkunde in Magdeburg wieder geöffnet. Der Betrieb unter den Corona-Auflagen läuft gut, sagt Direktorin Köster im Interview. Sie kann der Zwangspause sogar Positives abgewinnen.

Knapp zwei Wochen nach der Wiedereröffnung der Magdeburger Museen hat Direktorin Gabriele Köster eine positive Zwischenbilanz gezogen. Köster sagte MDR KULTUR, im Kulturhistorischen Museum und im Museum für Naturkunde seien die Erfahrungen mit Besuchen unter den Corona-Auflagen bislang sehr gut gewesen. Die Besucher seien sehr diszipliniert, außerdem seien die Räumlichkeiten sehr weitläufig. Die Museen hatten am 5. Mai nach der Corona-bedingten Schließung wieder geöffnet.

Köster zufolge sind zunächst vor allem zwei Gruppen gekommen: "Das sind die Familien, die vor allem das Museum für Naturkunde für gemeinsame Erlebnisse aufsuchen. Und das sind die älteren Menschen, die ja vor allem vereinsamt waren in dieser Zeit und es sehr schätzen, sich wieder Anregungen von außen zu holen."

Zukünftig mehr digitale Brücken ins Museum

Die Museen hätten während der Corona-Krise wichtige Erfahrungen gemacht, glaubt Köster – etwa im Bereich digitaler Angebote. Diese "digitalen Brücken ins Museum" seien gerade für die junge Generation wesentlich: "Dass wir eben auf YouTube präsent sind, dass wir die Social-Media-Kanäle bedienen. Die Gesellschaft wird immer vielfältiger, und das bedeutet eben, dass wir uns ganz anders öffnen müssen und auch selbst die Wege ins Museum weisen müssen."

Dazu müssten stärker als bisher neue Ansätze für die Museumsarbeit gefunden werden. Köster will vor allem die museumspädagogische Arbeit und Projekte außerhalb des Hauses stärken.

Arbeit an Magdeburgs Bewerbung als Kulturhauptstadt

Köster, 1964 in Mönchengladbach geboren, leitet die Magdeburger Museen seit 2013. Persönlich wurde sie schon zeitig in ihrem Elternhaus kunsthistorisch angeregt. Schon als Zweijährige saß sie am Schreibtisch in der Galerie des Vaters. Dennoch wollte die Tochter ihren eigenen Weg gehen.

In Magdeburg sei ihr das gelungen, sagt Köster. Hier arbeitet sie daran, das Museum zu einem Ort des Diskurses werden zu lassen. Zum Beispiel mit dem Blick auf das Bauhaus in Mitteldeutschland im letzten Jahr, der viele Ausstellungen und reichhaltige Angebote beinhaltete. Zurzeit ist sie eng in die Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt eingebunden. Geplant ist unter anderem eine große Ausstellung unter dem Titel "Feeling East" über ostdeutsche Identität.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Mai 2020 | 11:05 Uhr