Ausflugstipps Magdeburg bei Regen: sieben Ideen für schlechtes Wetter

Auch wenn der Himmel im Herbst Tränen vergießt, lohnt sich ein Besuch in Magdeburg. Wir haben für Sie Orte ausgesucht, an denen Sie die Regenwolken vergessen können. Vom Magdeburger Dom über Museen zur Naturkunde und Geschichte im Jahrtausendturm im Elbauenpark.

Vokalensemble Sjaella, sechs Frauen in langen Kleidern vor Altar des Magdeburger Doms, sich schauen auf das Publikum
Den Magdeburher Dom sollten alle Besucher auch einmal von innen gesehen haben – gerne auch bei einem ansprechenden Konzert Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Museum für Naturkunde

Ein sechs Meter langer Saurier, ein Buckelwalmodell in Originalgröße, Giraffen und ein Elefant: All das können Besucherinnen und Besucher im Museum für Naturkunde in Magdeburg entdecken. Mit einer Sammlung von über 380.000 Objekten gehört es zu den größten naturkundlichen Museen in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit dem Kulturhistorischen Museum befindet es sich im selben Haus.

Tierpräparate im Magdeburger Naturkundemuseum
Tierpräparate im Magdeburger Naturkundemuseum, dabei ein lebensgroßes Modell eines Wals Bildrechte: Magdeburger Museen/Dirk Mahler

Seit 2015 wird die Sammlung auf über 1.000 Quadratmetern neu präsentiert. Vorher wurde sie über zehn Jahre hinweg modernisiert. Die Dauerausstellung ist in drei Abschnitte gegliedert: "Wunder des Lebens" mit großen Fossilien und Tierpräparaten, "Lebensräume Sachsen-Anhalts", wo interaktive Elemente warten, und "Eiszeitalter – Klimawandel und Evolution bis zur Gegenwart". Darüber hinaus gibt es regelmäßige Sonderausstellungen und in den Ferien Kreativwerkstätten und Führungen für Kinder.

Mehr Informationen zum Museum für Naturkunde

Museum für Naturkunde Magdeburg
Otto-von-Guericke Straße 68 -73,
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Hundertwasserhaus: Ein Besuch in Magdeburgs Grüner Zitadelle

Die Grüne Zitadelle in der Nähe des Domplatzes von Magdeburg ist immer einen Ausflug wert, schon von außen leuchtet sie in herrlichen Frühlingsfarben. Fertiggestellt wurde sie 2005 und prägt seitdem die Wahrnehmung der Stadt Magdeburg. Mit einer Führung kann man hier eintauchen in die Welt von Friedensreich Hundertwasser.

Hundertwassers Grüne Zitadelle von Magdeburg
Die Grüne Zitadelle ist eines der Wahrzeichen von Magdeburg Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Für weitere Unterhaltung sorgt das Theater Grüne Zitadelle – das einzige Theater weltweit, das sich in einem Hundertwasserhaus befindet. Außerdem kann man hier schöne Dinge einkaufen und in aller Ruhe Kaffee trinken.

Mehr Informationen zur Grünen Zitadelle

Grüne Zitadelle
Breiter Weg 8
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs ist das romanische Kloster "Unser Lieben Frauen" zwischen Altstadtkern und Elbe. Einmalig ist, dass sich in diesen beeindruckenden Räumen aus dem 12. Jahrhundert ein Kunstmuseum befindet. Die Sammlung umfasst vor allem deutsche und internationale Kunst der Gegenwart, die in den drei Gewölben des Nordflügels ausgestellt wird.

Eine Frau betrachtet das Werk "Tempel" des deutschen Künstlers Michael Hofstetter, das die Form eines Tempels hat, hedoch mit Wänden, die aus Buchstaben Wörter formen
Das Werk "Tempel" von Michael Hofstetter im Kunstmuseum Magdeburg Bildrechte: dpa

Alle Formen der bildenden Kunst, Malerei und Grafik, aber auch Installation, Fotografie und Video finden sich in der Ausstellung, die mit eben dieser Vielfalt begeistert. Neben zeitgenössischer Kunst sind Skulpturen der klassischen Antike, mittelalterliche Holzskulpturen und Bildhauerkunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ausgestellt. Besucher können das Museum multimedial erkunden. Die Guides sind neben den üblichen Audios auch mit Bildern, Videos und einem eigens für Kinder zusammengestellten Rundgang ausgestattet. Auch das Klostercafé lädt zum Verweilen ein.

Mehr Informationen zum Kunstmuseum

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6,
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

Jahrtausendturm im Elbauenpark

Im Jahr 1999 – also kurz vor der als so magisch wahrgenommenen Jahrtausendwende – wurde die Bundesgartenschau in Magdeburg veranstaltet. Der ganze Elbauenpark wurde neu gestaltet und bepflanzt. Nach der Buga wurde beschlossen, den Park zu einem Erlebnisort für die ganze Stadt umzugestalten. Daher wurde auch der Jahrtausendturm entgegen ersten Planungen stehengelassen. Der Architekt Johannes Peter Staub hatte das markante Gebäude entworfen: Ein schiefer Kegel aus Holzbrettern und Folie.

Jahrtausendturm auf dem ehemaligen BUGA-Gelände Magdeburg, sieht aus wie ein großes Indianerzelt, innen wird die Menschheitsgeschichte der vergangenen 6.000 Jahre erzählt
Der Jahrtausendturm in Magdeburg ist auch bei schlechtem Wetter ein toller Ausflugstipp. Bildrechte: MDR/Andreas Tempelhof

Hier wird aber nicht nur von 1.000 Jahren deutscher Geschichte seit Otto I. erzählt, sondern von 6.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Auf sechs Etagen werden die wichtigsten technischen Errungenschaften der Menscheit in Technik und Forschung gezeigt. Wichtig war den Ausstellungsmachern, dass hier nicht nur theoretisch von der Entwicklung erzählt wird, sondern die Besucherinnen und Besucher die Technik erleben können. Und wer es bis nach oben schafft, kann von der Spitze den Blick über die Stadt schweifen lassen.

Mehr Informationen zum Jahrtausendturm

Jahrtausendturm im Elbauenpark
Tessenowstraße 5a,
39114 Magdeburg

Öffnungszeiten:
September bis Oktober: 9 bis 18 Uhr
November bis Februar: 10 bis 16 Uhr
März: 10 bis 18 Uhr
April: 9 bis 18 Uhr
Mai bis August: 9 bis 19 Uhr

Dommuseum Ottonianum

Ein großer Dom ist ein Hinweis auf eine lange Stadtgeschichte – so auch in Magdeburg. Dennoch hatte die Otto-Stadt lange kein Dommuseum. Erst nach umfangreichen Ausgrabungen rund um den Dom zu Beginn der 2000er-Jahre wurde in der Stadt beschlossen, dass es nun an der Zeit sei. Das Ottonianum wurde im historischen Bankgebäude gegenüber dem Dom eingerichtet, das von 1923 stammt.

Eine Statue der Editha aus hellem Stein, sie trägt eine Krone und eine flache Hand vor dem Magen
Die Statue der Editha, der ersten Gemahlin Ottos des Großen, ist eines der Highlights des Dommuseums Ottonianum. Bildrechte: CAB ARTIS

Das Geschichtsmuseum hat drei Schwerpunkte: Das Herrscher-Paar Otto I. und Editha, die Entwicklung des Bistums Magdeburg (das Otto I. zur Sicherung seiner Macht an der Elbe installierte) und die Ausgrabungen rund um den Dom. Die Highlights der Dauerausstellung sind unter anderem der Sarg von Königin Editha und ein virtuelles Modell des Doms, das die Baugeschichte der Kirche veranschaulicht.

Mehr Informationen zum Dommuseum

Dommuseum Ottonianum
Domplatz 15,
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Als Kaiser Friedrich Museum gegründet, existiert das Kulturhistorische Museum Magdeburg schon seit 1906 – und residiert noch immer in demselben historischen Gebäude. Hier können die Besucherinnen und Besucher die Magdeburger Geschichte kennenlernen, die immer wieder auch Auswirkungen auf Europa hatte. So befindet sich der berühmte Magdeburger Reiter aus der Gotik des 13. Jahrhunderts in dem Gebäude, im mittelalterlich anmutenden Kaiser-Otto-Saal. Dargestellt ist wahrscheinlich Kaiser Otto der Große (Regierungszeit 936–973), die herausragende Gestalt der Magdeburger Geschichte, der man hier immer wieder begegnet.

Statue eines Mannes auf einem Pferd, rechts und links daneben jew. eine Frauengestalt
Der berühmte Magdeburger Reiter wurde um 1240 geschaffen Bildrechte: Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Aber auch die dunkle Seite der Geschichte wird gezeigt. Wie kaum eine andere Metropole hat die Stadt Magdburg eine umfassende Vernichtung erlebt, die sogar als "Magdeburgisierung" in die Geschichtsbücher einging. 1631 und 1945 wurde sie vollständig zerstört – danach aber auch wieder neu aufgebaut. Dieses Wiederaufblühen ist ebenso Bestandteil der Magdeburger Geschichte und wird im Museum gezeigt.

Wechselnde Sonderschauen beleuchten verschiedene Aspekte der Geschichte der Stadt, von der Lebenswelt des Mittelalters, der Zeit als Preußische Festung, der Ära der Reformation bis zur modernen Geschichte.

Mehr Informationen zum Kulturhistorischen Museum

Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68–73,
Magdeburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Magdeburger Dom

Mit 104 Metern Höhe ist der Magdeburger Dom das Wahrzeichen der Stadt. Hier findet sich auch das Grab von Otto dem Großen – als Gründer des Heiligen Römischen Reichs eine wichtige historische Persönlichkeit. Er war auch der Begründer des Dombaus, der bis in 10. Jahrhundert zurückreicht und zum Sitz des damals wichtigsten Bistum des Reichs werden sollte. Der heutige Dom ist bereits der dritte Kirchenbau und wurde im 13. Jahrhundert im Stile der Gotik errichtet. Heute gilt das Gotteshaus als älteste gotische Kirche in Deutschland.

Der Magdeburger Dom 'St. Katharina und St. Mauritius'
Die Geschichte des Magdeburger Doms reicht mehr als 1.000 Jahre zurück. Bildrechte: dpa

Noch heute gibt es zahlreiche Skulpturen und Details in dem Kirchenbau zu entdecken, wie die antiken Säulen, die Otto I. vermutlich aus Italien mitbrachte, die Skulpturen der klugen und törichten Jungfrauen aus dem 13. Jahrhundert in der Paradies Pforte oder das von Ernst Barlach geschaffene Ehrenmal im inneren des Gebäudes. Heute finden auch regelmäßig Konzerte in der Kirche oder im Rahmen der Domfestspiele statt.

Mehr Informationen zum Dom Magdeburger Dom
Am Dom 1, 39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Der Dom ist täglich geöffnet
Von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr
Im Oktober und April von 10 bis 17 Uhr
Von November bis März von 10 bis 16 Uhr
An Sonntagen und kirchlichen Feiertagen öffnet die Kirche ab 11:30 Uhr für Touristen.

Magdeburger Dom
Am Dom 1,
39104 Magdeburg

Öffnungszeiten:
Der Dom ist täglich geöffnet
Von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr
Im Oktober und April von 10 bis 17 Uhr
Von November bis März von 10 bis 16 Uhr
An Sonntagen und kirchlichen Feiertagen öffnet die Kirche ab 11:30 Uhr für Touristen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Mai 2022 | 16:10 Uhr

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