#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 19. März

1950: Stockholmer Appell zur "Ächtung der Atombombe"

Am 19. März 1950 fordern 150 Delegierte des Rates für Weltfrieden ein absolutes Verbot von Atomwaffen und deren Einsatz. Der "Stockholmer Appell" wird von mehr als einer Milliarde Menschen weltweit unterzeichnet, auch die DDR unterstützt den "Aufruf zur Ächtung der Atombombe". Der Appell wird vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Kalten Krieges und des atomaren Wettrüstens veröffentlicht.

Wir fordern die Errichtung einer strengen internationalen Kontrolle, um die Durchführung des Verbotes zu sichern. Wir sind der Ansicht, dass die Regierung, die als erste die Atomwaffe gegen irgendein Land benutzt, ein Verbrechen gegen die Menschheit begeht und als Kriegsverbrecher zu behandeln ist.

Auszug aus dem Stockholmer Appell

Frauen mit einem Kinderwagen während einer Demonstration am 28. Oktober 1961 in Frankfurt am Main.
Frauen während einer Demo am 28. Oktober 1961 in Frankfurt am Main. Bildrechte: dpa

1951: Schriftstellerin Anna Seghers bekommt Stalinpreis

Am 19. März 1951 erhält Anna Seghers in Moskau den Stalinpreis für "die Festigung des Völkerfriedens". Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt und arbeitet die Schriftstellerin in der DDR. Sie setzt sich für Abrüstung und Weltfrieden ein. Zu ihren bekanntesten Romanen zählt "Das siebte Kreuz" (1942), das die Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager während der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt.

Zwei Frauen 2 min
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
2 min

Im DFF spricht Schriftstellerin Anna Seghers 1975 über die Weltfriedensbewegung und Abrüstung.

Mo 14.03.2022 10:16Uhr 02:13 min

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/video-605206.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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1970: Bundeskanzler Willy Brandt besucht Erfurt

Am 19. März 1970 reist Bundeskanzler Willy Brandt zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen nach Erfurt. Der Gipfel soll die Annäherung der beiden Staaten fördern. Zur Ankunft von Brandt und DDR-Ministerpräsident Willi Stoph warten bereits Tausende Bürger auf dem Bahnhofsvorplatz. Als die euphorische Masse "Willy Brandt ans Fenster" ruft, sieht sich die DDR-Führung vor der Weltöffentlichkeit bloßgestellt.

Willy Brandt (l.) und Willy Stoph (r.) am 19. März 1970 in Erfurt
Willy Brandt (links) und Willy Stoph (rechts) am 19. März 1970 in Erfurt. Bildrechte: BStU

1981: Die Frau des DDR-Spions Günter Guillaume kommt frei

Am 19. März 1981 wird Christel Guillaume im Austausch gegen Häftlinge in der DDR aus der Haft entlassen. Sie ist die Frau des Kanzleramtsspions Günter Guillaume. Er arbeitet von 1972 bis 1974 als Referent von Bundeskanzler Willy Brandt. 1974 wird er als Geheimdienstmitarbeiter des MfS enttarnt und gemeinsam mit seiner Ehefrau verhaftet. Willy Brandt gibt kurz darauf seinen Rücktritt als Bundeskanzler bekannt. Erst im Oktober 1981 wird Günter Guillaume aus der Haft entlassen.

SPD-Politiker Egon Bahr war unter Willy Brandt Bundesminister für besondere Aufgaben. Er erinnert sich 2012 im MDR an die Agenten-Affäre.

2002: Riesige Eisfläche von Schelfeis "Larsen B" abgebrochen

Am 19. März 2002 wird bekannt, dass sich in der Antarktis eine gigantische Eisfläche gelöst hat. Die Fläche ist vom Schelfeis "Larsen B." abgebrochen und ist in etwa so groß wie das Saarland. Das Schelfeis stützt die Festland-Gletscher und verhindert das Abfließen größerer Eismassen. Wenn diese Stützfunktion wegfällt, kann der Meeresspiegel schneller ansteigen.

Auf diesem von einem Flugzeug aufgenommenen Archivfoto des Instituts Antartico Argentino vom 19.3.2002 ist zu sehen, wie große Mengen vom Larsen B-Schelfeis in der Antarktis, das nahe der Südspitze Amerikas liegt, wegbrechen.
Auf diesem Foto vom 19.03.2002 ist zu sehen, wie große Mengen vom Larsen B-Schelfeis in der Antarktis, das nahe der Südspitze Amerikas liegt, wegbrechen. Bildrechte: dpa

2011: Besucherliebling Eisbär Knut gestorben

Am 19. März 2011 ist Eisbär Knut plötzlich verstorben. Er war der erste Eisbären-Nachwuchs im Berliner Zoo seit 30 Jahren. Knut wurde von seiner Mutter verstoßen und seitdem von einem Pfleger von Hand aufgezogen. Der Besucherliebling litt an einer Autoimmunkrankheit und wurde nur vier Jahre alt.

Eisbär Knut, 2007
Der Eisbär Knut bekam nach seinem Tod eine eigene Statue im Berliner Zoo. Bildrechte: imago/IPON

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