#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 6. Juli

1966: Kritik am Film "Spur der Steine"

Am 6. Juli 1966 kritisiert die Zeitung "Neues Deutschland" den DEFA-Spielfilm "Spur der Steine" wegen eines angeblich verzerrten Bildes der sozialistischen Wirklichkeit. Kurz darauf wird er vom ZK der SED verboten. Die Begründung: "partei- und staatsfeindlich". Der von Regisseur Frank Beyer inszenierte Film, der auf einem gleichnamigen Roman basiert, zeigt das Leben in der DDR in den 1960er-Jahren und die Probleme des sozialistischen Aufbaus. Erst 23 Jahre später wird "Spur der Steine" wieder in der DDR aufgeführt.

DEFA-Spielfilm "Spur der Steine"

Brigadier Balla sorgt dafür, dass seine Leute für gute Arbeit gutes Geld verdienen. Dafür stellt er die Planwirtschaft auf den Kopf. Doch zwei Neue sorgen für Aufregung: die hübsche Kati und der Parteisekretär Horrath.

Hannes Balla (Manfred Krug), ein Baubrigadier mit Herz und Schnauze.
Hannes Balla, der ihr vorsteht, sorgt dafür, dass seine Leute für gute Arbeit auch gutes Geld verdienen. Dabei stellt er so manche Regel der sozialistischen Planwirtschaft auf den Kopf. Bildrechte: MDR/BR
Hannes Balla (Manfred Krug), ein Baubrigadier mit Herz und Schnauze.
Hannes Balla, der ihr vorsteht, sorgt dafür, dass seine Leute für gute Arbeit auch gutes Geld verdienen. Dabei stellt er so manche Regel der sozialistischen Planwirtschaft auf den Kopf. Bildrechte: MDR/BR
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1967: Zugunglück von Langenweddingen

Am 6. Juli 1967 kollidiert ein Doppelstockzug der Deutschen Reichsbahn bei Langenweddingen nahe Magdeburg mit einem Tanklastwagen. Es kommt zu einer Explosion. Mit 94 Todesopfern, darunter 44 Schulkindern, gilt dieser Unfall als schwerstes Zugunglück der DDR. Als Unfallursache wird eine nicht geschlossene Schranke ermittelt, die sich in einem herunterhängenden Telefonkabel verhakte.

Blick auf Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle nach der Bahnkatastrophe in Langenweddingen bei Magdeburg
Feuerwehrleute, Volksarmee, Volkspolizisten und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes kämpften um jedes Menschenleben. Doch 94 Personen überlebten das Zugunglück von Langenweddingen nicht. Bildrechte: dpa

1972: Abkommen über Erdgaslieferung zwischen Bundesrepublik und Sowjetunion

Am 6. Juli 1972 schließen die Bundesrepublik und die Sowjetunion das zweite Erdgas-Röhren-Abkommen ab. Darin wird die Erdgaslieferung der UdSSR in die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des "Jahrhundertprojektes" festgelegt. Dieses sieht den Bau von zwei gewaltigen Trassen vor. Da die Sowjetunion das Bauvorhaben nicht allein realisieren kann, wird auf die Hilfe der "Bruderländer" gesetzt. Jedes dieser Länder soll eine Strecke der Pipeline in Eigenregie- und Finanzierung erstellen. Im Gegenzug sollen sie einen Teil des geförderten Erdgases kostenlos erhalten. Auch mit der Bundesrepublik schließt die Sowjetunion einen Deal: Gas gegen Devisen. Im Herbst 1973 erfolgt dann die erste Lieferung in die Bundesrepublik.


1990: Verhandlungen zum Einigungsvertrag zwischen Bundesrepublik und DDR

Am 6. Juli 1990 beginnen die beiden deutschen Staaten mit der ersten Verhandlungsrunde zum Einigungsvertrag, damit die DDR der Bundesrepublik beitreten kann. Die Gespräche verlaufen im Schnelldurchlauf: In nur acht Wochen sind sie abgeschlossen. Zu den Kernpunkten des Vertragswerkes gehören die Vereinigung von Ost- und West-Berlin zu einem Bundesland, die Frage nach der Hauptstadt Deutschlands, die Übernahme des DDR-Vermögens und die Übernahme der DDR-Schulden durch die Bundesrepublik. Am 31. August 1990 unterzeichnen Wolfgang Schäuble (Bundesinnenminister) und Günther Krause (Parlamentarischer Staatssekretär) den 900 Seiten umfassenden Einigungsvertrag. 

1991: Neues Telefonsystem in acht ostdeutschen Städten

Am 6. Juli 1991 geht in acht ostdeutschen Städten ein neues Telefonsystem in Betrieb. Berlin, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg und Rostock sind nun mit digitalen Vermittlungsstellen ausgerüstet. In den nächsten Monaten werden damit 500.000 neue Anschlüsse in Ostdeutschland geschaffen. Zum Ende der DDR besitzen lediglich sechs Prozent aller Privathaushalte in Ostdeutschland einen Festnetz-Telefonanschluss, in der alten Bundesrepublik sind es 90 Prozent. Das moderne "Overlay-Netz" und 22.000 neuen Leitungen zwischen Ost und West verbessern den Telefonverkehr wesentlich.

Ein Mann arbeitet an einer Telefonleitung. 2 min
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2 min

Fr 01.07.2022 08:29Uhr 02:13 min

https://www.mdr.de/geschichte/mitteldeutschland/jahrestage/video-635142.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Lebensläufe | 04. November 2021 | 23:10 Uhr