Mit Tipps von einer Tierdetektivin Vermisst - Was tun, wenn Hund oder Katze verschwinden?

Hund und Katze können des Menschen treueste Begleiter sein. Doch was tun, wenn der geliebte Vierbeiner von einem Tag auf den anderen verschwunden ist? Entlaufen oder gar gestohlen? Die Chance ist groß, den tierischen Freund wohlbehalten zurückzubekommen, weiß Tierdetektivin Eveline Kosenbach. Sie hat so manch praktischen Tipp für verzweifelte Tierbesitzer parat.

Eine Vizsla-Hündin in ihrem Hundekörbchen.
Der Horror eines jeden Tierbesitzer - Hund oder Katze sind plötzlich verschwunden. (Archiv) Bildrechte: dpa

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Lassen Sie Ihr Haustier kostenlos registrieren!

Bauen Sie für den Ernstfall vor, indem Sie Ihr Tier registrieren lassen. Name, Aussehen, besondere Kennzeichen, Chip-Nummer, Wohnort - wer diese Angaben bei Organisationen wie dem Haustierregister des Deutschen TierschutzbundesTasso e.V. oder der Tiermeldezentrale hinterlegt, hat im Vorfeld fast alles getan, was möglich ist. Der Service ist übrigens kostenlos.

Bereiten Sie Ihren Hund auf den Straßenverkehr vor

Eine Horrorvorstellung für jeden Hundehalter: Der Vierbeiner ist entlaufen - und fällt dem Straßenverkehr zum Opfer. Ebenfalls in die Kategorie "Vorsorge" fällt es, seinen Hund mit dem Straßenverkehr vertraut zu machen. Umso größer ist die Chance, dass ihm das auch dann gelingt, wenn Sie nicht an seiner Seite sind.

Wenn der Ernstfall eintritt: Geplant suchen und Ruhe bewahren

Ist der geliebte Vierbeiner verschwunden, liegen die Nerven blank. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, die Ruhe zu bewahren und strategisch vorzugehen. Sich blindlings auf die Suche zu machen, gehört nicht dazu. Markieren Sie sich in einer Karte oder App, wo Sie bereits nach dem Tier gesucht haben. Dort sollten Sie auch eintragen, wenn Ihr Liebling irgendwo gesichtet wurde.

Damit Ihr Haustier so schnell wie möglich zu Ihnen zurückkehrt, darf keine Zeit verschwendet werden. Denn die Erfahrung zeigt: Die ersten 48 Stunden nach dem Verschwinden sind entscheidend. Die meisten Tiere tauchen innerhalb dieser Zeitspanne wieder auf. Ist das nicht der Fall, können - je nach Tier - folgende Tipps helfen.

Was tun, wenn das Haustier entlaufen ist oder gestohlen wurde?

  • Zunächst im eigenen Umfeld suchen

Sind Hund oder Katze nicht mehr auffindbar, sollte zunächst das eigene Umfeld unter die Lupe genommen werden: Wohnung, Keller, Garage, Dachboden. Katzen bewegen sich in der Regel in einem Umkreis von 400 bis 1.000 Metern.

Ragdoll-Katze kommt auf den Betrachter zu.
Katzen bewegen sich in der Regel in einem Umkreis von 400 bis 1.000 Metern. Bildrechte: IMAGO / Frank Sorge

  • Mit Futter und Geräuschen locken

Bleibt das erfolglos, kann man versuchen, das Tier mit gewohnten Geräuschen oder Futter anzulocken. Der Tierbesitzer (sein Geruch ist entscheidend!) sollte vor seiner Tür einen Futternapf bereitstellen, der regelmäßig kontrolliert wird. Als Lockmittel können Spuren aus Baldriantropfen (für Katzen) oder Pansenmehl (für Hunde) zum Napf führen.

  • Katzen am frühen Morgen und in der Dämmerung suchen

Handelt es sich bei Ihrem vermissten Vierbeiner um eine Katze, sollten Sie sich bevorzugt in der Dämmerung oder am frühen Morgen auf die Suche machen. Tagsüber halten sich Katzen gern versteckt und kommen erst raus, wenn es draußen ruhiger geworden ist.

  • In kleinen Gruppen suchen

Werden Sie bei der Suche von Freunden oder Familie unterstützt, sollten Sie die Anzahl der Helfer begrenzen. Größere Gruppen und laute Geräusche könnten das gesuchte Tier verängstigen.

  • Nachbarschaft, Tierheime und -ärzte kontaktieren

Geben Sie der Nachbarschaft, den Tierärzten, Tierheimen und der Polizei Bescheid, dass Sie Ihr Tier vermissen. Auch die Autobahn- und Bundespolizei sollten kontaktiert werden. Auf Bahnstrecken und Autobahnen sind entlaufene Tiere für alle Beteiligten eine große Gefahr.

  • Wasserfeste Suchplakate aufhängen

Hängen Sie wasserfeste Plakate und Flyer in der engeren und weiteren Nachbarschaft auf. Diese sollten ein Foto, eine detaillierte Beschreibung und natürlich Ihre Telefonnummer enthalten.

Außerdem könnte der Hinweis ratsam sein, dass das Tier dringend Medikamente benötigt. Das könnte potentielle Diebe dazu bewegen, das Tier schnell wieder freizulassen, um Kosten zu sparen.

  • Online-Suche in sozialen Netzwerken und Kleinanzeigen

Nutzen Sie die Kraft sozialer Netzwerke! Stellen Sie Ihr Suchplakat online - und viele Tierfreunde werden es teilen. Vielleicht stößt auch jemand auf Ihr Gesuch, der glaubte, ein herrenloses Tier aufgenommen zu haben - und wird nun eines Besseren belehrt.

Auch ein Blick in Auktionsportale oder Kleinanzeigen kann lohnen. Nicht selten werden gestohlene Tiere dort zum Kauf angeboten. Nehmen Sie ggf. auch Kontakt zu lokalen Radiosendern oder Zeitungen auf, um Ihre Suche zu verbreiten.

Tanja Weidler mit Suchhund Emma, 2012
Pettrailer können mit speziell ausgebildeten Hunden bei der Suche nach dem vermissten Haustier helfen. Bildrechte: IMAGO / Olaf Wagner

  • Unterstützung von Pettrailern oder Tierdetektiven suchen

Hilft alles nichts, können auch Pettrailer, Tiersucher mit speziell ausgebildeten Hunden, bei der Suche nach einem verschwundenen Haustier helfen. Dafür sollten die Decke oder Haarproben des Tieres (z.B. aus der Fellbürste) in einer Tüte aufbewahrt werden. Dann können die Suchhunde den Geruch des vermissten Tieres aufnehmen.

Tierdetektive arbeiten auch mit Spezial-Käfigen, die mit Futter präpariert werden. Will das Tier an das Futter im Käfig, reagiert der Bewegungsmelder und die Tür schließt sich. Mit diesem Trick wurde schon so manches Tier wieder eingefangen.

GPS-Tracker als Hilfsmittel

Die Angst, dass der vierbeinige Freund verloren geht, ist bei den Besitzern groß. Dabei muss es nicht immer um Diebstahl gehen. Es reicht schon aus, wenn Fiffi plötzlich ein Eichhörnchen entdeckt und im Busch verschwindet - im Idealfall nur für ein paar Minuten. Dauert es länger, kann ein sogenannter GPS-Tracker helfen. Dieser wird beispielsweise am Halsband des Tieres befestigt und man kann jederzeit auf dem Smartphone sehen, wo sich der Hund gerade befindet. Die Akkulaufzeit solcher Geräte betägt meist einige Wochen und der monatliche Service kostet nur wenige Euro - ein Preis, den im Fall der Fälle sicher jeder Hundebesitzer gern bezahlt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. März 2021 | 17:15 Uhr

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