Nach Bund-Länder-Gipfel Corona-Lockdown: Wann öffnen Schulen und Kitas in welchem Bundesland?

Wann öffnen die Schulen wieder? Bundeskanzlerin Angela Merkelplädierte dafür, dass sie bis mindestens März geschlossen bleiben, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Deshalb haben sich Bund und Länder beim jüngsten Corona-Gipfel darauf verständigt, dass diese Frage im Ermessen der Länder liegt. Die Bundesländer verfolgen dabei unterschiedliche Pläne. Ein Überblick.

An eine Schultafel in einem Klassenzimmer wurde mit Kreide das Wort Lockdown geschrieben und ein Virussymbol gemalt. An der Tafel hängt eine Mund-Nasenmaske. Im Vordergrund sind die Stühle auf die Tische gestellt.
Bis wann gilt der Lockdown auch für die Schulen? Bildrechte: imago images / Fotostand

Am 10. Februar haben sich Bund und Länder in einer Videoschalte erneut auf eine Fortsetzung des harten Lockdowns geeinigt, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus' einzudämmen. Nicht einigen konnte man sich im Vorfeld, wie es in Sachen Schule und Kitas weitergehen soll. Ob die nun öffnen oder weiterhin geschlossen bleiben, soll nun von jedem Land individuell entschieden werden.

Ob Präsenzunterricht vor halbierten Klassen oder im Wechselmodell, Regelbetrieb, weiterhin Homeschooling und wie es an Kitas weitergeht, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Ein Überblick.

Baden-Württemberg

Kitas und Grundschulen werden nach den Faschingsferien, ab dem 22. Februar, schrittweise für den Wechselbetrieb geöffnet. Ab Klasse 5 soll es bis zu den Osterferien im Homeschooling weitergehen.

Zum 22. Februar endet in allen Kindertagesstätten in Baden-Württemberg die Notbetreuung. Ab Montag findet dann wieder in allen Krippen und Kitas im Land "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" statt.

Bayern

In Bayern sollen Grundschulklassen ab dem 22. Februar an die Schulen zurückkehren - aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas sollen ab diesem Termin wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen.

Für Abschlussklassen von Gymnasien und Berufsschulen gibt es weiter Präsenzunterricht, für die Abschlussklassen von Real- und Mittelschulen soll es den ab dem 22. Februar geben. Wie es mit den anderen Jahrgangsstufen weitergeht, ist nach wie vor offen und vom weiteren Infektionsgeschehen abhängig.

Berlin

Für die ersten bis dritten Klassen der Grundschulen wird es ab dem 22. Februar Wechselunterricht in halber Klassengröße geben, alle anderen Schüler müssen weiterhin im Distanzunterricht lernen. Eine Notbetreuung wird weiterhin für Kinder bis zur sechsten Klasse angeboten.

Abschlussklassen werden weiter wahlweise zu Hause oder im Wechselmodell mit halber Klassengröße unterrichtet. Die Schüler aller Jahrgänge sind verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Lediglich im Freien darf darauf verzichtet werden, wenn ein Mindestabstand von anderthalb Metern eingehalten werden kann. Praktika finden nicht statt.

Die Kitas sind im Notbetrieb. Voraussetzung für Notbetreuung ist, dass Eltern einen systemrelevanten Berufe ausüben, alleinerziehend sind oder besondere soziale/pädagogische Gründe vorliegen.

Brandenburg

Ab dem 22. Februar gibt es Wechselunterricht für die Klassenstufen 1 bis 6. Die Klassenstufen 7 und höher kommen später dran. Abschlussklassen werden im Präsenzunterricht unterrichtet. Kitas laufen nach wie vor im Regelbetrieb.

Bremen

In Bremen sind die Schulen aktuell nicht geschlossen. Die Schüler können in einem Wechselmodell am Präsenzunterricht teilnehmen, dürfen aber auch auf Distanz lernen. Die Kitas bieten weiterhin eine Notbetreuung an.

Hamburg

An den Hamburger Schulen wird bis zu den Frühjahrsferien weiterhin Distanzunterricht erteilt, für Grundschüler, die nicht anders betreut werden können, gibt es nach wie vor eine Notbetreuung. Das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler noch bis zum 7. März im Regelfall zu Hause lernen.

Kita-Kinder sollen möglichst schon vor dem Ende der Frühlingsferien wieder in den Regelbetrieb übergehen.

Hessen

Ab dem 22. Februar gibt es Wechselunterricht in den Klassenstufen 1 bis 6. Mit Ausnahme der Abschlussklassen gibt es für Schüler ab Klassenstufe 7 bis zu den Osterferien Distanzunterricht. Für Kitas gilt ab 22. Februar der eingeschränkte Regelbetrieb.

Mecklenburg-Vorpommern

Ab dem 24. Februar kehren die Klassenstufen 1 bis 6 regional zum Regelbetrieb zurück. Voraussetzung dafür ist, dass im betroffenen Landkreis stabil weniger als 50 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen registriert worden sind.

Vom 8. März an sollen die Schüler der höheren Klassen schrittweise im Wechselunterricht an die Schulen zurückkehren.

Kitas sollen vom 22. Februar an wieder regulär öffnen, insofern die Inzidenz das hergibt.

Niedersachsen

In Niedersachsen bleiben die Schulen für die Klassenstufen fünf bis 12 bis mindestens Ende Februar geschlossen. Die Landesregierung setzt weiter auf ein Stufenmodell zur Öffnung von Schulen und Kitas.

Grundschüler werden bereits seit Januar im Wechselbetrieb unterrichtet, ebenso Abschlussklassen. Das bedeutet, das jeweils nur eine halbe Klassenstärke die Schule besucht, die anderen Schüler lernen von zu Hause aus. Eine Präsenzpflicht gibt es nicht. In Kitas wird lediglich eine Notbetreuung angeboten.

Nordrhein-Westfalen

Schulen werden ab dem 22. Februar schrittweise geöffnet. Bis zu einer Inzidenz von 50 im Wechselunterricht, darunter im Präsenzunterricht.

Auch die Kitas öffnen ab dem 22. Februar wieder für alle Kinder ihre Pforten. Vorerst jedoch mit einem landesweit um zehn Wochenstunden gekürzten Betreuungsangebot und ausschließlich in festen Gruppen. Fallen die Neuinfektionszahlen weiter, sollen die Kita-Leitungen ab dem 8. März selbst entscheiden dürfen, ob sie die Kinder wieder in vollem Umfang betreuen.

Rheinland-Pfalz

Auch Rheinland-Pfalz startet mit der Wiederaufnahme des Unterrichts am 22. Februar. Zunächst mit Wechselunterricht für die Schüler der Klassen 1 bis 4, im März soll die Orientierungsstufe folgen.

Auch Kitas und Kinderbetreuung dürfen ab dem 22. Februar wieder in den "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" starten.

Saarland

Im Saarland wird ab dem 22. Februar für Schüler der Grundschulen und des Primarbereichs der Förderschulen wieder Präsenzunterricht im Wechselmodell angeboten. In den Kitas erfolgt weiterhin eine bedarfsgerechte Betreuung. Das bedeutet: Jedes Kind, das Betreuung braucht, kann auch weiterhin in die Kindertageseinrichtung, die Großtagespflegestelle oder den Hort kommen. Weitere Nachweise sind dafür nicht notwendig.

Sachsen

Besonders eilig hatte man es in Sachen Schule in Sachsen. Kitas und Grundschulen sind bereits am 15. Februar wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gestartet. Allerdings bleibt die Präsenzpflicht weiter ausgesetzt. Damit können Eltern selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken oder ob zu Hause gelernt wird.

Für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse ist eine Rückkehr an die Schulen ab dem 8. März geplant. Dort wird es dann vorerst Wechselunterricht geben.

Sachsen-Anhalt

Die Schulen in Sachsen-​Anhalt bleiben bis zum 28. Februar geschlossen. Für die Jahrgänge 1-6 gibt es weiterhin eine Notbetreuung. Ausgenommen von den Schulschließungen sind Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge.

Sobald ein Landkreis oder eine Stadt im Zeitraum vom 22. bis 26. Februar an allen Tagen die Inzidenz von 200 unterschreitet, wird ab dem 1. März an den Grundschulen und den Förderschulen der Präsenzunterricht unter Befreiung von der Präsenzpflicht aufgenommen. Dabei findet der Unterricht an Grundschulen in festen Lerngruppen statt.

Sinkt der Inzidenzwert auf 50, soll an allen Schulen des jeweiligen Landkreises wieder Regelbetrieb stattfinden. Auch Kitas sollen ab dem 1. März einen eingeschränkten Regelbetrieb anbieten.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein dürfen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 ab dem 22. Februar für Präsenzunterricht (unter Coronabedingungen) in die Schulen zurückkehren. Allerdings nur, wenn es das Infektionsgeschehen in ihrer Stadt bzw. ihrem Kreis zulässt. 

Für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 bleibt es bis zum 7. März beim Distanzunterricht. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 wird Notbetreuung angeboten. Kitas sollen ab dem 22. Februar wieder in den Regelbetrieb gehen.

Thüringen

Kitas und Grundschulen in Thüringen sollen möglichst am 22. Februar wieder öffnen. Für die anderen Klassenstufen wird bis Ende Februar Homeschooling fortgesetzt. Ab Anfang März soll für Schüler ab der siebten Klasse der Präsenzunterricht wieder starten. Allerdings nur, wenn in der jeweiligen Region der Inzidenzwert unter 100 liegt.

(Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert; Stand: 21.02.2021)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Februar 2021 | 17:00 Uhr

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