Neue Strategie Corona-Selbsttests für zu Hause zugelassen, kostenlose Antigen-Schnelltests ab 8. März

Das frühzeitige Erkennen von Corona-Infektionen ist eine der Strategien im Kampf gegen die Pandemie. Ob man sich mit dem Virus infiziert hat, erkennt man, indem man sich testen lässt. Da die herkömmlichen PCR-Tests aufwendig sind, setzt man zunehmend auf Schnelltests. Die ersten Schnelltests für Zuhause sind jetzt in Deutschland zugelassen worden. Außerdem soll man ab dem 8. März kostenfrei bei Arzt oder Apotheker testen lassen können. Worin unterscheiden sie sich die einzelnen Tests?

Corona Schnelltest für jedermann
Soll ab Anfang März jedem kostenfrei zur Verfügung stehen: ein Antigen-Schnelltest bei Arzt oder Apotheker. Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

Die Corona-Impfungen gehen in Deutschland nur schleppend voran. Hauptursache dafür ist, dass bislang nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Um der Pandemie dennoch Einhalt zu gebieten, soll deshalb verstärkt auf Tests gesetzt werden. Und zwar unkomplizierte Schnelltests, die nach 15 Minuten ein Ergebnis liefern.

Ab dem 8. März sollen die Schnelltests den Bürgern kostenfrei zur Verfügung stehen. Durchgeführt werden sollen die Antigen-Schnelltests in Testzentren, Apotheken oder auch beim Arzt von geschultem Personal.

Selbst- bzw. Laien-Tests in wenigen Tagen erhältlich

Bereits in wenigen Tagen sollen außerdem sogenannte Selbsttests für Laien - auch Laien-Tests genannt - in Apotheke, Supermarkt und Discounter erhältlich sein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt.

Diese Laien-Tests sind in Deutschland zugelassen * "Clinitest Rapid Covid-19 Self-Test" von Healgen Scientific LLC
* "Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card" von Xiamen Boson Biotech
* "Lyher Covid-19 Antigen-Schnelltest (Nasal)" von Hangzhou Laihe Biotech

Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Das ist deutlich angenehmer als der für einen PCR- oder Antigen-Schnelltest notwendige Abstrich aus dem tiefen Nasen-Rachenraum. Im Anschluss wird der Nasenabstrich mithilfe eines Teststreifens ausgewertet - etwa so, wie bei einem Schwangerschaftstest.

Laut der von den Herstellern vorgelegten Studien können die jeweiligen Tests durch Laien sicher durchgeführt werden, erklärte das Bundesinstitut. Die Spuck- oder Gurgel-Tests für Laien sind in Deutschland bislang nicht zugelassen.

Corona-Selbsttest doch nicht fast kostenlos

Der Wermutstropfen: Ursprünglich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn erwogen, die Laien-Tests gegen einen "geringen Eigenanteil" von einem Euro an den Endverbraucher abzugeben. Doch davon ist augenblicklich nicht mehr die Rede. Sie müssen voll bezahlt werden. Lediglich für den Einsatz in Kitas und Schulen kann die öffentliche Hand die Kosten übernehmen.

Bei welcher Höhe die Kosten pro Test liegen, ist bislang nicht bekannt. Für den Endverbraucher sind Preise zwischen sieben und zwölf Euro denkbar.

Eine junge Frau führt einen Antigentest an sich selbst durch.
Bei den drei in Deutschland zugelassenen Corona-Selbsttests für Laien wird die Probe durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Bildrechte: dpa

Der Antigen-Schnelltest bei Arzt oder Apotheker

Wie beim klassischen PCR-Test, muss auch beim Antigen-Schnelltest ein Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum genommen werden. Deshalb ist geschultes Personal notwendig.

Der entscheidende Unterschied zum PCR-Test: Der Abstrich wird nicht in einem Labor ausgewertet. Das geschieht innerhalb kurzer Zeit direkt vor Ort. Deshalb heißt der Antigen-Test auch "Schnelltest".

Der große Nachteil: Antigen-Schnelltests bilden lediglich eine Momentaufnahme ab. Infizierte mit geringer Virenlast werden häufig nicht entdeckt, sind zu diesem Zeitpunkt aber auch weniger ansteckend.

Ein COVID-19 Antigen Schnelltest
Infiziert oder nicht infiziert? Der Antigen-Schnelltest gibt nach nur 15 Minuten Wartezeit Auskunft. Bildrechte: dpa

Wie sicher sind die Testergebnisse der Schnelltests für zu Hause?

Soviel vorweg: Wer in Sachen Coronavirus so sicher wie möglich gehen will, der sollte eher auf einen PCR-Test als auf einen Antigen-Schnelltest setzen - muss aber auch etwa 24 Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, bis das Ergebnis vorliegt.

Der Unterschied, ob man einen Antigen-Schnelltest von einer geschulten Kraft durchführen lässt oder zu Hause einen Laien-Schnelltest macht, ist vergleichsweise gering.

In einer Studie der Berliner Charité mit der Uniklinik Heidelberg sind rund 150 Corona-Verdachtspatienten beim Umgang mit einem Selbsttest beobachtet worden. Dabei wurden nur minimale Unterschiede zwischen Selbsttest und "Profitest" festgestellt: Beim Selbsttest wurden 33 von 40 Infizierten erkannt, beim Antigen-Schnelltest 34.

dpa/AFP/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. Februar 2021 | 17:15 Uhr

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